5. Die Bremsscheibe Niemals Hitzefrei

Die Leidtragende der Bremsanlage. Sie hat alles ­zu schlucken, was ihr reingedrückt wird.

Im Serienbau haben sich Bremsscheiben aus Chromstahl etabliert. Sie zeichnen sich im Alltagsbetrieb durch gutes Kalt- und Heißbremsverhalten aus, können sich aber bei Überhitzung verziehen oder gar Spannungsrisse be-kommen. Um das zu kompensieren, sind bei schwimmend gelagerten Bremsscheiben die so­genannten Floater zwischen Innen- und Außenring nicht fest verpresst, sondern beweg-lich gelagert. Damit kann sich der Außenring im Fahrbetrieb leichter ausdehnen und zusammenziehen. Sportfahrer schätzen dagegen Gussscheiben, die Wärme besser aufnehmen und ableiten können und zudem weicher ansprechen. Das Potenzial kalter Gussscheiben ist allerdings mau, zudem nervt im Alltag die Rostanfälligkeit.

Wartung und Pflege
Ist der Außenring der Bremsscheibe fleckig, hat man eine ungünstige Reibpaarung erwischt und sollte auf andere Bremsbeläge wechseln. Nach dem Belagwechsel die Bremsscheibe mit Bremsenreiniger von altem Abrieb befreien und dabei auf mögliche Riefen achten. Pulsiert der Hebel beim Bremsen, ist die Scheibe verzogen. Lässt sich der Schaden nicht mehr durch Planen beheben, muss die Bremsscheibe ausgetauscht werden. Das gilt auch, wenn die Scheibe an der Verschleißgrenze angekommen ist.

Tuning
Letzter Modeschrei sind derzeit Bremsscheiben mit wellen­förmigem Außenrand, die ursprünglich aus der Offroad-Szene kommen. Dort liegen auch ihre größten Vorteile (gute Selbstreinigung, besseres Nassbremsverhalten). Alternativ zu schwimmend gelagerten Scheiben gibt es Segment-Bremsscheiben, die sich ebenfalls radial und axial ausdehnen können und so einem Verzug vorbeugen.

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