Ausprobiert: Kaltmetall (Archivversion) Härtefall

Manche Schäden lassen sich auch mit sogenannten Kalt- oder Flüssigmetallen nicht mehr reparieren. Bei kleineren Blessuren metallischer Bauteile leisten sie jedoch gute Dienste.

Durch ungewollte Umfaller werden oft Motor-Gehäuse oder -Deckel von Schalt-, Bremshebeln oder spitzen Steinen eingedrückt. Die Folge: nur wenige Millimeter große Löcher oder Risse, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind, durch die das Motoröl aber dennoch schnell einen Weg ins Freie findet.Bleiben drei Alternativen: entweder der Kauf eines neuen Gehäuses oder Deckels, das Leck in einer Fachwerkstatt schweißen lassen oder mit Hilfe von hitzebeständigem Kalt- oder Flüssigmetall selbst stopfen. MOTORRAD probierte acht dieser zwischen zehn und 40 Mark teuren Mittelchen aus, die alle eines gemeinsam haben: Es handelt sich um Zweikomponenten-Werkstoffe, die vor Gebrauch gemischt werden müssen.Dabei lassen sich zwei Gruppen unterscheiden. Zu den knetähnlichen Produkten gehören Hylomix, Kaltmetall, Magnum Steel und Turbokitt. Kern und Hülle der Knetwürste bestehen aus zwei verschiedenen Werkstoffen, die sich durch kräftiges Kneten in wenigen Minuten miteinander vermischen und dadurch verarbeitungsfähig werden. Da die geknetete Masse bereits nach etwa fünf Minuten relativ hart wird, sollten Bastler nur kleine Portionen zubereiten. Während sich die Knetmassen für Ausbrüche, Löcher und auch frei zu gestaltende Formen gut eignen, gehört das Ausfüllen kleiner Risse und Bohrungen nicht zu den Stärken der wenig kriechfähigen, klebrigen Massen.Die andere Gruppe sind Flüssigmetalle. Hierzu gehören Chemical Metal, Flüssig-Metall, Metallex und Metall-Fix. Die beiden Komponenten lagern getrennt in Dosen, Spritzen oder Tuben. Das Vermischen und anschließende Verarbeiten erfolgt mit Holz- oder Kunststoffspateln. Der angerührte Werkstoff ist dünn- bis zähflüssig und daher sehr gut für Risse und kleine Löcher geeignet. Das Flicken größerer Ausbrüche oder gar freies Gestalten von Formen ist kaum möglich, da diese Massen im Vergleich zu den Knetprodukten deutlich länger brauchen, bis sie eine gewisse zähe Konsistenz erreichen. Einzige Möglichkeit, dieses Manko zu umgehen, ist das Anfertigen von Gießformen.Um eine saubere Oberfläche zu erhalten, werden die reparierten Teile nach dem Härten mechanisch nachgearbeitet, was bei keinem der getesteten Produkte Schwierigkeiten bereitet. Feilen, schleifen und bohren geht völlig problemlos. Lediglich das Gewindeschneiden erfordert Fingerspitzengefühl, um saubere Gewindegänge zu bekommen. Die ausgehärteten Werkstoffe sind nun mal trotz der Ankündigung einiger Anbieter leider nicht so hart und stabil wie Guß oder Stahl.Bei Flickarbeiten an stark mechanisch belasteten Bauteilen ist deshalb Vorsicht angebracht. Geht es nur darum, ein Loch oder einen Riß in einem wenig belasteten Gehäusedeckel abzudichten, empfehlen sich alle Kandidaten. Die richtige Verarbeitungsweise wird in Bedienungsanleitungen erklärt.

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