US-Motorradszene: Reportage über Harley-Parties, Freestyle und mehr (Archivversion) Sturgis, Arizona & Daytona Bike Week

Wer an die amerikanische Motorradszene denkt, denkt automatisch an Easy Rider und Co. Aber in den USA ist mehr los. Viel mehr.

D Freestyle
Ein wenig Anlauf, eine steile Rampe, ein Platz zum Landen, fetzige Musik – fertig war ein neuer Trend, der die Piloten seit nunmehr
elf Jahren zu immer waghalsigeren Sprüngen animiert. Längst hat sich FMX (Freestyle Motocross) zu einem angesagten Sportevent und vor allen Dingen zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Mehr noch – Freestyler verkörpern ein eigenes Lebensgefühl, haben ihre eigene Mode (extrem lässig), eigene Musik (laut und hart) und werden von den motorradverrückten Kids angehimmelt wie ansonsten höchstens Rockstars. So rasant wie die Schau ist auch die Entwicklung dieses Sports verlaufen. 1994 machte ein Foto die Runde, das den legendären Supercrosser Jeremy McGrath zeigt, wie er einen »Nac Nac« springt – mit nur einem Fuß auf der Raste und den anderen wie beim Absteigen über die Sitzbank geschwenkt. Heute gehört ein »Backflip« (Salto rückwärts) quasi zum Standardprogramm für die Cracks der FMX-Szene. Surftipp: www.
airwastl.de und dort die Links ausprobieren.
D Bonneville
Speed Week
Stets im September treffen sich im US-Bundesstaat Utah die so genannten Land Speed Racer. So nennen sich diejenigen, die auf den Bonneville-Salt-Flats, einem riesigen Salzsee, ständig auf der Suche nach neuen Geschwindigkeitsrekorden sind. Auf der leuchtend
weißen, absolut ebenen Fläche kann praktisch jeder einen Rekord in das Salz brennen:
Das Regelwerk des Veranstalters Bonneville Nationals Incorporated bietet aufgrund vieler möglicher Kombinationen von Hubraum,
Motorkonstruktion und Gemischaufbereitung sowie der aerodynamischen Gestaltung
unzählige Klassen. Während der Speed Week finden sich dann auch einige tausend Fans ein. Der Rekord für ein zweirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor besteht seit 1990:
Der »Easyrider Streamliner« rauschte mit 322,15 Meilen – etwa 518,34 km/h – über das Salz. Angetrieben wurde das vollverschalte Fahrzeug von zwei hintereinander gebauten Harley-Davidson-Shovelhead-Motoren. Ob’s 2004 gelingt, einen draufzulegen? Vom 17. bis zum 20. September versuchen es die Racer wieder. Infos unter www.saltflats.com.
D Farbige
Motorradszene
Extrem schrill und schnell – so definiert sich sicherlich der größte Teil der afroamerikanischen Motorradszene in den USA. Man steht auf heiß gemachte japanische Sportbikes, auf Burnouts und illegale Rennen, die Abgrenzung vom weißen Amerika und dessen H.-D.-Kult ist offensichtlich. Die Namen der vielen Clubs sind Programm: Fast N’ Furious, Flaming Knights oder Philly Bad Boys. Erstaunlich hoch ist der Anteil an Frauen-Clubs in der schwarzen Szene, die sich dementsprechend Speed Divas oder Foxy Riders nennen. Allerdings bleibt diese Szene gerne unter sich, feiert ihre eigenen Partys und großen Treffen, zum Beispiel die Black Bike Week vom 27.
bis 31. Mai in Myrtle Beach in South Carolina. Hier hört man garantiert keinen Rock ’n’ Roll à la Rolling Stones, hier läuft basslastiger Hip Hop, R&B, Gangsta-Rap. Surftipp: www.phillyxtreme.com und dann auf der
Link-Seite die einzelnen Clubseiten aufrufen.

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