3. Die Bremszange (Archivversion) Seid umschlungen

Der Gefechtsstand der Bremsanlage. Hier darf nicht zurückgewichen werden.

Oberstes Konstruktionsprinzip der Bremszange ist eine ­steife Form, die sich unter hohem Druck und bei extremen Temperaturen nicht aufweitet. Bei Sportmotorrädern werden zunehmend radial verschraubte Bremszangen eingesetzt. Ihr eigentlicher Einsatzzweck ist der Rennsport: Über Distanzhülsen lassen sich die Radialzangen flugs auf andere Bremsscheibendurchmesser anpassen. Konstruktiver Vorteil: die stabilere Verbindung zum Gabelholm und der Verzicht auf verwindungsanfällige Adapterplatten. Für die meisten Motorradtypen bleiben herkömmlich befestigte Festsattel­bremsen mit vier Kolben leistungsfähiger Standard.

Wartung und Pflege
Beim Belagwechsel sollte man gleichzeitig die Zange ­reinigen. Festgebackener Bremsstaub und Straßenschmutz lassen sich mit einer Messing- oder Kupferbürste, reich-lich Wasser und Spüli entfernen. Für die Reinigung der Bremskolben empfiehlt sich ein weicher Lappen oder eine Zahnbürste, um Riefen und Kratzer zu vermeiden. Vorsicht: Werden verdreckte Kolben in die Zange zurückgedrückt, können die Dichtungen beschädigt werden. Bei der ersten Sichtkontrolle unbedingt auf feuchte Stellen in der Bremszange achten. Hier tritt Bremsflüssigkeit aus.

Tuning
Ein Update auf Bremszangen mit sechs oder gar acht Kolben (pro Paar rund 1000 Euro) ist lediglich Fahrern mit echten Sportambitionen zu empfehlen. Der Vorteil (leichtgängige Kolben, höheres Bremsmoment) ist nur graduell messbar. Ähnliches gilt für das Umrüsten auf Radial-Bremszangen (pro Paar rund 600 Euro), für die zudem neue Gabelfüße benötigt werden. Diese kosten mindestens 1000 Euro. Ältere Straßenbikes sind mit solchen Bremsen ohnehin schnell überfordert.

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