Ausprobiert: Cockpit-Verkleidungen für BMW R 1100 R (Archivversion) Kleid-Zeit

Wenn Fahrern von Naked Bikes der Wind allzu heftig um die Nase bläst, bieten sich Cockpit-Verkleidungen an. MOTORRAD nahm fünf Verhüllungsmittel für die BMW R 1100 R genauer unter die Lupe.

Naked Bikes erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Sich ungeschützt dem Fahrtwind entgegenstemmen, das ist es, was viele Käufer wollen - zunächst. Doch irgendwann wird der Nacken steif, die Arme lang und der Wunsch nach ein bißchen Windschutz immer größer. Freilich kein Grund, sein Motorrad gleich wieder zu verkaufen. Schließlich gibt es für die meisten Naked Bike-Modelle Cockpit-Verkleidungen.Unter den vielen Motorrädern, die besonders häufig mit einem Windschutz nachgerüstet werden, griff sich MOTORRAD stellvertretend eine BMW R 1100 R heraus und nahm eine handvoll passender Cockpit-Verkleidungen unter die Lupe.Die Testkandidaten stammen von Fallert, Hänsle, Motacc, P&W und Wüdo, wobei das Modell von P&W eine Sonderstellung einnimmt, da es ein eigenes Scheinwerfersystem beinhaltet.Da Cockpit-Verkleidungen zulassungspflichtig sind, legen die Hersteller TÜV-Gutachten oder Technische Prüfberichte bei. Anhand dieser nimmt der TÜV-Prüfer - nachdem er sich von der ordnungsgemäßen Montage überzeugt hat - die Eintragung in die Fahrzeugpapiere vor. Kosten: rund 35 Mark.Doch zunächst muß die Verkleidung ans Motorrad. Die ermittelten Montagezeiten gelten für technisch versierte Bastler. Als großes Problem bei den Anbauversuchen stellten sich die Blinkerhalterungen heraus. Bei den Verkleidungen von Hänsle und Motacc verhindern die extrem beengenden Platzverhältnisse im Inneren hartnäckig das Anziehen der 19er Kontermuttern für die Blinker-Ausleger.Bei den anschließenden Fahrversuchen mußten alle Testkandidaten ihre Stabilität und ihren Windschutz unter Beweis stellen. Die Fahrgeschwindigkeit wurde dabei stufenweise von 50 auf 160 km/h erhöht. Den besten Windschutz bieten die Produkte von Wüdo und Fallert, die bereits bei 80 km/h den Oberkörper eines 1,95-Meter-Menschen wirksam entlasten. Bei höheren Geschwindigkeiten liegt der Strömungsverlauf etwa auf Helmvisier-Höhe. Bei den anderen drei Kandidaten verläuft die Strömungsgrenze in allen Geschwindigkeitsbereichen etwa eine Handbreit tiefer.Die Geräuschentwicklung hinter den Cockpit-Verkleidungen gilt gemeinhin als problematisch, da Verwirbelungen entstehen, die vor allem dann, wenn sie im Helmbereich verlaufen, unangenehm laut sind. Gravierende Lautstärke-Unterschiede bei den Testteilnehmern lassen sich nicht feststellen - lauter als ohne Windschutz ist es aber allemal.Im übrigen beeinflussen Helmmarke und- typ, Körpergröße, Fahrgeschwindigkeit und Kopfhaltung die Geräuschentwicklung so stark, daß es die universelle, optimale Cockpit-Verkleidung nicht gibt. Doch glücklicherweise sind nicht nur Motorradfahrer, sondern auch die Geschmäcker verschieden, sodaß jeder aus dem großen Angebot an Verkleidungen zumindest eine optisch ansprechende für sein Fahrzeug finden wird.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote