Beinbruch für Bradl (Archivversion)

Grand Prix Compact

Für viel Aufregung sorgten die Vorkommnisse rund um das 125er-Rennen in Sepang.

Riesenpech für Stefan Bradl: Der
16-jährige bayerische KTM-Junior wurde unmittelbar nach dem Warm-up
am Sonntagmorgen von hinten abgeschossen und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels sowie eine tiefe Fleischwunde. Bradl hatte sich auf der Gegen-
geraden der Sepang-Strecke für einen Startversuch aufgestellt und wurde mit voller Wucht von dem französischen Malaguti-
Piloten Alexis Masbou torpediert, der
ebenfalls einen Start exerzierte, dabei aber
einen weiteren Fahrer seitlich neben sich ins Visier genommen hatte und Bradl schlicht nicht bemerkte. Während Masbou wegen gefährlicher Fahrweise beim Rennen zuschauen musste, wurde Bradl noch an der Renn-strecke genäht und eingegipst.
Der zweite Schocker ereignete sich in der zweiten Rennrunde: Mattia Pasini stürzte ausgangs der Zielkurve, seine Aprilia blieb mitten auf der Fahrbahn liegen. Während eine Hand voll Piloten kunstvoll um das Wrack herum navigierte, sah der Italiener Andrea Iannone das Hindernis zu spät
und setzte mitsamt seiner Aprilia zu einem Furcht erregenden Vorwärtssalto an.
Mit einem angeknacksten Lendenwirbel kam er bei seiner Bruchlandung auf dem
Gesäß noch glimpflich davon.
Dass das Rennen danach abgebrochen
und neu gestartet wurde, war nicht nur zum Vorteil Pasinis, sondern auch von Sandro Cortese: Der Schwabe war nämlich ebenfalls in der zweiten Runde gestürzt, durfte sich aber ebenso wie Pasini zum Neustart einreihen, weil dafür die Reihenfolge nach der ersten Runde den Ausschlag gab.
Während Cortese 17. wurde, zeigte sich WM-Leader Alvaro Bautista völlig unbe-
eindruckt von dem ganzen Tohuwabohu:
Beim ersten wie beim zweiten Start ergriff er alsbald die Führung und fuhr seinen Verfolgern davon. Am Ende gewann er locker mit 3,5 Sekunden Vorsprung und hat nun Chancen, bereits beim Australien-Grand-Prix (17. September) zum neuen Weltmeister gekrönt zu werden. fk
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MotoGP-Tests ohne Kawasaki (Archivversion)

Der kleinste japanische Motorradhersteller hat Probleme
bei der Entwicklung seines MotoGP-Triebwerks.
Bei den Tests der neuen 800-cm3-MotoGP-Maschinen für die Saison 2007, die im Anschluss an den Japan-Grand-Prix in Motegi am 24. September stattfinden, sind alle japanischen Werke vertreten – nur Kawasaki nicht. Weil
der neue Motor zwar 18500/min drehen muss, um die nötige Leistung zu generieren, in diesen Regionen aber häufig kollabiert und die Ingenieure immer noch nach Wegen forschen, diese Motorschäden
zu vermeiden, wurden die Probefahrten kurzfristig abgeblasen.
Probleme hat Kawasaki freilich auch am Verhandlungstisch: Der weitgehend
entmachtete Harald Eckl, der seine Zeit
als Teamchef noch bis Ende 2007 absitzt, versucht derzeit, seine Techniker-Mannschaft mit Zwei-Jahres-Verträgen an sich zu binden. Auf diese Weise will Eckl die gesamte Besatzung mitnehmen, wenn er nächstes Jahr von Bord geht, um – sofern alles nach Plan verläuft – mit dem Ilmor-Team in die Zukunft zu segeln.
Dass Eckl zweigleisig plant, ist längst
ein offenes Geheimnis, auch wenn er
sich vorsichtshalber aus einem frühen Schnappschuss der Ilmor-Maschine
retuschieren ließ, bevor das Foto in der Presse veröffentlicht wurde. Jetzt steuert Kawasaki gegen Eckls Planungseifer – und entsandte den hochrangigen Marketing-Manager Ted Tsuge zu einer ersten Krisensitzung nach Malaysia. fk

Der Rockstar (Archivversion)

Viertelliter-WM-Aspsirant Jorge Lorenzo bleibt derzeit das Glück so treu wie dem deutschen Kiefer-Team das Pech.
Passend zum 40. Geburtstag seines Managers
und Teamchefs Dani Amatriain landete Jorge
Lorenzo im Wettbewerb der 250er-Klasse seinen
siebten Saisonsieg. Vor Begeisterung parkte er seine
Fortuna-Aprilia nach dem Zielstrich am Streckenrand und begann, Luftgitarre zu spielen und in nicht vor-handene Saiten zu greifen.
Weniger glücklich war sein Teamkollege Hector Barberá. Aus der Pole Position gestartet, fiel er zunächst weit zurück, gab dann zu viel Gas und stürzte noch in der ersten Runde.
Auch das deutsche Kiefer-Aprilia-Team hatte am
Ende außer Spesen wenig vorzuweisen. Dirk Heidolf hatte sich schon an die 13. Stelle vorgekämpft, als ein
defektes Zündkabel weiterem Vorwärtsdrang ein unrühmliches Ende setzte. Teamkollege Anthony West, zunächst nicht qualifiziert, wegen des ins Wasser
gefallenen Abschlusstrainings am Ende aber doch zum Start zugelassen, riskierte bei seiner Aufholjagd zu viel und stürzte in der zweiten Runde. Immerhin klaubte der Australier sein Motorrad wieder auf, fuhr dem weit entrückten Feld hinterher – und wurde schließlich als 15. noch mit einem WM-Punkt belohnt. fk

Cup der Kleinsten (Archivversion)

In Valencia wurden die 20 Red-Bull-Rookies-Piloten für 2007 ausgewählt.
Nach drei heißen Tagen in Valencia und
fast einwöchiger Beratung der Jury stand es fest: Neben 17 weiteren Jugendlichen werden auch drei Deutsche beim Red-Bull-Rookies-Cup 2007 an den Start gehen. Lucy Glöckner, 16, aus Krumhermersdorf überstand die Selektion als einziges Mädel, außerdem werden Christoph Schönberger (16/Deggendorf) und Markus Reiterberger (12/Obing, im Bild) mit von der Partie sein. Bei sieben Grand Prix starten die Nachwuchs-Stars nächstes Jahr im Rahmenprogramm und sollen so auf eine Motorradsportkarriere vorbereitet werden. Sponsor Red Bull, der GP-Vermarkter Dorna und Motorradhersteller KTM hatten die Aktion Anfang des Jahres ins Leben gerufen, rund 1100 Rossis in spe schickten ihre Bewerbung, 210 wurden
zum Selektionstermin nach Valencia geladen, wo sich schließlich 165 Junioren der Bewertung durch eine Expertenjury stellten. Die drei deutschen Rookies stammen ausnahmslos aus
den Nachwuchsprogrammen des ADAC. abs

Die Piste (Archivversion)

Die moderne Piste in Sepang hat einfach alles zu bieten: schnelle Kurven, sehr langsame Ecken, zwei Geraden –
und bisweilen Wetterüberraschungen. Das MotoGP-Qualifying und das zweite 250er-Zeittraining mussten am Samstag wegen sintflutartiger Regenfälle abgesagt werden.

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