Beratung: Umbau von Rädern und Felgen (Archivversion) Probleme beim Umbauen

Der Umbau von Rädern und/oder Felgen kann einfach vonstatten gehen, ist in vielen Fällen aber nicht ganz unproblematisch. Werden die Serienfelgen gegen Zubehörfelgen gleicher Größe ausgetauscht, gestaltet sich der Einbau unter Verwendung fahrzeugspezifischer Adapter meist problemlos. Die Aufrüstung mit breiten Felgen und entsprechenden Reifen stellt dagegen einen größeren technischen Eingriff dar. Entsprechend gut vorbereitet sollte der Umbauer deswegen an sein Werk gehen. Werden, wie bei älteren Maschinen häufig der Fall, deutlich breitere Felgen als original verbaut, gibt es zunächst einmal ein Platzproblem. Beim Vorderrad geht es dann zwischen den Gabelholmen und in der Schwinge recht eng zu, die Freigängigkeit ist oft nicht gewährleistet. Eine Änderung des Vorderad-Kotflügels kann zwar zusätzlich Platz schaffen, in Extremfällen werden aber zwei neue Gabelbrücken, die einen größeren Abstand zwischen den Holmen ermöglichen, fällig.Weiter zu bedenken ist eine eventuell notwendige Angleichung des Tachoantriebs aufgrund eines geänderten Vorderrad-Abrollumfangs. Korrekturmöglichkeiten bietet hier ein ausgleichendes Zwischengetriebe für die Tachowelle oder ein in der Übersetzung angepaßter Tachoantrieb. Vielfach findet sich ein geeignetes Stück im Ersatzteilregal des entsprechenden Fahrzeugherstellers.Sehr viel aufwendiger gestaltet sich der Einbau eines breiteren Hinterrads. Gerade bei älteren Maschinen erlauben die Schwingen selten die Verwendung eines deutlich breiteren Reifens. Um eine neue Schwinge kommt man in der Regel nicht herum. Hierbei sollte darauf geachtet werden, daß für alle weiterverwendeten Originalbauteile entsprechende Adapter oder Distanzstücke vorhanden sind, sonst enden selbst einfachste Arbeiten wie das Einsetzen der Bremsmoment-Abstützung in einem Debakel. Ist das Hinterrad entsprechend positioniert, stellt sich schon das nächste Problem: Die Kette streift am Reifen. Um das zu kompensieren, gibt es zwei Möglichkeiten. Die einfachere Lösung ist, die Kettenflucht nach außen zu verlegen. Um den Spurversatz des hinteren Kettenrads am Getriebeausgang ausgleichen zu können, greifen die Spezialisten zu gekröpften Ritzeln, die als Sonderanfertigungen erhältlich sind. Sollte dies nicht ausreichen, bleibt nur noch, das Hinterrad außermittig einzubauen oder einzuspeichen, was sich durch den Spurversatz der Räder dann allerdings negativ auf das Fahrverhalten auswirken kann.Um vor bösen Überraschungen und explodierenden Umbaukosten verschont zu bleiben, sollte man die Sache im voraus sehr genau durchdenken. Seriöse Tuning-Firmen lösen solche Probleme gewissenhaft und zeigen dem Kunden auch die Grenzen des Vernünftigen auf.

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