4. Die Bremsbeläge Eine echte Reiberei

Die schnelle Eingreiftruppe der Bremsanlage. Hier muss fest zugepackt werden.

Bremsbeläge gibt es in zwei Varianten: Sintermetallbeläge, ­die in der Hauptsache aus Metallpulver, Schmier- und Schleif-mitteln bestehen und den Vorteil haben, dass sie kalt wie heiß gut funktionieren. Organische Beläge beinhalten vor allem Bindeharz, Metalle und ebenfalls Schmier- und Schleifmittel. Sie sprechen zwar weicher an, arbeiten in kaltem Zustand jedoch deutlich schlechter und reichen bei Nässe nicht an die Leistungsfähigkeit der Sintermetallbeläge heran.

Wartung und Pflege
Zur Kontrolle der Belagstärke reicht ein regelmäßiger Blick ­in die Bremszange. Ebenfalls ein Indiz für den Wechsel: ­ein wandernder Druckpunkt und vergrößerter Hebelweg an der Bremsarmatur. Mit etwas Routine sind Bremsbeläge schnell gewechselt. Beim Einsetzen der neuen Beläge sollten diese auf der Rückseite dünn mit Kupferpaste bestrichen werden. Das beugt lästigem Bremsenquietschen vor. Aber Vorsicht: Die Paste darf keinesfalls auf den Belag geraten. Anschließend sollten die Bremsbeläge nach Herstellervorgabe (in der Regel durch moderate Bremsmanöver auf den ersten 100 Kilometern) eingefahren werden.

Tuning
Mit der richtigen Belagmischung wird aus einer stumpf und fad wirkenden Bremse im Handumdrehen eine, die kräftig zupackt. Allerdings hängt die Leistungsfähigkeit des Belags stark vom Reibpartner, der Bremsscheibe, ab. Deshalb kann man das Urteil über die Beläge verschiedener Hersteller nicht generalisieren. Achtung: Gerade die Anlagen älterer Modelle können mit den hohen Temperaturen, die beim Ein­-satz von Sintermetallbelägen entstehen, überfordert sein. Deshalb sollte man einen Wechsel von organischen Belägen zu Sintermetall mit dem Fachhändler besprechen.

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