Grand Prix auf dem Sachsenring (Archivversion)

Dani mit Sahne

Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa meldete sich in der Gluthitze des Sachsenring-GP mit einem überraschenden Sieg zurück, dem er noch ein Sahnehäubchen verpasste: Seit der Einführung der MotoGP-Viertaktklasse gewann noch nie ein Fahrer im Trockenen mit so großem Vorsprung. Die Favoriten Valentino Rossi und Casey Stoner patzten.

Der Sturz war eigentlich harmlos. Valentino Rossi rutschte übers Vorderrad ins Aus, wobei er den Lenker erst losließ, als sich seine Yamaha im Kiesbett des Sachsenrings einzugraben begann. Nur der verbogene Gasgriff hielt ihn davon ab, die Jagd wieder aufzunehmen und dem entschwindenden Feld der MotoGP-Klasse hinterherzudonnern. Stattdessen schwang er sich mit traurig gesenktem Kopf auf den Soziussitz eines italienischen Fotografen, der ihn mit dem Roller ins Fahrerlager zurückbrachte.
Unnötig war der Sturz eigentlich auch. Zweimal hintereinander hatte Rossi am Sachsenring schon gewonnen, und als er nun aus der zweiten Reihe losfahren musste und dabei auch noch drei Plätze verlor, hatte er es einfach zu eilig, nach vorne zu kommen. An Shinya Nakano und Alex Barros zog er noch relativ mühelos vorbei, doch dann blieb er drei Runden hinter Randy de Puniet stecken, der im Kampf um die eigene Zukunft bei Kawasaki alle Register zog.
»Er hat mich aufgehalten, doch ausgerechnet an den zwei Stellen, an denen man am besten überholen kann, war er sehr schnell«, berichtete Rossi später. Trotzdem fädelte sich der siebenfache Weltmeister wild entschlossen innen neben dem Franzosen ein und zog vorbei, was einen Moment lang wie ein besonders gekonntes Manöver aussah. Nur dass er sein Motorrad dabei derart in Schräglage zwang, dass der Vorderreifen schlicht keine Auflagefläche mehr hatte und über die Laufflächenkante wegrubbelte.
Es sprach Bände, dass sich Rossi an keinem der ganz Großen wie Stoner oder Pedrosa, sondern einem Mittelklässler die Zähne ausbiss. Anders als in früheren Jahren, wo sich der Superstar auf einen einzigen Gegner wie Max Biaggi oder
Sete Gibernau einschießen konnte und die Rivalen mit der eiskalten Fehlerlosigkeit eines Profikillers ins Visier nahm, kommen die Kontrahenten nun aus allen Richtungen, mit Motorrädern, die immer leichter zu fahren sind und dank der rasanten technischen Entwicklung auch immer noch schneller werden. War zunächst allein Ducati so drückend überlegen, haben Kawasaki und Suzuki inzwischen derart gewaltig nachgerüstet, dass die Yamaha in Sachen Speed ins Hinterfeld absackte und Valentino Rossi ständig übers Limit gehen muss, um den hohen Ansprüchen seines Teams, seiner Fans und seinen eigenen gerecht zu werden.
Der Druck auf den Außerirdischen wächst, und deshalb schleichen sich einfach ganz menschliche Fehler ein. »Stell
dir einen Büroangestellten vor, der gleich morgens von seinem Chef an der Gurgel gepackt wird. So fühle ich mich bereits am Freitag, wenn ich zum ersten Training in den Sattel steige«, machte Rossi einem italienischen Journalisten gegenüber seine Zwänge deutlich.
Dazu kam jetzt auch noch Honda.
»Wir brauchen frischen Kampfgeist. Einen Kampfgeist, der jeden elektrisiert, vom Mechaniker bis zum Fahrer, und der am Ende wie ein Funke zu den Fans überspringt«, forderte Masumi Hamane bei seinem Einstand als neuer Direktor der Honda Racing Corporation HRC.
Als habe er nur auf diese Aufforderung gewartet, setzte sich Dani Pedrosa vom Start weg an die Spitze des Felds. Der Spanier geriet nur einmal unter Druck, als sich Casey Stoner mit einem Spätbremsmanöver am Ende der ersten Runde für einen Moment vorbeischieben konnte, doch Pedrosa hatte die Situation sofort wieder unter Kontrolle. Dann machte er sich, Sekunde um Sekunde, aus dem Staub. Bis zum Zieleinlauf brachte er satte 13,1 Sekunden zwischen sich und seinen nächsten Verfolger und türmte den größten Vorsprung eines Siegers in einem Trockenrennen seit Einführung der MotoGP-Viertakter auf.
So anzugreifen, war einesteils Taktik, weil Pedrosa fürchtete, nur bis Rennmitte ausreichend Grip zu haben. Die Reifen,
die auf dem Sachsenring am besten funktionierten, hatten im Training nach 15 Runden selbst auf der Geraden durchzudrehen begonnen. Früh abzuhauen und dann im eigenen Rhythmus weiterzufahren war in dieser Situation das beste Rezept. Pedrosas verwegene Fahrt war allerdings auch ein Befreiungsschlag, mit dem der kleine Spanier den ganzen Frust abschüttelte, der sich in ihm aufgestaut hatte. Ein Jahr und 13 Tage waren seit seinem letzten Sieg in England 2006 ins Land gegangen, in dem große Hoffnungen enttäuscht worden und sein Team trotz aller Versuche, die neue Honda RC 212 V in ein Siegermotorrad zu verwandeln, auf keinen grünen Zweig gekommen war.
Wie stark der eigene Erwartungsdruck in Pedrosa gebrodelt hatte, zeigte sich an der Freude, die bei Rennende aus ihm herausbrach. Pedrosa winkte in das Meer der 101000 Fans, die auf den Tribünen für eine großartige Kulisse sorgten, schrie und lachte auf dem Siegerpodest. »Ich war sehr glücklich und habe sogar ein Wheelie gemacht, um alle etwaigen Zweifel daran zu zerstreuen«, gab er sich so gut gelaunt, wie man ihn noch nie gesehen hatte. Auch damit, den Erfolg seinem Team zu widmen, lag Pedrosa goldrichtig – die Erleichterung war bei allen in der Repsol-Honda-Box zu spüren, bis hin zu Nachbar Nicky Hayden, wo nach dem Podestplatz von Assen abermals ein dritter Rang gefeiert wurde. Bei der Frage nach der
anstehenden Vertragsverlängerung wich Pedrosa jedoch weiterhin aus. »Das Wichtigste ist zunächst einmal dieses Rennen. Die Reifen haben seit Freitag sehr gut funktioniert, vor allem der hintere. Meiner Meinung nach hat Michelin hier einen großen Schritt nach vorn gemacht«, lenkte er ab.
Immerhin, das mit den Michelin-Reifen entsprach den Tatsachen, während die Bridgestone-Piloten mit dem neuen Belag des Sachsenrings ihre liebe Not hatten. So fiel Casey Stoner nach seinem starken Beginn an die fünfte Stelle zurück und konnte sich lediglich damit trösten, seinen WM-Vorsprung wegen des Rossi-Crashs trotzdem weiter ausgebaut zu haben. »Zu Anfang ging noch alles einigermaßen gut. Doch dann begann das Motorrad hinten stärker zu rutschen, zum Rennende hin dann so heftig, dass ich einen Sturz fürchtete«, schilderte der Australier.
Markengefährte Alex Hofmann erlebte das letzte Renndrittel gar »als Rodeoritt«, weil die Pramac-Ducati so heftig auskeilte. Dass der einzige deutsche MotoGP-Pilot den neunten Platz trotzdem als Top-Resultat feiern konnte, hatte vor allem mit seiner rechten Hand zu tun: Am Samstagmorgen der Vorwoche hatte er seine Mountainbikes im BMW-Kombi verstaut und zog sich in genau jenem Moment am Türrahmen ins Freie, in dem sein Begleiter die Tür zuschlug. »Erst gab’s einen Knack und dann zehn Minuten Geschrei«, schilderte Hofmann den Bruch eines Mittelhandknochens, der noch am gleichen Tag in München operiert wurde. Und zwar mit einer Titanplatte und sieben Schrauben – so stabil, dass Hofmann, wenn auch mit Schmerzmitteln, zu seinem Heimspiel antreten konnte. Dass ihm wie vielen anderen irgendwann der Grip verloren ging, war angesichts dieses Umstands von untergeordneter Bedeutung.
Nur ein Bridgestone-Pilot hatte keine Probleme: Loris Capirossi. Während alle anderen zurückfielen, kämpfte er sich ohne jegliche Ermüdungserscheinungen an die zweite Stelle vor und holte im goldrichtigen Moment, inmitten zermürbender Vertragsverhandlungen (siehe Seite 137) den ersten großen Erfolg eines bislang katastrophal verlaufenen Jahrs.
»An mir hat sich gar nichts geändert, ich bin immer noch der Loris Capirossi, der überall Vollgas gibt. Wohl aber am Motorrad: Nach all den positiven Motormodifikationen seit dem Mugello-Grand Prix haben wir nun eine ideale Fahrwerksabstimmung gefunden. Wir haben viel Gewicht nach vorne verlagert, um mir das nötige Vertrauen in den Kurven zu vermitteln. Außerdem wählten wir einen etwas weicheren Hinterreifen als die Kollegen – bei mir hat er perfekt durchgehalten«, strahlte Capirossi. Und fügte hinzu: »Das wichtigste Etappenziel ist erreicht: Ich habe wieder Spaß am Fahren.“
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Deutsche Talente (Archivversion) - Aufsteiger und Absteiger

Am Sachsenring fuhren die deutschen Piloten der 125er- und 250er-Klasse nicht nur um Ruhm und Punkte, sondern auch um die eigene Zukunft. Stefan Kurfiss, Cheftechniker im Team des Finnen Aki Ajo und selbst langjähriger erfolgreicher WM-Privatfahrer, zeigt für MOTORRAD die Perspektiven der einzelnen Fahrer auf.
n Dirk Heidolf, 30 – Aprilia 250, Platz 13: »Mein Start war gut, und bis auf leichtes Chattering in den ersten Runden lief mein Motorrad optimal. Ich war wieder bester Privatfahrer, auch wenn der 13. Platz vielleicht nicht ganz das ist, was sich meine Fans am Sachsenring erhofft haben.«
Kurfiss: »Bring mir einen deutschen 250er-Fahrer, der besser ist. Dirk ist unwahrscheinlich professionell, weiß Geld aufzutreiben und verfügt über ein gewisses Talent. Wenn er seine GP-Karriere be-
endet, wäre er in der Supersport-600-WM bestens aufgehoben. Der Umstieg vom Zwei- auf einen Viertakter ist schnell zu packen. Dort würde ich ihm ständig Plätze zwischen fünf und zehn zutrauen.«
n Toni Wirsing, 17 – Honda 125, nicht am Start: Wegen eines kaum verheilten Fingerbruchs
war schon der Einsatz bei der IDM am Salzburgring eine Woche vor dem Sachsenring-Grand-Prix ein
Flop, Wirsings Wild Card ging deshalb an Eric Hübsch. Trotzdem zog der 17-jährige Nachwuchs-Pilot aus Chemnitz das große Los: Dank glänzender Kontakte
aus seinem Umfeld zu GP-Vermarkter Dorna hat er dem Vernehmen nach einen Startplatz für die 250er-WM 2008 erhalten. Auch Sponsoren sind im motorsportbegeisterten Landkreis Chemnitz relativ leicht zu finden.
Kurfiss: »Dass Wirsing WM fahren soll, ist
eine Riesenüberraschung und zeigt, dass es im
Rennsport nicht immer um Talent, sondern oft auch um die passende Herkunft und die richtigen Verbindungen geht. Ohne die könnte Wirsing
noch fünf Jahre IDM fahren, ohne richtig weiter
zu kommen. Er hat begrenztes Talent und wenig
Ehrgeiz. Die treibende Kraft ist sein Großvater
Rolf Uhlig vom ADAC.«
n Joshua Sommer, 18 – Honda 250, Ausfall: »Am Start war bereits der Schaltautomat kaputt, und dann fiel der Schaltblitz ab. Ich schaltete nach Gefühl, doch als die Wassertemperatur auf 70 Grad anstieg und ein Kolbenklemmer drohte, fuhr ich mit zwei Fingern an der Kupplung an die Box. Schade, jeder Meter auf der 250er zählt für mich. 2008 will ich die komplette WM fahren. Noch fehlen mir vier Sekunden zur Spitze.«
Kurfiss: »Joshua ist zweifelsohne ein Talent. Was ich an ihm bewundere, ist, wie er den schweren Crash mit einer Rückenverletzung letztes Jahr am Sachsenring weggesteckt hat. Kaum war er aus dem Krankenhaus raus, machte er sofort mit einer 250er weiter – ein echter Kämpfer. Auch sein Team macht seine Sache prima und holt das Optimum aus einem Schmalspur-Budget heraus. Manager Dieter Theis kann die Sache gut verkaufen und stößt sicher die richtigen Türen für die Zukunft auf. Technisch hat er allerdings wenig Ahnung, deshalb könnte Joshua noch einen Betreuer brauchen,
der mit ihm auf dem Roller um die Strecke fährt, die richtigen Linien erklärt, sich intensiv mit ihm am Computer hinsetzt und das Motorradfahren
in Perfektion beibringt. Falls er 2008 einen fixen Startplatz kriegt und die Chance auf ein Lehrjahr erhält, traue ich ihm 2009 die Platzierungen zu,
die jetzt Dirk Heidolf einfährt.«
n Sandro Cortese, 17 – Aprilia 125, Platz 7: »Ich hatte einen perfekten Start und habe viele Runden mithalten können. Doch am Schluss hat’s mir gereicht – der Reifen hat wie erwartet stark nachgelassen, und ich wollte kein Sturzrisiko eingehen. Ich hatte einen Puffer von sieben Sekunden und konnte mir den Weg
zu Platz sieben einteilen.«
Kurfiss: »Sandro hat’s geschafft und sich in der Weltelite etabliert. Ich bin überzeugt, dass er bald aufs Podium fahren wird. Mit dem Erfolg kommt Selbstvertrauen, du wächst an dir selbst – eine Spirale, die im Idealfall immer weiter nach oben führt. Dass diese Spirale auch nach unten gehen kann, sah man zu Saisonbeginn, als das Motorrad nicht funktionierte. Doch Techniker Lucas Schmidt hat die Maschine mittlerweile im Griff. Für mich gehört Sandro in die gleiche Kategorie wie Randy Krummenacher und Michi Ranseder. Beide haben sich etabliert, Ranseder fährt beständig in den
Top Ten mit.«
n Stefan Bradl, 17 – Aprilia 125, Platz 13:
»Ich bin einigermaßen zufrieden, vor allem, weil
ich meine Zweikämpfe gewonnen habe und mich am Schluss noch absetzen konnte. Doch vom Start weg
hat mein Schaltautomat nicht funktioniert. Mein
Fuß tut weh wie die Sau, weil ich so viel Druck auf
den Schalthebel ausüben musste. Wenn’s nächstes
Mal funktioniert, sind wieder Top-Ten-Plätze drin.«
Kurfiss: »Ein Riesen-Talent, das seine Chance zweimal weggeschmissen, jetzt aber wieder eine Zukunft vor sich hat. Der Vertrag mit KTM war
wie ein Fünfer mit Zusatzzahl, der Job bei Repsol-Honda sogar ein Sechser im Lotto. Aus damaliger Sicht war es sicher verheerend, dass beide Projekte gescheitert sind. Bei dem Bruch mit KTM konnte man noch ins Feld führen, dass Teamchef Harald Bartol und Stefans Vater Helmut beide einen
Dickschädel haben. Doch dass Stefan die Chance
bei Repsol hingeschmissen hat, war zunächst
völlig unverständlich, zumal er mit Sepp Schlögl und Klaus Beinhofer die richtigen Bezugspersonen hatte. Mit etwas Abstand sind die Vorgänge von damals leichter einzuordnen. Das Modell von
Alberto Puig klappt eben nicht bei jedem. Alle werden dort an Dani Pedrosa gemessen, der durch gnadenlosen Drill nach oben kam, und wer es nicht nach diesem Erfolgsrezept packt, fällt durchs Sieb. Aber bei der heutigen Generation an Kinder-Rennfahrern muss man feinfühliger herausfinden, was die brauchen, und darauf Rücksicht nehmen. Wenn es ohne Bezugspersonen nicht geht, man aber die Väter bei der Arbeit in der Box nicht
gebrauchen kann, dann muss man eben Ersatzaufgaben für sie finden und sie auf diese Weise
integrieren. Jetzt hat Stefan das richtige Umfeld. Ich bin trotzdem gespannt, wie er auf das nächste Tief reagiert, ob er dann die Zähne zusammenbeißt oder wieder das Handtuch wirft. Rein fahrerisch hat er’s absolut drauf, hat sogar mehr Talent als der Vater. Ich traue ihm zu, um den Titel zu
fahren, wenn er es wirklich will.«
n Georg Fröhlich, 19 – Honda 125, Platz 14: »Im mittleren Drehzahlbereich hatte ich weniger
Leistung als Stefan Bradl, außerdem ließen meine Bridgestone-Reifen früher nach. Trotzdem habe ich
im Vergleich zu meinem 19. Platz letztes Jahr eine Steigerung gezeigt und bewiesen, dass ich fahrerisch mit Bradl mithalten kann. Jetzt liegt es an anderen Leuten, etwas zu unternehmen – wir haben Nachwuchs in Deutschland, man muss ihn nur vernünftig fördern. Ich bin gut genug für die WM.«
Kurfiss : »Dass Georg nicht mehr in die IDM,
sondern in die WM gehört, ist vollkommen richtig. Denn wenn er weiter IDM fährt, wird er nur lang-
samer, weil er unterfordert ist. Genau umgekehrt war es in seinem ersten WM-Jahr 2004, denn da war er vollkommen überfordert. Adi Stadler hatte damals den Traum, einen deutschen Dani Pedrosa heranzuzüchten, doch der GP-Einstieg kam viel
zu früh für Fröhlich. Inzwischen ist er reifer und hätte eine zweite Chance verdient. Ich würde es ihm gönnen, auch wenn der WM-Einstieg sicher schwierig ist – denn er hat kein Geld, und ein Team, das ihn verpflichten würde, sehe ich nicht.«
n Patrick Unger, 25 – Aprilia 125, Ausfall:
»Ich hatte bereits im Training Probleme mit der Zündung, im Rennen ließ sich das Getriebe nicht mehr schalten. Das war wohl mein letzter Wild-Card-Einsatz in der 125er-Klasse. Meinen WM-Traum gebe ich nicht auf und suche mein Glück künftig bei den 250ern.«
Kurfiss: »Patrick ist ein netter Kerl und als Mitarbeiter von 2D ein hervorragender Daten-Spezialist, der sich auf diesen Beruf vielleicht auch konzentrieren sollte. Denn die Wild Card am Sachsenring war ein absolutes Highlight für ihn, zum Fixstarter in der WM wird er’s nicht bringen.«
n Eric Hübsch, 17 – Aprilia 125, Platz 26:
»Es war Glück und eine tolle Überraschung, dass ich ohne IDM-Siege die Wild Card bekommen habe. Doch leider hatten wir schon im Training viele Probleme mit Getriebe und Fahrwerk. Ich bin dann auch im Rennen nicht optimal klargekommen. Eines Tages will ich
WM fahren. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auch wenn ich mich vom Talent höher einschätze als das, was ich heute gezeigt habe.«
Kurfiss: »Finanziell gibt es in Erics Familie keine Probleme, doch ob er fähig ist, sich fahrerisch
zu behaupten und nach oben zu kommen, weiß ich nicht. Das ist bei einem Fahrer ohne IDM-Siege schwer zu beurteilen – deshalb ist keine Entwicklung nach oben zu erkennen.«
n Sebastian Eckner, 16 – Honda 125, Platz 29: »Im Rennen war ich eine Sekunde schneller pro Runde als im Training, fuhr aber trotzdem hinterher. Jetzt muss ich mich erst einmal in der IDM aus meinem
fahrerischen Tief befreien – heute hätte mir auch das beste Bike nichts genutzt. Mein Ziel bleibt die WM.«
Kurfiss: »Sebastian hatte einen Vertrag mit dem Blusens-Team, musste den Platz aber für Stefan Bradl räumen. Doch mit Sebastian wären die
Blusens-Leute ohnehin nicht glücklich geworden. Er zeigt so wenig Talent wie der Schweizer Dominik Aegerter, der im Angaia-Team hinterherfährt.«
n Thomas Walther, 30 – Honda 250, Ausfall: »Nach einem Sturz im ersten Training habe ich im
Abschlusstraining mein großes Ziel erreicht, ins
Rennen zu kommen. Leider bin ich dann gestürzt.
Aber mit 25 km/h weniger Topspeed kann man hier
ohnehin nicht nach den Sternen greifen. Und mit
30 Jahren ist mein WM-Traum sowieso ausgeträumt.«
Kurfiss: »Von einem WM-Einstieg träumt Thomas nicht mehr. Er fährt in der EM und hat damit als erfolgreicher Hobbyrennfahrer die Top-Liga des Breitensports erreicht. Am Sachsenring erlebte er seinen letzten GP-Einsatz, weil für Wild Cards künftig eine Altersgrenze von 28 Jahren eingeführt wird.“

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