Wüsten der Erde Teil 1: Arabien, Asien, Australien (Archivversion) INFOS

Fernreisen üben einen ganz besonderen Reiz aus. Die Planung eines solchen Projekts kann dagegen abschreckend wirken. Ein paar Tipps aus dem so genannten Nähkästchen des Profis können die ersten organisatorischen Schritte erleichtern.

D Dokumente
Reisen in die im Text beschriebenen Regionen verlangen nach einer aufwändigen Vorbereitung, wobei die Beschaffung sämtlicher Visa beispielsweise für die zentralasiatischen
Länder dabei noch das geringste Problem
darstellt: sämtliche Einreiseerlaubnisse (Infos dazu unter www.auswaertiges-amt.de) können beispielsweise bei der Visum-Centrale in
Berlin beantragt werden. Pro Stempel werden dort ab 18 Euro verlangt. Infos unter Telefon 030/230959110; www.visum-centrale.de.
Die Einreise mit einem eigenen Fahrzeug nach China und Tibet gestaltet sich wesentlich schwieriger. Vorgeschrieben sind ein chinesischer Führerschein, eine chinesische Fahrzeugzulassung plus Kennzeichen sowie ein staatlich anerkannter Führer. Dazu muss man sich an die chinesischen Mitarbeiter vom
China International Travel Service (CITS) wenden, die über das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China zu erreichen sind, Telefon 069/520135. Weitere, unzählige Reiseinfos und Links finden sich im Internet, wenn man den Begriff »China Reisen« in eine Suchmaschine eingibt. Der eine oder andere Motorrad-Traveler hat es allerdings geschafft, in das Reich der Mitte auch gänzlich ohne
Visum und Begleitung vorzudringen. Zuletzt ist dies zwei Jungs aus Wildau gelungen, die auf ihren XTs entlang einer äußerst abenteuerlichen Route ein Jahr lang bis Shanghai und zurück gefahren sind (www.lomo-expedition.de). Der Behördenkram für Australien ist dagegen kaum der Rede wert: Einen Antrag
für das Visum gibt es in jedem Reisebüro.
D Motorradtransport
Sämtliche Länder Zentralasiens sowie Pakistan und China sind im Prinzip (und bei genügend Zeit!) über den Landweg zu erreichen. Wie gesagt – im Prinzip. Bei weniger Zeit muss man sein Motorrad ins gewünschte
Zielgebiet verschicken – ein guter Startpunkt für eine Reise durch diesen Teil der Welt
ist zum Beispiel Almaty in Kasachstan. Leider sind entsprechende Transporte per Bahn
praktisch eingestellt worden. Um Luftfracht führt also kein Weg herum. Infos: Bikeworld Travel (Telefon 05231/580262; www.bikeworld-travel.de) oder GS-Sportreisen (Telefon 089/27818484; www.gs-sportreisen.de).
Beide Unternehmen verfrachten ein Motorrad
natürlich auch nach Australien (und in den Rest der Welt). Seefracht ist oftmals eine Alternative, obwohl nicht immer günstiger
und manchmal deutlich komplizierter als der
Luftweg. Infos: MBS-Sea-Cargo (Telefon 02203/933842, auch Lufttransporte) oder
die Reiseagentur Hamburg-Süd (Telefon 040/37052593).

D literatur
Wer eine Fernreise plant, sollte unbedingt
einen Blick in die »Selbstreise-Handbücher« der Deutschen Zentrale für Globetrotter aus dem Peter Meyer Verlag (www.petermeyerverlag.de) werfen. »Band 1: Zur Reisevorbereitung« (535 Seiten, 14,95 Euro) beschäftigt sich sehr ausführlich und äußerst praxis-orientiert mit allem, was im Vorfeld zu erledigen ist, während »Band 2: Für unterwegs« (256 Seiten, 12,95 Euro) jede Menge praktische Tipps für Schwierigkeiten während
der Tour bereithält.
D sicherheit
Als Michael Martin und Elke Wallner 1999
zum ersten Abschnitt ihrer Reise in die arabische Welt und nach Zentralasien aufbrachen, war der Erdball in Sachen Sicherheit ein anderer. Inzwischen haben entführte Touristen im Jemen, in der Sahara und im Iran, Bombenanschläge auf Djerba, Malaysia oder im usbekischen Taschkent (Juli 2004) und nicht zuletzt die generell politisch äußerst instabile Lage im Nahen und Mittleren Osten nicht wenige Reisefans von Trips in diese Regionen abgeschreckt. Zudem warnt das Auswärtige Amt der Bundesregierung (www.auswaertiges-amt.de) explizit vor Reisen in mehrere arabische und zentralasiatische Länder (Usbekistan, einige Gebiete in Kirgisistan und im Iran sowie Pakistan). Hier haben religiös motivierte Auseinander-setzungen und Überfälle sowie gezielte Anschläge auf westliche Ausländer und Einrichtungen im Hintergrund der US-Operationen in Afghanistan stark zugenommen. Reisen ist in diesen Ländern inzwischen leider mit einem unkalkulierbaren Risiko verbunden, und man sollte sich zu Beginn des Trips ausführlich
erkundigen, wie die momentane Situation aussieht. Brauchbare Infos finden sich in der
Regel in den entsprechenden Internet-Foren: www.sahara-forum.de, www.sahara-info.ch oder www.horizonsunlimited.com. Reiseprofi Michael Martin empfindet die augenblickliche Situation nicht als überaus bedrohlich – er würde heute wieder die gleiche Route wie zu Beginn seines Wüsten-Projekts wählen: »Wir begegneten auf unseren Reisen in arabischen Ländern immer nur Menschen, die mit militantem Fundamentalismus wirklich nichts im Sinn hatten. Die Gastfreundschaft ist diesen Völkern absolut heilig. Man sollte aus den Medienberichten keine falschen oder vorschnellen Schlüsse ziehen.“

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