Rossis Weg zum Weltmeistertitel 2004 (Archivversion)

Valentins Jahr

VALENCIA
OKTOBER 2003
»Ich wollte nicht mehr bei Honda
bleiben. Dort wurde ich nicht
als Weltmeister behandelt,
sondern wie ein Angestellter im
öffentlichen Dienst. Außerdem
hatte ich dort alles erreicht,
was es zu erreichen gab.«

Rossi (links) bekommt zum Abschied
von Honda-Sportmanager Carlo Fiorani
eine Zeichnung mit den Unterschriften
der Teammitglieder
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VORSAISON 2004
»Ich gebe zu: Ich hatte Angst. Ich habe die Entscheidung so lange wie möglich hinausgezögert. Irgendwann saß ich im
Restaurant, aß eine
Piadina und nahm mir vor: Das machst du jetzt!«

Erstes Gruppenbild der
Rossi-Mannschaft für die Yamaha-M1-Mission 2004

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TESTFAHRTEN IN BARCELONA
MÄRZ 2004
»Dass ich auf einem unterlegenen Motorrad vorausgefahren bin, schürt meine Motivation. Doch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und eine Runde
ist kein Rennen. Die Reifen bauen immer noch zu schnell ab, es liegt jede Menge
Arbeit vor uns.«

Rossi freundet sich bei den Tests mit der Yamaha an, schockte
die Konkurrenz mit der Bestzeit und gewann einen BMW

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GP SÜDAFRIKA
APRIL 2004
»Das war das schönste
Rennen meines Lebens. Etwas, was niemand erwarten konnte, eine enorme Überraschung. Die Emotionen sind mit einem normalen Erfolg nicht zu vergleichen. Nachdem ich den Zielstrich überquert hatte, entschied ich mich anzuhalten und einen Moment allein mit meinem Motorrad zu verbringen.«

Erster Sieg beim ersten Rennen auf der Yamaha: Rossi versetzt seine Gegner in Schrecken

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GP SPANIEN MAI 2004
»Wir hatten mit diesem Motorrad nie zuvor im
Regen getestet. Wir brauchen Zeit, um auch
für nasse Pisten das passende Setup zu finden.«

Haarsträubender Rutscher im Regenrennen,
doch Rossi steht den Stunt und wird noch Vierter

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GP FRANKREICH MAI 2004
»Wenn alles richtig läuft, ist die Maschine wunderbar zu fahren. Doch wehe, wenn du mal Schwierigkeiten hast. Mit der neuen Elektronik fühlte sich das Motorrad beim Start zur Aufwärmrunde seltsam an und starb dann schlagartig ab.«

Rossi leistet sich einen Trainingssturz, wird im Rennen Vierter. Erzrivale Gibernau gewinnt

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GP ITALIEN
JUNI 2004
»Vor dieser gewaltigen Schar von Menschen
zu gewinnen ist ein
unglaubliches Erlebnis. Als ich das Meer von Fans unter dem Podium erblickte, wurde mir
klar, was die Ferrari-
Piloten empfinden, wenn sie in Monza siegen.«

Rossi siegt beim Heim-GP knapp vor Gibernau, aber der führt im WM-Klassement
mit zehn Punkten Vorsprung

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GP KATALONIEN
JUNI 2004
»Wie auf Honda habe ich nun auch mit der Yamaha auf den letzten Runden noch etwas
in Reserve, wenn es darum geht, das Motorrad bei
Rutschern zu kontrollieren. Ich dachte, Sete würde mir entwischen. Mit verbrauchten Reifen indes musste auch er das Tempo drosseln.«

Erneut siegt Rossi vor Gibernau, diesmal in dessen Heimat.
Der Spanier führt in der Tabelle noch mit fünf Punkten

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GP HOLLAND
JUNI 2004
»In der letzten Runde habe ich beim Bremsen alles
auf eine Karte gesetzt. Das Vorderrad blockierte, und ich verpasste die Ideallinie. Sonst habe ich nichts gespürt. Erst bei der Ankunft an der Box zeigte mir Gibernau sein zertrümmertes vorderes Schutzblech. Wir hatten uns berührt, aber das geschah ohne jede Absicht.«

Gibernau fährt nach Rossis Schlussattacke mit gebrochenem Vorderradschutzblech ins Ziel – hinter dem Italiener, der mit dem Sieg im WM- Klassement gleichzieht

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GP BRASILIEN JULI 2004
»Das Motorrad war schlecht abgestimmt, ich habe trotzdem
versucht, in der Spitzengruppe mitzuhalten. Im Nachhinein steht fest, dass ich mich mit meinem Platz hätte abfinden können, denn
Gibernau war bereits aus dem Rennen,
und gegen Honda war in Rio ohnehin nichts auszurichten.«

Rossi stürzt während
des Rennens –
Gibernau ebenfalls

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GP DEUTSCHLAND JULI 2004
»Das Motorrad funktionierte so gut, dass ich an die Spitze
vorstoßen konnte und sogar hoffte, mich davonstehlen zu
können. Dann fingen die Reifen zu rutschen an, und ich musste langsamer fahren. Jetzt müssen wir verstehen, warum die
Yamaha die Reifen schneller verbraucht als die Honda.«

Nur Platz vier für Rossi. Weil Gibernau erneut von seiner Honda fällt,
übernimmt der Italiener dennoch die WM-Führung

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GP ENGLAND
JULI 2004
»Nach zwei Rennen, bei
denen wir mit dem Motorrad gekämpft haben, ließ sich die M1 hier wieder
gut steuern, genau so, wie es mir gefällt. Ich hatte
so viel Spaß, dass ich noch zwei, drei Runden hätte weiterfahren können.«

Rossi gewinnt, Gibernau
wird Dritter

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GP TSCHECHIEN
AUGUST 2004
»In einem Rennen auf
höchstem Niveau und mit sehr schnellen Rundenzeiten habe ich das Menschenmögliche versucht. Mein Hinterreifen rutschte jedoch gewaltig, und beim Bremsen hatte ich alle Hände voll
zu tun, das Motorrad auf der Strecke zu halten.«

Gibernau (Sieg) schlägt Rossi (Platz zwei) deutlich, aber der Italiener bleibt in der WM vorne

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GP PORTUGAL
SEPTEMBER 2004
»Das war ein sehr wichtiger Sieg, im richtigen Moment nach Gibernaus Erfolg in Brünn und vor der schwieri-
gen Reise nach Motegi, in die
Höhle des Löwen von Honda. Ich habe 29 Punkte Vorsprung, es sind aber immer noch fünf Rennen zu fahren. Auch wenn dieses Punktepolster an diesem Punkt der Saison beruhigend aussieht, ist es nur eine Reserve für schwierige Momente.«

Rossi feiert Platz eins, Gibernau wird Vierter. 29 Punkte Vorsprung für Rossi in der WM-Tabelle

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GP JAPAN SEPTEMBER 2004
»Ich habe versucht, Tamada anzugreifen.
Ihn zu überholen wäre zu riskant gewesen. Auf der Hausstrecke von Honda ist Platz
zwei kein schlechtes Ergebnis. Zumal unser Ziel jetzt die Weltmeisterschaft ist und
nicht mehr einzelne Laufsiege.«

Nur Platz zwei für Rossi (links) zwischen den Japanern Tamada (Mitte) und Nakano. Gibernau kommt als Sechster abgeschlagen ins Ziel

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GP QATAR OKTOBER 2004
»Für mich steckt Gibernau hinter der Startplatz-Affäre. Er hat sich benommen
wie ein Kind, das seinen Schulkameraden beim Klassenlehrer verpetzt. Mit seinem Mechaniker, der nur deshalb berühmt ist, weil er letztes Jahr meine Federung
einstellen durfte, hat er Spion gespielt. Ich habe schon lange nach einem Grund gesucht, nicht mehr mit Sete reden zu müssen. Jetzt habe ich ihn.«

Nach der »Startplatz-Affäre« muss Rossi von ganz hinten starten und stürzt im Rennen bei
der Aufholjagd. Sieger Gibernau kann ihn in der WM-Wertung trotzdem nicht überholen

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GP MALAYSIA OKTOBER 2004
»Ich wollte mit Sete kämpfen, habe ihn jedoch den ganzen Sonntag nicht gesehen. Am Ende war das besser, denn auf diese Weise habe ich einen Haufen Punkte zurückholen können. Das Resultat hier geht auf unsere Sepang-Tests vor sechs Monaten zurück, und ich möchte den Yamaha-Ingenieuren mein Kompliment aussprechen, dass sie genau das verstanden und umgesetzt haben, was
ich damals gesagt habe. Sie haben der M1 ein neues
Gesicht gegeben, um sie meinem Geschmack und meinem Fahrstil anzupassen. Ihre Arbeit, meine Fahrweise und die Tapferkeit meines Teams haben Wunder bewirkt.«

Rossi (rechts) hat Gibernau zum neuen
Erzfeind erkoren. Er siegt, während der Spanier auf
Rang sieben hoffnungslos hinterherfährt

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