Wintertour ans Mittelmeer (Archivversion)

Vier Nächte und fünf Tage

Stellen Sie sich vor, Sie haben fünf Tage Zeit. Und wissen, daß es 600 Kilometer südlich gerade jetzt perfekte Motorradbedingungen gibt. Okay? Dann erhalten Sie nun den besten Tip dieses Winters.

Es ist Dienstag, der 14. Dezember, als Test-Kollege Jörg Schüller seinen Kopf ins Büro steckt und grinsend vekündet, im Transporter nach Spanien sei noch ein Platz frei. Morgen gehe es los und am Sonntag zurück. Jetzt Motorradfahren, irgendwo zwischen Ardèche und Costa Brava? Im Dezember - was für eine Idee. Das Radio meldet eine stabile Hochdruckzone über Spanien und Südfrankreich, während Deutschland im Einfluß einer skandinavischen Kaltfront.... peep... bereits während der Verkehrsdurchsage schreibe ich die Packliste. Landkarten, Bücher, Sonnenbrille, Badezeug. Mein Gott, es kommt mir so verwegen vor, wie eine Woche Wellness-Kur. Na ja, irgendwie vergleichbar ist es ja. Fleece-Pulli dick, Fleece-Pulli dünn, Thermo-Unterwäsche, Überziehjacke - zum Skifahren wäre die Liste nur unwesentlich anders. Geld umtauschen, Reiseführer und Quartierverzeichnisse herauskramen, verdammt knapp bis morgen. Die Festbeleuchtung glimmt in den Straßen auf, zu Hause klinkt sich die Fernsehwerbung bruchlos ein, heute schon an Weihnachten denken. Doktor Schiwago läuft im Nachtprogramm, als ich die letzten Sachen in die Reisetasche stopfe, winterlicher kann es nicht mehr werden.Mittwoch, elf Uhr, geht es los. Karlsruhe, Achern, Mulhouse, bereits um 15 Uhr schwenken wir unter strahlender Sonne bei Dijon auf Südkurs, und es wird bereits wärmer. Im Berufsverkehr stauen wir uns durch Lyon und an der A 43 zu den Wintersportgebieten Grenoble und Chambery vorbei. Valance, Montelimar, die Ardèche ist erreicht. Sternklarer Himmel wölbt sich über uns, 19.30 Uhr wir sind da. In Bourg St. Andeol müßte laut Quartier-Führer auch im Winter ein Hotel offen sein. Tatsächlich, das »Hotel de Ville« am Dorfplatz bietet Logis und Kneipe in einem, 50 Mark sind okay, trotz Flurklo und abblätternden Tapeten. Eine paar Männer betrachten vom Kneipentresen unsere Ankunft. Hinter ihnen an den Wänden eine schmuddelige, altrosa Holzverkleidung, davor ein abgetretener brauner Fliesenboden, von ein paar staubigen Lampen fahl beleuchtet. Wir fragen nach einem Stellplatz für den Bus, da die Ardèche-Region nicht unbedingt als der Kronjuwelen-Safe in Sachen Diebstahlsicherheit gilt. Wir sollten ihn einfach mit der Hecktür zur Wand parken, lautet ihr Rat, dann könnte auch nichts ´rausgeklaut werden. Nicht gerade ein besonders ausgetüftelter Plan und ungefähr so bruchsicher wie das Klappenschlößchen an meinem Porzellansparschwein, aber wir haben keine Wahl. Man betrachtet interessiert das Rangiermanöver und die teuren Motorräder hinter den Autofenstern. Vermutlich hat die Ortsgang schon den ersten Tip gekriegt. Auf dem Dorfplatz lungern ein paar Halbwüchsige mit Mofas und Kofferradios unter den kahlen Platanen herum, leise Technoklänge dringen herüber, gelegentlich röhrt noch ein Auto vorbei, sonst ist es still. Die flackernde Neonreklame am fast leeren Pub 95 ist bald die einzige Belebung dieser Dezembernacht. Am nächsten Morgen dudeln in der Kneipe unten bereits französische Schlager aus dem Radio, die Kaffeemaschine fabriziert rauschend duftenden Café au Lait, und der Transporter parkt unversehrt vor dem Haus. Die Testkollegen schaukeln weiter nach Spanien, ich mache mich auf den Weg nach Vallon, am Ende der Ardèche-Schlucht. Schon hinter dem Ortsschild umfängt mich das Farbenspiel des provencialischen Winters: die abgeernteten Lavendelfelder, die kahlen Platanen, die vertrockneten Wiesen, Gestrüpp, Häuser, ja sogar der Asphalt varieren wie der Kleiderschrank eines Bahnpensionärs den immergleichen Grundton in Grau-Braun. Einzig das Verkleidungsoberteil der VTR bringt Abwechslung ins Blickfeld. Immerhin. Doch über allem liegt dieses Licht, sonderbar blau, wie es nur die Provence im Winter zustande bringt. Bald taucht das helle Kalkplateau der Schlucht auf, geradezu farbenfroh von immergrünen Büschen stachelig überzogen, und dann windet sich der Fluß in einer fast kreisrunden, dunkelgrünen Schleife Hunderte von Metern unter mir. Keine Boote, keine Motorräder, nur ein paar krächzende Dohlen und Tauben. In Vallon verteilen sich eine Handvoll Wohnwagen auf einem Campingplatz, ansonsten ist es so still wie am Südpol nach Amundsens Durchmarsch. Entsprechend ungestört kann ich die unglaublichen Kurven der Schlucht erleben, fast vergessene Schräglagengefühle und die motivierende Power der großen Maschine genießen. 48 Kilometer lang genußvolles Öffnen und Schließen der Gasschieber, PS im Überfluß, die mich schier schwerelos von Biegung zu Biegung, von Kurve zu Kurve geleiten. Genial! Was für ein Morgen. Die nordeuropäische Winterstarre verfliegt zusehends, aufgetaut von sanfter Sonnenwärme, die durch Leder und Fleece zu mir hindurchdringt. Ich lasse mich weiter in Richtung Nimes treiben, in den quirligen Sog der mediterranen Stadt, die den ungwöhnlich warmen Wintertag genauso zu genießen scheint wie ich. In den Straßencafés rund um das römische Amphitheather herrscht Hochbetrieb, jeder Sonnenplatz ist belegt. Danach beginnt das Languedoc mit seinen kargen, langen Stränden, den Ölraffinerien und den weiten Lagunen. Ein paar jugendliche Rollerfahrer üben Kunststücke am Strand, eiserner Kampf gegen die Langeweile des Winters. Mittendrin liegt die Hafenstadt Sète. Auf einer schmalen Nehrung und fast komplett vom Wasser umspült, scheint sie nur aus Hafen, Molen und Kneipen zu bestehen. Fischkutter laufen ein, bunte Netze und Taue stapeln sich auf den Kais. Es riecht nach Meer und Sumpf und den Dieselmotoren der steinalten Peugeots und Renaults, die hier noch die Gassen entlangschreddern. Hinter den Autoscheiben dunkle Gesichter - Sete ist der Brückenkopf nach Afrika. Ungezählte, die hier voller Hoffnung gelandet und schließlich ernüchtert hängengeblieben sind. Am Kai löst gerade die »Marrakesch« die Leinen, die Fähre nach Marokko. Ich visiere Port-Leucate als Übernachtungsziel an. Ebenfalls hübsch auf einer Nehrung gelegen, hoffe ich dort auf zumindest ein offenes Hotel. Doch schon von Ferne sieht der Ort sonderbar aus, die Häuser in Komplexen zusammengefaßt, nur fahl von Straßenlaternen erhellt. Beim Näherkommen zweigen statt Straßen nur die Wegweiser zu Residencen ab, Hawaii I, Hawaii II, Straßennamen fehlen ganz. Irritiert rolle ich weiter, bis ich es schließlich kapiere: Port-Leucate ist eine Retortenstadt. Eine dieser vor wenigen Jahrzehnten aus dem Boden gestampften Ferienstädte, nur während der Badesaison von Touristen bewohnt. Und jetzt im Winter genauso tot und seelenlos, wie im Sommer ihre Wintersport-Pendants in Savoyen. Ich begegne keinem einzigen Menschen, es ist unheimlich und entsetzlich zugleich. Das Novotel in Perpignan bietet schließlich Asyl, wirkt nach dem Erlebnis so vertrauensvoll wie der Michel im Hamburger Hafen. Am nächsten Morgen sind die Pyrenäen schon zu sehen, die Gipfel weiß verschneit. Der Blick macht klar, daß die Route nicht allzu hoch verlaufen darf. Über ein winziges Sträßchen taste ich mich in die Küstenausläufer hinauf. Über Nacht scheinen sich die Farben verändert zu haben. Statt Grau nun intensive Töne, leuchtendes Wiesengrün, Gelb von lodernden Ginsterbüschen und mehr Blau, als das Auge verkraften kann, Himmel und Meer bieten volles Programm. Fliegen summen in der warmen Luft, Vögel zwitschern, Gewürze duften undefinierbar. Die Überziehjacke wandert in den Rucksack, Leder reicht nun locker aus. Durch lichte Oliven- und Korkeichenwälder schraubt sich die kleine Straße auf 662 Meter hinauf, Weinberge ziehen sich über die unteren Berghänge, kleine Festungen und Wachtürme thronen auf den Hügelkuppen. Die spanische Grenze ist nicht mehr weit. Die Straße ist jetzt nur noch Autobreit, und die Tausender will behutsam durch die geröllbedeckten Kehren dirigiert werden. In tieferen Lagen bearbeiten ein paar Bauern ihre Weinstöcke, sonst ist kaum jemand unterwegs. Als ich bei Banyuls wieder auf die Küstenstraße treffe, beginnt geradezu eine Sportarena. Breite, scharfe Kurven, übersichtlich und schnell, Asphalt mit perfektem Grip. Jeder Sinn für Landschaft ist dahin, reduziert wie bei Mika Häkkinen in der zweiten Runde von Suzuka. Dabei muß es hier traumhaft schön sein, wie ein gelegentlicher Blick über die Leitplanke verrät, rot und steil ragt die Küste aus dem Meer, viel zu interessant, um bessenen vorbeizufegen. Doch Blick und Reifen saugen sich geradezu an der Strecke fest, tasten Asphalt und Kurvenradien ab, registrieren Splittsteinchen, gelegentlichen Gegenverkehr, Reisebusse auf der Mittellinie. Gasgeben, Anbremsen, Umlegen, durch die Kurve gleiten, Davonjagen zur nächsten Kehre. Fahren in seiner schönsten Form, egal, wer das mal so gesagt hat, jetzt trifft es zu. Dann ist die Grenze da, ein leeres Zollhäuschen am höchsten Punkt der Strecke. Drüben in Spanien geht es genauso atemberaubend hinab, bis endlich Portbou dem wilden Treiben ein Ende setzt. Ein kleiner, stimmungsvoller Küstenort, mit hohen, schlanken Häusern um eine tiefblaue Bucht, in der die Möwen per Sturzflug Fischjagd betreiben. Aufatmend sinke ich in den Stuhl eines Straßencafés, erschöpft und erfüllt zugleich, von einer gewaltigen Strecke, von der ich nichts anderes gesehen habe als das Zollhäuschen und den Asphalt. Doch manche Straßen sind es einfach wert. Die spanischen Musikklänge aus der Kneipe reißen mich irgendwann aus meinem Dösen, ich sollte vor der Dunkelheit noch etwas fahren. Wenigstens mal bis Cadaqués. Cadaqués ist nicht irgendein Dorf oder gar profanes Touri-Spanien, oh nein, Cadaqués ist etwas Besonderes. Ein Künstlerdorf. Immerhin steht hier irgendwo ein weltberühmtes Osterei auf einem Dach. Das Erbe des Malers Salvatore Dali, der bis zu seinem Tod hier lebte. Doch eigentlich scheinen hier alle Passanten Erben des Weltklasse-Malers zu sein, selbst geradezu Design-Kunstwerke, mit Pferdeschwänzen, Pluderhosen, kunstvollen Umhängetaschen und teuren Brillen. Nur sehen sie eher deutsch als spanisch aus. Das tun hier allenfalls die Kids auf dem Dorfplatz oder der dunkelhaarige Mittdreißiger, der im Café so nebenbei eine Klassik-Partitur durchliest, als wäre es der Zaragoza-Kurier. Vielleicht ist es Frank Zappa. Ich halte mich Richtung Figueras. Die duftende Vegetation wird nun von Möbel- und Zementwerken abgelöst, von Spielzeug- und Porzellanfabriken. Hier scheint der ganze Mist hergestellt zu werden, der anschließend an der Küste den Touristen verscherbelt wird. In Figueras törnen verstopfte Straßen und trostlose Bauten derat ab, daß ich lieber 295 Peseten in die Hand eines Mautkassieres zähle und ohne Umwege nach Gerona fahre. Wie der Stern zu Bethlehem leuchtet die angestrahlte Kathedrale der alten katalanischen Stadt den Weg. Am nächsten Morgen mache ich einen langen Streifzug durch die Altstadt, klettere über steile Treppen, fahre durch lichtlose Gassen, in denen die hohen, schmalen Häuser oben schier zusammenzustoßen scheinen. Alte Frauen, Wäscheleinen und trällernde Kanarienvögel bilden auf gerade handtuchbreiten Balkonen eine traute Eintracht, während unten aus düsteren Kneipen rauhe Stimmen und Schwaden abgestandenen Bier- und Zigarettendunstes dringen. Irgendwo streckt einer seinen Kopf aus der Tür, große Motorräder sind selten hier. Ein letzter Kaffee noch, dann mache mich auf den Weg zur Costa Brava. Mit etwas mulmigem Gefühl, denn dieser hochdramatische Felsküstenabschnitt hat in den 60er Jahren die Speerspitze des anrollenden Touristenheers abgefangen und sich mit entsprechend brachialen Hotelburgen zur Wehr gesetzt. Palafrugell schießt denn auch gleich eine volle Breitseite ab. Die mehrere Kilometer lange Sandbucht ist komplett mit bis zu 18stöckigen Hotelhochhäusern zubetoniert. Davor eine künstliche Promenade, auf der die Palmen zusammen mit stillos gepolsterten Straßencafé-Stühlen ein trostloses Spalier bilden. Ein zerissenes Plakat wirbt irgendwo noch halbherzig für einen Nachtclub. Die Costa Brava machte Karriere als Fluchtburg der deutschen Dorfjugend, der spoilerbewehrten Mantas und der schnellen Kompaktklasse mit Recklinghäuser Nummernschild. Nach Tossa und Lloret fuhr man, um endlich mal rauszukommen. Das Mallorca des Festlandes quasi. Vor allem in Lloret war die ganz große Nummer angesagt, Sonnenbraten bis zur Vollschwärze, Nächte ohne Ende und vier Wochen endlich mal anders als zu Hause sein. Vier Wochen ohne Schichtklingel, Friseursalon und Zwei-Zimmer-Küche-Bad-Alltag. Nachdenklich rolle ich auf der Küstenstraße nach Süden weiter, Tossa ist nicht mehr weit. Duftende Pinien und roter Granit säumen die kantige Küste. Hunderte von Metern unter mir leuchtet geradezu karibisch Türkisgrün das Meer in kleinen Sandbuchten zwischen den Klippen. Ein paar Segelschiffe ziehen am Horizont ihre Bahn, Möven kreisen über dem Wasser, keine Reisebusse, keine Touristen, kein Lärm. Nur um die Hotels komme ich nicht herum, sie stehen in den romantischsten Buchten und an den schönsten Stränden. Das Dilemma nicht nur der Costa Brava, sondern der ganzen spanischen Mittelmeerküste bis hinab zur Costa del Sol. Doch vermutlich lebt die halbe spanische Bevölkerung davon. Im letzten Licht rolle ich nach Tossa, das wohl früher einmal wunderschön in seine Bucht geschmiegt lag, von einer kleinen Festung am äußeren Ende bewacht. Jetzt dominieren auch hier die Hotels. Aber es ist trotzdem schön, stelle ich überrascht fest, irgendwie natürlich, Boote und Häuser werden gestrichen, am Strand Fußball gespielt und die wenigen offenen Lokale zwischen Einheimischen und Touristen redlich geteilt. Wenn man die Augen ein wenig zukneift, um nicht alles so genau zu sehen, ist es fast so schön, wie es vermutlich vor dem großen Boom einmal war. Die Sonne verschwindet allmählich, noch ein paar Stunden, und ich werde in Tortosa sein, wo Jörg mit dem Transporter wartet. Was für eine Flucht. Fünf Tage einfach weg, gerade mal xxx Mark für Sprit, Essen und vier Übernachtungen gezahlt und xxxx Kilometer herrlicher Motorrad gefahren als manchmal in einem ganzen Sommer. Und vermutlich ein schöneres Spanien gesehen als in Jahrzehnten.
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info (Archivversion)

Wer das Motorrad noch angemeldet hat und ein paar Tage Kurvenspaß genießen möchte, dem sei ein Kurztrip nach Südwesteuropa empfohlen. Dank günstiger Klimaverhältnisse ist oft bereits im südlichen Rhonetal mit angenehmen Temperaturen zu rechnen. Nachstehend alle nötigen Informationen über Motorradtransporte, Schlechtwetterprohylaxe und die besten Strecken.
Anreise: Im Winter gibt es gar keine Alternative - der klimatisch moderateste Weg nach Südfrankreich führt durch das Rhonetal. Dorthin gelangt man am schnellsten über den Grenzübergang Mulhouse bei Basel, die A 36 bis Chalon/Dijon und dann über Lyon entlang der Rhone auf der A 6 bis zur Ausfahrt Montelimar (siehe auch Kasten »Winter-Anreise«). Die Strecke: Ob die beschriebene Route komplett befahrbar ist, läßt sich nicht vorhersagen. Sollte es in der Ardèche-Region noch zu kalt sein oder regnen, empfiehlt es sich, auf der Autobahn A 9 oder den Rue National N 86, 113 und 9 weiterzufahren und direkten Kurs auf die südlichen Pyrenäen zu nehmen. Sie sind eine deutliche Klimascheide, und spätestens danach bietet das Wetter durchgängig gute bis perfekte Bedingungen zum Motorradfahren.Klima: Der Winter in der Provence ist wechselhaft und von unvorhersehbarer Bandbreite. So können warme 15 Grad möglich sein, aber auch Temperaturen um den Gefrierpunkt. In den Gebirgsregionen schneit es dann sogar. Der Einstieg bei Montelimar ist daher der kritische Punkt der Route. Doch auch wer erst weiter südlich in den Sattel steigt, sollte gegen Kälte gut gerüstet sein. Thermo-Unterwäsche, Fleece-Pullover, dicke Handschuhe und sicherheitshalber auch eine Thermokombi zum Drüberziehen gehören ins Gepäck. Grundsätzlich sollte sich die Planung einer Wintertour unbedingt an den Wetterprognosen orientieren. Ein Tiefdruckgebiet mit seiner meist feuchten Kälte ist im Winter auch im milden Süden kein Spaß, während eine Hochdruckwetterlage der Sonne beste Chancen zum Wärmen gibt und trockene Strecken garantiert. Achtung: Bei Frostnächten kann sich vor allem in der Ardèche-Region gefährlich glatter Rauhreif auf der Fahrbahn bilden, der sich im Schatten mitunter bis in den späten Vormittag hält. Übernachten: Die Quartiersuche ist im Winter etwas aufwendiger, da viele Hotels nur im Sommer geöffnet haben. Hier können die Fremdenverkehrsbüros der Länder weiterhelfen, Erkundigungen vor Ort oder in Frankreich das überaus nützliche Verzeichnis von »Logis de France«, einem Verband privater und meist preiswerter, ortstypischer Zwei- bis Drei-Sterne-Gasthöfe mit Restaurants. Darin findet sich fast für jedes Dorf des Landes eine Adresse inklusive Öffnungszeiten. Erhältlich beim Fremdenverkehrsamt für 29 Mark (siehe auch Information und Sicherheit). Sicherheit: Ein Wermutstropfen bei Südfrankreichtouren ist die hohe Zahl von Motorraddiebstählen. Deshalb sollte in Hotel unbedingt nach einer Parkmöglichkeit im Hof oder einer Garage gefragt werden. In vielen Fällen ist eine Unterstellmöglichkeit vorhanden und wird oft sogar von selbst angeboten. Hier sind große Hotelketten wie beispielsweise Climat oder Novotel vorteilhaft, da dort fast immer Tiefgaragenplätze für rund zehn Mark vermietet werden. Infos und Verzeichnisse gibt es über die Fremdenverkehrsämter.Informationen: Alle wichtigen Informationen sowie Hotelverzeichnisse erhält man über die Fremdenverkehrsämter der beiden Länder: Französisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 100128 in 60001 Frankfurt/M, Telefon 0190/570025. Spanisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 15 19 40, in 80051 München, Telefon 089/5389075, Fax 5328680 (weitere Büros in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin). Literatur: Ein übergreifendes Werk über die ganze Strecke gibt es nicht, es müssen die Informationen aus Reiseführern über die einzelnen Länder und Regionen zusammengesucht werden. Wer nicht allzu tief schürfen, sondern sich eher Anregungen für die Reiseroute holen will, ist mit den beiden HB-Bildatlanten Provence und Costa Brava für je 14,80 Mark gut bedient. Wer mehr wissen möchte, greife zu dem Südfrankreich-Band aus dem Michael Müller Verlag für xxx Mark, der viele Informationen und auch Übernachtungstips für das gesamte Streckengebiet in Frankreich gibt. Für den spanischen Teil der Strecke leistet dies das Werk xxxxxxxxxxxx. Karten: In Frankreich kommt das 1:200 000er Michelin-Großblatt 240, Languedoc/Roussillon zum Einsatz, in Spanien das trotz relativ großen Maßstabs 1:400 000 empfehlenswerte Michelin-Blatt 443, Nordost-Spanien.Zeitaufwand: Drei Tage Gefahrene Strecke: zirka 650 Kilometer

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