Bremsen-Tuning an der Suzuki TL 1000 S (Archivversion) Leitungen

Stahlummmantelte Leitungen gelten gemeinhin als das Allheilmittel zur Verbesserung schwammiger Bremsen. Wunder können sie aber nicht vollbringen, und Voraussetzung für eine gute Bremse sind sie nicht. Selbst extrem leistungsfähige Bremsanlagen von aktuellen Supersportlern wie die Yamaha R1 benutzen simple Gummischläuche. In vielen Fällen verbessern verstärkte Leitungen jedoch die Funktion. Stahlflex-Leitungen bestehen aus einem Teflonschlauch, der mit einem Stahlgewebe ummantelt ist. Die Anschlüsse sind meistens verpreßt und lassen sich mit speziellen Hilfswerkzeugen - nicht mit der Zange! - drehen und ausrichten. Die Fittings bestehen entweder aus Stahl oder Aluminium. Stahl ist auf jeden Fall die sichere Lösung. Aluminium ist gegen Schwingungen und hohe Belastungen empfindlicher und wird daher von einigen Herstellern bei Straßenmaschinen grundsätzlich nicht eingresetzt. Der Vorteil der stahlumwobenen Schläuche ist, daß sie sich unter Druck weniger dehnen. Daher ist der Druckpunkt am Bremshebel härter, die Übertragung der Kräfte direkter. Besonders bei schwach dimensionierten Anlagen mit langen Gummileitungen wird die Dosierbarkeit spürbar besser, dies trifft zum Beispiel auf viele Chopper und ältere Maschinen zu. In jüngster Zeit werden auch kevlarummantelte Leitungen angeboten. In puncto Ausdehnung sind sie allenfalls einen Hauch steifer als die stahlbewehrten Kollegen, Rennfahrer benutzen sie eher wegen des geringeren Gewichts. Verstärkte Bremsleitungen sind in vielen Fällen eine vernünftige Investition. Auf jedem Fall tragen die Schläuche im Gegensatz zu tristen Gummischläuchen zur optischen Aufwertung bei. Ein kompletter Satz für eine vordere Bremse kostet je nach Ausführung und Umfang zwischen 100 und 300 Mark.

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