Ausprobiert: Magellan-GPS Explorist 500 (Archivversion) Wegbereiter

GPS-Navigation ist in aller Munde. Im rauhen Motorrad-Alltag behaupten sich robuste Outdoor-Geräte wie das brandneue Magellan Explorist 500. MOTORRAD hat es im Enduro-Einsatz getestet.

Wissen, wo’s langgeht, ist inzwischen kein Privileg mehr. Immer mehr Motorradfahrer rüsten ihr Bike mit Navigationslösungen aus. Doch in vielen Zweirad-Cockpits ist für groß bauende Geräte kein Platz. In diese Lücke prescht die neue Explorist-Serie von Magellan. MOTORRAD hat das ultrakompakte Modell 500 mit einem sonnenlichttauglichen Farbdisplay und interessanten Features wie der Speichermöglichkeit auf handelsüblichen SD-Karten und automatischer Routenberechnung getestet.
Nachteil des Miniformats: Die Tasten sind mit Handschuhen kaum zu bedienen. Außerdem ist das sehr klare Display mit nur 55 Millimeter Bilddiagonale für den Motorradeinsatz grenzwertig. Sicheres Ablesen ist beim Fahren nur schwer möglich. Man merkt, dass dieses Gerät eigentlich für den Einsatz zu Fuß, im Boot oder auf dem Mountainbike entwickelt wurde. Neben den klassischen GPS-Funktionen wie das Aufzeichnen einer gefahrenen Strecke (Tracking), dem Darstellen von gespeicherten Punkten (Waypoints) und manuell erstellter Routen beherrscht das Explorist auch das praktische Auto-Routing. Dazu werden zunächst die firmen-
eigenen Landkarten (Magellan MapSend DirectRoute) auf das Gerät übertragen. Da das Explorist diese Daten auf den nur briefmarkengroßen SD-Karten speichert und sich diese unterwegs rasch wechseln lassen, gibt es auch für lange Reisen keine Beschränkungen des gespeicherten Kartenmaterials. Zum Starten der Auto-Routing-Funktion einfach das gewünschte Ziel eingeben, eine Adresse oder einen »Point of interest« (POI) wie eine Tankstelle, und das Gerät berechnet den schnellsten Weg. Auf Abbiegepunkte wird wie bei Handgeräten üblich per Tonsignal und einer detaillierteren Bildschirmdarstellung hingewiesen. Leider gibt es keine Möglichkeit, Einfluss auf die Berechung zu nehmen, beispielsweise durch Meiden von Autobahnen oder Mautstraßen. Auch ein »Fußgängermodus«, etwa um in der City ein bestimmtes Restaurant aus der POI-Datenbank anzusteuern, fehlt.
Beim Verlassen der Route startet das Explorist keine hektische Neuberechung – was bei anderen Geräten teilweise im unpassendsten Moment passiert –, sondern behält die geplante Strecke zunächst bei. So kann man sich auf der im Display angezeigten Karte orientieren und in Ruhe für eine Rückkehr zur Ursprungsroute entscheiden. Falls das nicht gewünscht ist, startet man die Berechung einer neuen Route manuell durch Tastendruck.
Besonders GPS-Einsteiger tun sich mit enormer Funktionsvielfalt schwer und verstricken sich im Dschungel der Untermenüs. Magellan zeigt, dass weniger in diesem Fall mehr ist. Durch eine klare Menüstruktur und die Beschränkung auf vier Bildschirm-Ansichten gelingt der Einsteig in die GPS-Welt recht schnell. Das gilt auch für das gut strukturierte PC-Programm, das zur Kartensoftware »MapSend« gehört. Damit lassen sich selbst umfangreiche Touren bequem am PC planen und auf das Handgerät übertragen.
Fazit: Insgesamt präsentiert sich das Explorist 500 als super robuster GPS-Handempfänger. Durch das kleine Display und die fehlenden Variationsmöglichkeiten beim automatischen Routing ist es für den Einsatz auf dem Motorrad zwar nur eingeschränkt nutzbar, wer aber auch öfter zu Fuß einen Lotsen braucht, findet in ihm einen interessanten Kompromiss.

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