Rückblick: 500 Kubik, MotoGP, 800 Kubik (Archivversion)

Die Meilensteine der Königsklasse

Mit der 800-cm³-MotoGP-Klasse beginnt eine neue Ära im Motorrad-Straßensport. Zeit für einen historischen Rückblick.

Juni 1949 IOM TT, England:
erster Halbliter-Grand-Prix, Sieg für Harold Daniell auf Einzylinder-Norton

Juli 1949 Dutch TT, Assen:
erster Sieg eines Vierzylinder-Viertakters (Nello Pagani auf Gilera)

September 1952 Monza, Italien:
erster von insgesamt 139 MV Agusta-Siegen (Les Graham)

Mai 1966 Hockenheim:
erster Sieg für Honda (Jim Redman)

September 1969 Opatja, Jugoslawien:
letzter Norton-Einzylinder-Sieg (Godfrey Nash)

August 1971 Ulster GP, Dundrod, Nordirland:
erster Zweitakt-Sieg (Jack Findlay, Suzuki)

Mai 1973 Paul Ricard, Frankreich:
erster Sieg eines Vierzylinder-Zweitakters (Jarno Saarinen, Yamaha)

Juli 1974 Imatra, Finnland:
Sieg und Titel für Phil Read (MV Agusta), den letzten Halbliter-Weltmeister auf
einem Viertakter

August 1976 Nürburgring:
letzter der 68 Siege von Giacomo Agostini, gleichzeitig letzter Sieg von MV Agusta und von einem Halbliter-Viertakter

Juli 1982 Spa, Belgien:
erster Sieg der Dreizylinder-Zweitakt-Honda (Freddie Spencer)

Juni 1985 Dutch TT, Assen:
letzter Sieg einer Maschine mit weniger als vier Zylindern (Randy Mamola,
Dreizylinder-Honda)

November 2001 Rio, Brasilien:
letzter Zweitakt-Sieg (Valentino Rossi, Honda)

April 2002 Suzuka, Japan:
erster Sieg eines 990-cm-Viertakters in einem gemischten Zweitakt-/Viertakt-Feld,
erster Sieg eines Fünfzylinders (Valentino Rossi, Honda)

Oktober 2002 Motegi, Japan:
letztes Podiumsplatz für einen Zweitakter (Rang drei für Loris Capirossi, Honda)

Oktober 2002 Phillip Island, Australien:
letzte Pole Position eines Zweitakters (Jeremy McWilliams, Proton KR)

Oktober 2006 Valencia, Spanien:

letzter 990-cm³-Sieg (Troy Bayliss, Ducati)

März 2007 Doha, Qatar:
erster 800-cm³-Sieg (Casey Stoner, Ducati)

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125er (Archivversion) - Licht und Schatten

Zwei Aprilia-Piloten besetzten nach dem 125er-Rennen
die Podestplätze – aber nicht alle Aprilia funktionieren perfekt.
Sergio Gadea rollte mit einem Motorschaden aus, seine
beiden Aspar-Aprilia-Teamkollegen Hector Faubel und Gabor Talmacsi jedoch fuhren beim ersten 125er-Grand-Prix der Saison 2007 zu
einem überlegenen Doppelsieg. Bei über 17 Sekunden Vorsprung auf den nächsten Verfolger, Derbi-Pilot Lucas Pesek, bestehen wenig Zweifel über das Motorrad, das es in
dieser Saison zu schlagen gilt: die neue Aprilia 125 RSA, die schon Ende der letzten Saison unter Weltmeister Alvaro Bautista ihr Renn-
debüt erlebte und eine Besonder-
heit aufweist. Ihr Drehschieber ist nicht mehr seitlich, sondern hinter dem Zylinder angebracht. Mehr
Geschwindigkeit, mehr Stabilität bei Kurvenfahrt und weniger Vibratio-
nen sind die Tugenden des neuen Renners, der derzeit Gadea und Faubel exklusiv zur Verfügung steht.
KTM-Konstrukteur Harald Bartol, dessen bester Fahrer Tomoyoshi Koyama auf Platz sechs knapp
26 Sekunden einbüßte, konstatierte »Handlungsbedarf« und muss sich ebenso etwas einfallen lassen wie Lucas Schmid, Cheftechniker des
an 17. Stelle platzierten Sandro
Cortese. Die Caffè-Latte-Aprilia des Schwaben erweist sich nämlich als launisch. »Beim IRTA-Test hier hat alles wunderbar funktioniert. Fürs erste freie Training bauten wir dann einen neuen Kolben ein – und zack, ging der Motor plötzlich fest. Im Warm-up heute Morgen passierte das erneut, und zwar brennt der Kolben regelrecht ab. Sandro musste das Rennen dann mit dem zweiten Motorrad fahren, das schon viel
zu viele Kilometer drauf hatte«,
schilderte Schmid die Probleme. fk

250er (Archivversion) - Aprilia vorn, KTM raus

In der 2007 stark besetzten 250er-Klasse geben zum Saisonstart Aprilia-Piloten den Ton an - bei Herausforderer KTM versagten Personal und Material.

Gleich 14 Piloten fuhren im Training der 250er-Klasse auf der Wüstenpiste in Qatar schneller als der inoffizielle Rundenrekord des Vorjahres, was zum einen mit dem gestiegenen Grip der Rennstrecke, zum anderen aber auch mit der starken Besetzung des Feldes zu tun hatte. Denn die Aufsteiger aus der Achtelliterklasse mischten kräftig mit: So preschte Tom Lüthi vom Start weg in Führung, fuhr nach den ersten Überholmanövern tapfer mit den Stars Jorge Lorenzo, Alex de Angelis und Hector Barberá mit und verlor nur drei Sekunden auf den Sieger. Zu den vier Aprilia an der Spitze hätte sich wohl noch der Trainingsvierte Alvaro Bautista gesellt, doch der übertrieb es in der dritten Runde und ging zu Boden. Dennoch war die Überlegenheit des kleinen venezianischen Werks offenkundig. Andrea Dovizioso kam als bester Honda-Pilot auf Rang fünf ins Ziel und denkt eigentlich schon jetzt an 2008, wenn er endlich in die MotoGP-Klasse wechseln will. Honda hat die Entwicklungskapazitäten im letzten Winter ganz auf die Königsklasse konzentriert, an den Zweitaktern gibt es nur mehr Detailmodifikationen – zu wenig, um sich gegen Aprilia auflehnen zu können.

Erschienen die Honda-Piloten wenigstens auf dem Papier, so erlebte Red-Bull-KTM einen Totalausfall. Erst überzog Hiroshi Aoyama mit seiner Aufholjagd, raspelte neben Bautista ins Kiesbett und schliff sich den kleinen Finger der rechten Hand bis auf den Knochen ab. Teamkollege Mika Kallio fuhr bei seinem 250er-Debüt sattelfest als Siebter mit, bis er zwei Runden vor Schluss an einem gebrochenen Kolbenring scheiterte. Der Deutsche
Dirk Heidolf, der zu Rennmitte seinen neuen Teamkollegen Alex Baldolini niederkämpfte, erbte dadurch noch einen WM-Punkt.

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