Xinjiang (Archivversion)

1,3 Milliarden Menschen zählt die Volksrepublik China, 19 Millionen von ihnen leben in der autonomen Provinz Xinjiang – ehemals Ost-Turkestan. 1949 wurde es annektiert und sechs Jahre später nach sowjetischem Maßstab zum »Gebiet für nationale Minderheiten« erklärt. Mit über 17 Prozent Anteil an der Gesamtfläche des Landes ist Xinjiang die größte der 33 chinesischen Pro­-vinzen. Und eine der schönsten, sagt man. Im Westen gelegen, grenzt sie ans »Dach der Welt« und vereint die eisigsten Höhen mit dem tiefsten, heißesten Punkt des Reichs der Mitte. Innerchinesisch grenzt Xinjiang an Tibet, mit dem es das Schicksal der Zwangsbesiedelung durch »ethnische« Chinesen (Han), teilt. Deren Anteil an der Bevölkerung wuchs seit 1949 von knapp vier auf über 40 Prozent. Neben ihnen treffen in der Autonomie 46 »Minderheiten« aufeinander, wobei die moslemischen Uiguren mit 45 Prozent Bevölkerungsanteil die größte Gruppe stellen. Seit dem 11. September 2001 steht Xinjiang verstärkt unter der politischen Kontrolle Pekings. Unter dem Vorwand der weltweiten Terrorbekämpfung werden die uigurischen Unabhängigkeitsbestrebungen rigoros unterdrückt. Durch den Bestseller »Himmelsstürmerin« der Menschenrechtlerin Rebiya Kadeer, Chinas Staatsfeindin Nummer 1, drang die Problematik der Provinz in größerem Stil an die Weltöffentlichkeit.

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