Unterwegs-Tip (Archivversion)

Snowmobile gehören zum kanadischen Winter wie Rodelschlitten zum deutschen. Das einstige Nutzfahrzeug für unwegsame Schneeregionen ist zum Spaßmobil für Touren und Wettkämpfe geworden. Wer kernige Winter mag und auf rasante Fortbewegung steht, sollte sich mal auf einen Trip einlassen. Allerdings verfügen Snowmobile über ein laut- und leistungsstarkes Zweittakt-Temperament, was mit stillen und beschaulichen Wanderungen mitunter kollidiert.

Die Anreise: Kanada wird mehrmals wöchentlich von verschiedenen Fluggesellschaften angeflogen. Der acht-stündige Flug nach Montreal kostet bespielsweise xxx Mark bei Kanadian Airlines, bei Lufthansa macht es für xxx. Toronto steht häufig für unter xxx auf den Listen der Graumarkthändler.Reisezeit: Winter ist nicht gleich Winter. Sichere Schneeverhältnisse (Ausnahmen bestätigen die Regel) gewährleistet in Südkanada der Zeitraum zwischen Mitte Dezember und Ende März.Miet-Snowmobile: In Kanada und Skandinavien wird Snowmobilfahren intensiv betrieben, Mietstationen sind überall zu finden. Bei Marine Sport in Duhamel, Rue Principale, C.P. 92, Telefon 001/819-428-33 66, gibt es beispielsweise ab etwa 120 bis 150 Mark pro Tag ein zweisitziges Snowmobil ohne Meilenbegrenzung zu mieten. Der Umgang mit den Kettenfahrzeugen ist leicht zu lernen. Die seilzuggestarteten Zweitaktmotoren springen auch bei großer Kälte locker an und verfügen über ein großes, aber dank Automatik und Fliehkraftkupplung auf für Anfänger gut beherrschbares Leistungspotential. Im Mieteinsatz sind in der Regel 500er mit rund 50 PS, was locker etwa 150 km/h möglich macht. Ausrüstung: Snowmobil-Vermietern verleihen für rund 20 Mark pro Tag neben Helmen und Packtaschen die unbedingt empfehlenswerte, superwarme Thermokleidung, die dem bis zu 40 Grad kalten Fahrtwind gut standhält. Wer keine andere Möglichkeit hat, kann es auch mit extrem (!) warmer Winterkleidung für Motorradfahrer versuchen. Die dicken Fäustlinge und Filzstiefel werden von Heizgriffen und beheizten Fußschächten wirksam unterstützt. Als Kopfdeckung reicht ein normaler Motorradhelm mit dicker Sturmhaube, als Unterkleidung empfielt sich Ski- oder Motorrad-Thermounterwäsche und dicke Wollsocken. Übernachtung: Bei den Vermietstationen sind spezielle Snowmobilkarten erhältlich, die Hütten und Hotels an den ausgeschrieben Wegen verzeichnen, so daß bei der Routenplanung bereits das Quartier gebucht werden kann. Ab 36 Mark kostet beispielsweise eine romantische Hüttenübernachtung pro Person (in Cockanagog), gut 80 Mark ein Doppelzimmer in einem Hotel (Auberge Ferme Caron bei Duhamel). In der Regel sind auch Komplett-Angebote von Mietfahrzeug und Unterbringung im Programm. Ein langes Wochende für zwei Personen kostet dann etwa 470 Mark (siehe Snowmobil-Vermieter). Organisierte Touren: Die sinnvollste Möglichkeit in diese neue Art der Wintergestaltung reinzufinden, ist eine organisierte Tour. Denn trotz Trail-Karten und Beschilderung ist eine Reise auf eigene Faust nicht ungefährlich. Wer sich in diesen Breiten verirrt, hat bei den extremen Temperaturen und großen Distanzen oft nur wenig Spielraum, sich wieder zurechtzufinden. Als Ortsunkundiger kann man das Snowmobilfahren deshalb nur mit Führer richtig genießen. Da das alleine sündhaft teuer ist, bietet sich hier die organisierte Tour an. Die kann vor Ort oder als Komplettpaket inklusive Flug von Deutschland aus gebucht werden. Informationen gibt bei Reisebüros und den Fremdenverkehrsämten von Kanada und Finnland, aber bei auch bei dem MOTORRAD ACTION TEAM, das in Kanada mehrere Touren anbietet (siehe Kasten).Technik: Die Einheimischen mit ihren oft abenteuerlich aufgemachten und bis zu 140 PS starken und über 200 km/h schnellen Snowmobilen treffen sich am Wochenende an den einschlägigenen Clubs und Kneipen an den Trials. Wie bei einem zünftigen Motorradtreff versammelt sich dort alles, was die vier Hersteller Polaris (12 Modelle mit Fudji-Motoren), Ski-Doo (15 Typen mit Bombardier-Triebwerken), Arctic Cat (15 Modelle mit Suzuki-Motoren) und Yamaha mit 18 Typen an Faszinationsobjekten so anbieten. Der technische Aufbau ist bei bei allen relativ ähnlich ist: wasser- oder luftgekühlter Zweitakt-Motor (zwei bis vier Zylinder) mit Fliehkraftkupplung und Automatikgetriebe und einer breiten Raupenkette als Endantrieb. Lenkung und Stabilisierung erledigen flexible Kufen vorn, und verzögert wird über eine per Handhebel aktivierte und auf die Antriebswelle wirkende Scheibenbremse.Information: Adressen und Unterlagen über Snowmobil-Reisen gibt es entweder im Reisebüro, bei ACTION TEAM oder den Fremdenverkehrsämtern von Finnland, Georgsplatz 1, 30159 Hamburg, Telefon 040/32 24 43, und Kanada, Immermannstr. 65 D, in 40210 Düsseldorf, Telefon 0211/36 03 34, Fax 35 91 65. Die Alpenländer lassen aus Umweltgründen keine Snowmobile für die allgemeine Nutzung zu. Literatur: Spezielle Informationsliteratur oder Karten für Snowmobil-Reisen gibt es in Deutschland nicht. Für allgemeine Reiseinformationen muß man daher auf die üblichen Reiseführer und Karten der betreffenden Region zurückgreifen (beispielsweise Nelles Guide, Kanada - Ontario, Quebec, 26,80 Mark, Karte von MapArt »Quebec«, 8,90 Mark). Genaueres gibt es vor Ort. In Snowmobil-Trail-Karten, die vor Ort überall kostenlos erhältlich sind, werden Routen, Tankstellen, Restaurants, Quartiere und Vermietstationen angegeben.Sport: In Skandinavien hat sich eine bunte Snowmobil-Rennszene entwickelt. Enduro- und Cross-Veranstaltungen stehen genauso auf dem Terminplan wie Ovalrennen auf Pferderennbahnen und Dragster-Sprints. Am populärsten sind Enduro-Rallyes wie der Giant-Wettbewerb. Nächster Termin: 22./23.März 1996. Bei vielen Rennen in Finnland können auch deutsche Fahrer mitmischen, wenn sie eine Freigabe der nationalen Föderation OMK mitbringen und vor Ort eine Tageslizenz lösen. Vor dem Start bei einem Rennen empfiehlt es sich aber, reichlich Snowmobil-Erfahrung bei den touristischen Safaris zu sammeln. Infos über die Rennszene und Touristenfahrten gibt es zum Beispiel bei Pirkko Saajo-Plosila, die im Verkehrsamt im finnischen Kevijärmi arbeitet und perfekt deutsch spricht. Telefon: 00358/692/878369. Weitere Ansprechpartner sind die Föderationen von Finnland (Telefon 00358/0/1582250) und Schweden (Telefon 0046/11/197210 oder 138342).((Schreibt Lothar Kutschera)). Zeitaufwand: etwa eine WocheStreckenlänge: zirka 800 Kilometer((Zusatztext zur Karte, evtl. Fußnote))Die gepunktet Linie beschreibt den eigentlichen Verlauf der Tour, die durchgezogene den wetterbedingt verkürzten

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