Wirtschaft (Archivversion)

Chinas Wachstumsraten sind der Neid der ganzen Welt. Seit Ablösung der Planwirtschaft durch die »sozialistische Marktwirtschaft« im Jahr 1992 unter Staatsoberhaupt Deng Xiaoping entwickelt sich das Reich der Mitte zum Wirtschaftswunderland. Mit einer Billion Dollar verfügt die Volksrepublik über die höchsten Devisenreserven unter der Sonne, und Experten gehen davon aus, dass China bereits 2008 Exportweltmeister wird. Das Groteske daran: Viele Staatsangehörige haben rein gar nichts davon. Laut Weltbank wächst die Kluft zwischen arm und reich in keinem Land so schnell, und während in Hongkong oder Shanghai die Millionen fließen, müssen die Menschen in den ländlichen Gebieten oft mit 20 US-Dollar pro Monat aus­-kommen. Auch in Xinjiang. Geradezu absurd angesichts der riesigen Gas- und Ölvorkommen unterm Wüstenboden der Taklamakan, die Pekings Interesse, die Autonomie im Zaum zu halten, mehr als unterstreichen.
Zehn Millionen Euro pro Kilometer ließ man sich die Erschließung der Taklamakan durch den Bau des 520 Kilometer langen Tarim Highway kosten. Nur ein aufwendig bewässertes Pflanzensystem kann die Trasse vor den wandernden Sicheldünen schützen. Das nächste Großprojekt zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Xinjiang ist der von China finan­-zierte Bau eines Exporthafens im pakistanischen Gwadar.

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