Beratung: Motorrad-Abdeckplanen (Archivversion) Unter die Haube bringen

Wer sich langfristig binden will, sollte sein Motorrad pfleglich behandeln und es in der kalten Jahreszeit unter eine schützende Plane stecken.

Der Motorradsaison ist vorbei - der Winter naht, und mit ihm sorgen nicht nur Nässe, sondern auch Salz und Schnee für korrosionsfreudige Tage. Steht die Maschine, egal welcher Marke, ungeschützt im Freien, rostet sie munter vor sich hin und ist im Frühjahr kaum wiederzuerkennen. Doch es gibt schon für relativ wenig Geld Abdeckplanen, mit denen Motorräder, die nicht in der Garage überwintern, vor den Unbillen der Umwelt geschützt werden können.MOTORRAD schaute sich auf dem Markt um und unterzog Abdeckplanen verschiedener Anbieter einem Funktionstest. Als Testfahrzeug diente eine Yamaha XJ 900 S mit Halbschalenverkleidung - es waren also relativ große Abdeckplanen gefragt. Während die meisten Hersteller ihre Planen in vielen verschiedenen Größen anbieten, handelt es sich bei den ausgewählten Planen von Götz und Louis um Universalgrößen.Neben der Größe einer Plane spielt das Material eine entscheidende Rolle. Eine überdimensionale Kunststofftüte deckt das Motorrad zwar prima ab und schützt wirkungsvoll vor Regen, aber Kondenswasser, das sich unter der Plane sammelt, hat keine Möglichkeit, nach außen zu gelangen. Atmungsaktivität und Luftzirkulation sind wichtige Kriterien, um sicher vor Rost zu schützen.Es ist immer noch besser, wenn die Planen bei Dauerregen den einen oder anderen Tropfen durchlassen, als wenn das bei Temperaturschwankungen gebildete Kondeswasser nicht entweichen kann und sich am Fahrzeug zu schaffen macht. Deshalb auf keinen Fall versuchen, die nach unten offenen Planen luftdicht abzuschließen. An Sonnentagen ruhig mal die Schutzhülle abnehmen, damit das Fahrzeug ganz abtrocknen kann.Da viele Hersteller von ihren Planen behaupten, sie seien hitzefest, unterzog MOTORRAD alle Kandidaten einem Test, bei dem sie ihre Temperaturbeständigkeit unter Beweis stellen mußten. Zehn Sekunden lang wurden ihre Innenseiten, die in erster Linie mit dem heißen Motor in Kontakt kommen, auf eine erwärmte Heizplatte gedrückt. Ein Temperaturfühler ermittelte ständig die exakte Oberflächentemperatur. Bei 50 Grad Celsius wurde begonnen und in 50-Grad-Schritten kontinuierlich auf 300 Grad erhöht.Schnell wurde klar, daß man die Abdeckplanen besser nicht über heißgefahrene Motorräder legen sollte. Krümmer können im Extremfall bis zu 800 Grad heiß werden und lassen auch sogenannten hitzebeständigen Abdeckplanen keine Chance. Spätestens bei 250 Grad schmorten auch die letzten Testkandidaten durch. Wer also nicht ständig Löcher an seiner Abdeckplane flicken möchte, sollte vor dem Zudecken das Motorrad ausreichend abkühlen lassen.Ein weiterer Punkt, den man vor dem Kauf einer Abdeckplane beachten sollte, ist die Frage nach dem Einsatzzweck. Manch ein Käufer möchte die Abdeckhaube in den Urlaub mitnehmen, um das Motorrad vor allzu gierigen Blicken zu schützen. Dann ist natürlich ein kleines Packmaß von Vorteil. Besonders die Planen von Hein Gericke, Polo und Louis können mit solch einem geringen Packmaß aufwarten.Dient die Plane nur in heimatlichen Gefilden zum Zudecken des Motorrads, spielt das Packmaß nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Paßform. Zunächst also die richtige Größe auswählen und dann auf Verzurrmöglichkeiten achten. Ständig wild im Wind flatternde Planen reißen vor allem bei Minustemperaturen viel schneller als straff sitzende und verspannte Exemplare.

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