1. Die Bremsarmatur Alles im Griff

Die Kommandozentrale der Bremsanlage. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Herzstück der Bremsarmatur ist die Bremspumpe, die zu-­nehmend in radialer Bauform Verbreitung findet. In Sachen Bremsdruck, den sie im System aufbaut, ist sie einer her­kömmlichen Bremspumpe nicht überlegen, wohl aber bei Rückmeldung und Dosierbarkeit, da größere Kolben ­zum Einsatz kommen, die beim Bremsvorgang weniger ­Weg zurücklegen. Unerlässlich ist ein gut bedienbarer Brems­­hebel, der per Rastermechanik einstellbar sein sollte – mittlerweile Standard bei vielen neuen Motorrädern.

Wartung und Pflege
Am Handbremshebel entstehen hohe Reibungskräfte an den Lagerstellen. Deshalb müssen Bolzen und Reibfläche am Bremszylinder stets gut geschmiert sein (hochdruckfestes Fett, Kupferpaste). Trockene Hebel lassen sich bei hohem Druck nur noch ruckartig bewegen. Die Bremsarmatur sollte so justiert sein, dass ausgestreckte Finger und Unterarm eine Linie bilden. Beim Ausrichten zunächst die obere Klemmschraube anziehen und dann über die untere fixieren. Falsch montierte Klemmungen ­sind Ursache für ein teigiges Bremsgefühl. Beim Einstellen der Griffweite alle Positionen durchprobieren, um die optimale Stellung für eine gefühlvolle Bremsdosierung herauszufinden. Tipp: Zeige- und Mittelfinger sollten bei locker am Griff aufliegender Hand über den Hebel hinausreichen.

Tuning
Empfehlenswert ist das Nachrüsten einstellbarer Hebel. Diese kosten rund 120 Euro. Bei Radialpumpen gehört der per Rändelschraube einstellbare Handhebel zur Grundausstattung. Für ­ein feineres Bremsgefühl ist der Austausch durchaus sinnvoll. Einscheibenbremsanlagen benötigen Radialpumpen mit 13-Milli­meter-Geberkolben, bei Doppelscheiben sollte der Geber­kolben je nach Bremszange einen Durchmesser zwischen 16 ­und 19 Millimeter aufweisen. Kosten: rund 300 Euro. Achtung: Bereits für den Austausch des Bremshebels ist eine ABE oder ein Teile­gutachten erforderlich.

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