Bremsen-Tuning an der Suzuki TL 1000 S (Archivversion)

Beim Bremsen hobelt es nicht nur die Beläge herunter, auch an den Scheiben geht die Reibung nicht spurlos vorbei. Auf Serienscheiben ist fast immer die Mindestdicke eingeprägt, diese darf keinesfalls unterschritten werden. Manchmal ist aber schon vorher ein Tausch fällig, die Scheiben können sich infolge der thermischen Belastung verziehen oder rubbeln. Durch Überschleifen lassen sich defekte Scheiben preiswert reparieren, das kostet ab 120 Mark pro Scheibe (zum Beispiel bei Scheuerlein). Eine Alternative bei schwimmend gelagerten Scheiben ist eine preiswerte »Umbereifung« der Scheiben, indem nur der Außenring und die Floater erneuert werden. Diese Renovierung kostet unter 300 Mark Mark pro Scheibe (ABM, Spiegler). Tauschscheiben aus dem Zubehör sind üblicherweise ebenfalls preisgünstiger als originaler Ersatz. Dabei steht Stahl oder Guß zur Wahl. Gußscheiben waren früher Standard und sind im Rennsport immer noch verbreitet. Selbst dort werden jedoch zunehmend Edelstahl-Scheiben eingesetzt. Vorteile von Guß: Die Reibpaarung ist günstiger, zudem wird die Hitze besser abgeleitet, das bringt Standfestigkeit. Für den Straßenfahrer ärgerlich: Guß rostet. Fast alle Serienmaschinen besitzen heute Stahlscheiben, die in Verbindung mit modernen Sinterbelägen gute Leistungen bieten können. Stahlscheiben sind etwas empfindlicher gegen Verzug oder Rubbeln, dafür brechen sie praktisch nicht. Ob Guß oder Edelstahl, wichtig ist die Abstimmung der Beläge. Daher Zubehörscheiben immer mit den darauf abgestimmten Belägen einbauen. Einzelne, starre Scheiben gibt es schon ab etwa 250 Mark (Braking, Micron), ein Set mit zwei schwimmend gelagerten Gußscheiben plus Belägen kostet etwa 1000 Mark (Brembo, Spiegler). Kohlefaser ist bisher noch nicht eintragungsfähig, Alpha Technik bemüht sich zur Zeit darum.

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