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In MOTORRAD 3/2016: Vergleichstest Batterieladegeräte.

Acht Hightech-Batterieladegeräte für Motorräder im Vergleichstest Akku aufladen

Moderne Motorrad-Starterbatterien brauchen moderne Ladetechnik: Acht Hightech-Batterieladegeräte im Vergleichstest.

Die Zeiten, in denen einfache Steckernetzteil-Ladegeräte oder große, leistungsstarke, aber leider nur simpel linear arbeitende Autobatterielader aus dem Baumarkt unschuldige Motorradbatterien totkochten, neigen sich glücklicherweise dem Ende zu. Technisch halbwegs interessierte Selbermacher – und vermutlich nur die trauen sich an pflegebedürftige Akkus heran – dürften mittlerweile registriert haben, dass moderne Starterbatterien auch nach moderner Ladetechnik verlangen.

Vorausgesetzt man möchte den Saftspender dauerhaft und ohne ständige Aufsicht am Ladegerät lassen wie zum Beispiel in der Winterpause. Doch neben den die kalte Jahreszeit überbrückenden Motorradfahrern gibt es seit geraumer Zeit auch eine zweite Zielgruppe für moderne Batterieladegeräte: Autofahrer, bei denen die akkumordende Kombination „viele Verbraucher, viel Kurzstreckenbetrieb“ für erhöhten Batterie-Pflegebedarf sorgt.

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Alle Testkan­didaten machten einen durchweg ordentlichen Job

Da es Menschen gibt, die gleichzeitig zu beiden Zielgruppen gehören, bot sich ein Test von Batterieladegeräten an, die sowohl Motorrad- als auch Autobatterien verwöhnen. Eines für alles, natürlich mit „intelligenter“ Elektronik bestückt, die dafür sorgt, dass sowohl ganz konventionelle Akkus (die mit den zu öffnenden Stopfen) als auch MF-Akkus (MF steht für Maintenance Free, übersetzt: wartungsfrei) und AGM-Starterbatterien (AGM = Absorbed Glass Mat, zum Beispiel Gel und Vlies) zu alter Fitness kommen und anschließend frisch gehalten werden.

Idealerweise erfolgt das mit dem sogenannten IUoU-Ladeverfahren, bei dem möglichst schonend bis zur Ladeschlussspannung geladen wird, um dann anschließend in eine Nachladephase und einen Erhaltungsmodus zu wechseln. Die Hälfte der Probanden kann das, nämlich die Geräte von Banner, CTEK, Saito und TecMate. Aber auch die übrigen Testkan­didaten machten einen durchweg ordentlichen Job, indem sie das Wichtigste beherrschten: immer einen zum jeweiligen Ladezustand passenden Ladestrom zu liefern.

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Foto: GTÜ
MOTORRAD packte acht moderne Batterieladegeräte zusammen und testete sie auf Herz und Nieren. Als professionelle Partner waren die Sachverstän­digenorganisation GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung, www.gtue.de) dabei, die dafür sorgten, dass sich die Elektronik-Profis vom Kraftfahrtechnischen Prüf- und Ingenieurzentrum FAKT (www.fakt.com) im bayerischen Heimertingen intensiv um die im freien Handel erworbenen Ladegeräte kümmerten.
MOTORRAD packte acht moderne Batterieladegeräte zusammen und testete sie auf Herz und Nieren. Als professionelle Partner waren die Sachverstän­digenorganisation GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung, www.gtue.de) dabei, die dafür sorgten, dass sich die Elektronik-Profis vom Kraftfahrtechnischen Prüf- und Ingenieurzentrum FAKT (www.fakt.com) im bayerischen Heimertingen intensiv um die im freien Handel erworbenen Ladegeräte kümmerten.

So wurde getestet

Drei Partner, ein Test: MOTORRAD und die Sachverständigenorganisation GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung, www.gtue.de) sorgten dafür, dass sich die Elektronik-Profis vom Kraftfahrtechnischen Prüf- und Ingenieurzentrum FAKT (www.fakt.com) im bayerischen Heimertingen intensiv um die im freien Handel erworbenen Ladegeräte kümmerten. Die in fünf Obergruppen aufgeteilten Prüfkriterien (Sichtprüfung, Bedienung, Funktionsumfang, elektrische Prüfungen, Qualitätsprüfung) wurden um ein Preis-Leistungs-Kapitel ergänzt, in dem die in den Leistungskriterien erzielten Punkte ins Verhältnis zum Kaufpreis gesetzt wurden, was den Testkandidaten wiederum mehr oder weniger Zusatzpunkte bescherte.

Bei den genannten Kaufpreisen handelt es sich nicht um die unverbindlichen Preisempfehlungen, sondern um die tatsächlich gezahlten Kaufpreise, die erfahrungsgemäß – speziell bei Internet-Angeboten – deutlich von den UVPs abweichen können. Von der ansonsten bei MOTORRAD-Produkttests üblichen 100-Punkte-Wertung wurde diesmal abgewichen, um den Kriterien der besonders zahlreichen Unterkapitel gerecht zu werden. So waren theoretisch 500 Maximalpunkte machbar.

Foto: Bilski
Ungeladene Akkus platzen bei Frost zwar nicht, aber sie gehen garantiert kaputt. Deshalb das Motorrad entweder entsprechend überwintern oder die Batterie ausbauen und am Ladegerät pflegen lassen.
Ungeladene Akkus platzen bei Frost zwar nicht, aber sie gehen garantiert kaputt. Deshalb das Motorrad entweder entsprechend überwintern oder die Batterie ausbauen und am Ladegerät pflegen lassen.

Top-10: Batterie-Pflegesünden

  1. Prüfen: Selbst leere Batterien können beim Messen der Ruhespannung zwölf bis 13 Volt anzeigen. Erst beim Prüfen unter Last sind relevante Aussagen zum Ladezustand möglich.
  2. Ausbau: Den Minuspol immer zuerst abklemmen, sonst kann es beim ungewollten Massekontakt ein nettes Feuerwerk geben. Wichtig bei konventionellen Blei-Säure-Akkus: Einbaulage des Entlüftungsschlauchs merken.
  3. Ladegerät: Alte (Pkw-)Einfachst-Ladegeräte sind Gift für moderne Akkus, da sie zu spät oder gar nicht abschalten und sich bei wartungsfreien Akkus der Gasungszeitpunkt nicht mehr erkennen lässt.
  4. Lagerung: Akkus grundsätzlich voll geladen und auch gern kühl lagern. In warmen Räumen ist die Selbstentladung am größten. Leere Akkus sulfatieren während der Lagerung und sind bei Frost ernsthaft gefährdet.
  5. Auffüllen I: Bei konventionellen Blei-Säure-Akkus (die mit den herausnehmbaren Stopfen) ausschließlich destilliertes Wasser zum Nachfüllen benutzen. Niemals Batteriesäure oder Leitungswasser, das ruiniert den Akku dauerhaft.
  6. Auffüllen II: Erst nach dem Laden bis Maximum auffüllen, da sich die Flüssigkeit beim Laden ausdehnt. Liegt der Flüssigkeitsstand bereits vor dem Laden unter dem Minimum, nur bis kurz über die Minimum-Markierung auffüllen und dann laden.
  7. Batterieflüssigkeit: Verdünnte Schwefelsäure sorgt erst mit zeitlicher Verzögerung für Schäden auf Haut, Bekleidung und am Motorrad – dann aber richtig. Verschüttete Batterieflüssigkeit daher sofort und mit ganz viel Wasser (oder Neutralisierer) abwaschen.
  8. Entladen: Eine Batterie muss nicht regelmäßig „von Hand“ entladen und geladen werden, damit sie fit bleibt. Das wurde früher zwar gern gemacht (z. B. mit einer Glühlampe), sorgt bei modernen Akkus aber für eine unnötige mechanische Belastung. Laden allein reicht. Ausnahme: Hightech-Ladegeräte haben oft eine Funktion, die u. a. mit geringer Entladung arbeitet – das ist durchaus sinnvoll.
  9. Einbau: Den Minuspol immer zuletzt anklemmen. Ansonsten: siehe 2. Gegebenenfalls Entlüftungsschlauch und Dämpfungsmaterial nicht vergessen. Schrauben gut fest-, aber nicht brutal anziehen.
  10. Polfett: Das gehört erst auf die bereits angeschlossenen Pole und Klemmen. Wer das Polfett bereits vor dem Anschließen dazwischenschmiert, sorgt für eine Isolation, die dort völlig fehl am Platz ist.
Foto: GTÜ
AEG LM 4.0 6/12V - Preis: 49,99 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
AEG LM 4.0 6/12V - Preis: 49,99 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

AEG LM 4.0 6/12V

Anbieter: AEG, www.aeg-automotive.com

Preis: 49,99 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 13,5 x 6,5 x 4,0 cm; 650 g

Einsatzbereich: für 6- und 12-Volt-Starterbatterien (Gel, AGM, Blei-Säure, wartungsfreie und wartungsarme Batterien) bis 40 bzw. 80 Ah empfohlen (6/12 Volt), Erhaltungsladung bis 130 Ah.

Besonderheiten: Ladestrom max. 2/4 A (6/12 Volt), Schutzart IP65 (im Freien zu verwenden), Einsatzbereich –20 bis +40 Grad Umgebungstemperatur, Aufhängeöse auf der Rückseite.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen, Isolierung aber nur aufgeschoben und leicht zu lösen; Anschlusskabel an Klemmen gelötet, Zugent­lastung nur unzureichend ausgeführt

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: GTÜ
Banner Accucharger 12V 3A - Preis: 69,00 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
Banner Accucharger 12V 3A - Preis: 69,00 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

Banner Accucharger 12V 3A

Anbieter: Banner, www.bannerbatterien.com

Preis: 69,00 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 16,5 x 6,1 x 3,8 cm, 560 g

Einsatzbereich: für 12-Volt-Starterbatterien (konventionell, EFB, AGM, Gel) bis 72 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 3 A, Schutzart IP64 (im Freien bedingt zu verwenden), LED-Display, integrierter Aufhängehaken auf der Rückseite, Aufbewahrungstasche.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen mit fest fixierter Isolierung; Display mit leicht verständlichen Klartext-Angaben; Gehäuse durch zwei Gummischalen gut vor Beschädigungen geschützt.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: GTÜ
Bosch C3 - Preis: 59,90 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
Bosch C3 - Preis: 59,90 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

Bosch C3

Anbieter: Bosch, www.bosch-automotive.com

Preis: 59,90 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 18,0 x 7,5 x 5,2 cm, 750 g

Einsatzbereich: für 6- und 12-Volt-Starterbatterien (AGM, Gel, MF, offen, VRLA) von 1,2 bis 14 Ah (6 Volt) bzw. von 1,2 bis 120 Ah (12 Volt) empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 0,8/3,8 A (6/12 Volt), Schutzart IP65 (im Freien zu verwenden), Einsatzbereich 0 bis 40 Grad Umgebungstemperatur, Halter mit Hakenbefestigung im Lieferumfang.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen, Isolierung kann sich leicht lösen; das Anschlusskabel mit den Ösen ist gleichzeitig das Kabel für die Klemmen – die Batterieklemmen werden an die Ösen geschraubt.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: GTÜ
CTEK MXS 5.0 - Preis: 96,40 Euro, MOTORRAD-Urteil: sehr gut.
CTEK MXS 5.0 - Preis: 96,40 Euro, MOTORRAD-Urteil: sehr gut.

CTEK MXS 5.0

Anbieter: CTEK, www.ctek.de

Preis: 96,40 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 16,8 x 6,5 x 3,8 cm, 600g

Einsatzbereich: für 12-Volt Starterbatterien (alle Blei-Säure-Typen) von 1,2 bis 110 Ah empfohlen, Erhaltungsladung bis 160 Ah.

Besonderheiten: Ladestrom max. 0,8/5 A (Motorrad/Auto), Schutzart IP65 (im Freien zu verwenden), Regenerierungsfunktion mit zeitlich limitierter Spannungserhöhung (max. 15,8 V), Pufferfunktion bei Batterieausbau, Aufhängeösen auf der Rückseite, Aufbewahrungstasche.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen mit fest fixierter Isolierung; sehr robuste und wertige Ausführung von Gehäuse und Anschlussteilen.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: GTÜ
Einhell BT-BC 4 D - Preis: 35,00 Euro, MOTORRAD-Urteil: befriedigend.
Einhell BT-BC 4 D - Preis: 35,00 Euro, MOTORRAD-Urteil: befriedigend.

Einhell BT-BC 4 D

Anbieter: Einhell, www.einhell.de

Preis: 35,00 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 22,0 x 11,5 x 9,0 cm, 500 g

Einsatzbereich: für 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure, AGM, Blei-Gel) von 2,3 bis 16 Ah bzw. 20 bis 60 Ah empfohlen.

Besonderheiten: Ladestrom max. 1/4 A (umschaltbar), keine Angaben über IP-Schutzart, laut Typenschild und Bedienungsanleitung nur für den Hausbetrieb geeignet, separater Netzschalter für ein/aus.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen, Isolierung kann sich aber ggf. leicht lösen; Bedienungsanleitung mit missverständlichen Angaben, deren Befolgen bei wartungsfreien Batterien zur Zerstörung führen kann.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Foto: GTÜ
GYS Gysflash 4A - Preis: 96,40 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
GYS Gysflash 4A - Preis: 96,40 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

GYS Gysflash 4A

Anbieter: Gystech, www.gys-schweissen.com

Preis: 96,40 Euro (gekauft bei: Der Hartwaren-Profi)

Größe/Gewicht: 36,0 x 18,5 x 7,0, 850 g

Einsatzbereich: für 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure, Blei-Gel) bis 70 Ah

Besonderheiten: Ladestrom max. 4 A, Auswahl zwischen drei Ladearten (bis 15 Ah/70 Ah bei verschiedenen Außentemperaturen), Schutzart IP65 (im Freien zu verwenden), Überhitzungsschutz, der ggf. während des Ladevorgangs die Ausgangsleistung absenkt.

Auffälligkeiten: Klemmen-Isolierung etwas dürftig, diese können einfach abgezogen werden; Befestigung der Anschlusskabel erfolgt über Kabelschuhe, diese lassen sich leicht entfernen.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: GTÜ
Saito ProCharger XL - Preis: 99,95 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
Saito ProCharger XL - Preis: 99,95 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

Saito ProCharger XL

Anbieter: Detlev Louis, www.louis.de

Preis: 99,95 Euro (gekauft bei Detlev Louis)

Größe/Gewicht: 19,2 x 16,8 x 10,4 cm, 2250 g

Einsatzbereich: für 12-Volt-Starterbatterien (alle Typen, auch Lithium) von 5 bis 100 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 1,5/4 A (umschaltbar) für Batterien bis 30/100 Ah, auch für Fahrzeuge mit CAN-Bus-System geeignet, Regenerierungsfunktion, keine Angaben über IP-Schutzgrad, Wandmontage-Vorrichtung im Geräteboden integriert.

Auffälligkeiten: Klemmen-Isolierung etwas dürftig, diese können einfach abgezogen werden; Falltest nicht bestanden (äußerlich kein Defekt zu erkennen, einwandfreie Funktion aber nicht mehr gewährleistet); großes und übersichtliches Display; vorbildliche Bedienungsanleitung.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: GTÜ
Tecmate OptiMate6 ampmatic - Preis: 89,90 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.
Tecmate OptiMate6 ampmatic - Preis: 89,90 Euro, MOTORRAD-Urteil: gut.

Tecmate OptiMate6 ampmatic

Anbieter: TecMate, www.tecmate.com/de/

Preis: 89,90 Euro (gekauft übers Internet bei Amazon)

Größe/Gewicht: 19,9 x 7,1 x 6,1 cm, 740 g

Einsatzbereich: für 12-Volt-Starterbatterien (AGM/MF, Standard, Gel, Spiralzellen) von 3 bis 240 Ah empfohlen, Schutzart IP54 (im Freien zu verwenden), Einsatzbereich –40 bis +50 Grad Umgebungstemperatur

Besonderheiten: Ladestrom max. 5 A, vollautomatische Funktion, keine Einstellmöglichkeiten.

Auffälligkeiten: kräftige Klemmen mit fest fixierter Isolierung; ohne Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung ist der genaue Status des Ladevorgangs nur schwer festzustellen, wichtige Sicherheitshinweise nur in Englisch.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: MOTORRAD

Test-Ergebnisse

Den Tagessieg beim Batterieladegeräte-Vergleichstest holt sich das Gerät von CTEK. Aber auch die anderen Testkandidaten machten im Vergleichstest einen durchweg ordentlichen Eindruck.

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