Bremsen-Tuning an der Suzuki TL 1000 S (Archivversion) Beläge

Vor kostspieligen Investitionen in edle Komponenten ist bei schlaffer Bremswirkung ein Wechsel der Beläge empfehlenswert. Zumal Bremsbeläge ohnehin Verschleißteile sind, ein Tausch also regelmäßig fällig ist. Die Serienbeläge sind in den meisten Fällen keine schlechte Wahl, zumal der Motorradhersteller Garantie oder Kulanz etwa im Fall rubbelnder Bremsscheiben nur bei originaler Bestückung gewährt. Neue Serienbeläge wirken bei schlaffen Bremsen oft schon Wunder. Zubehörbeläge sind praktisch immer deutlich preisgünstiger, pro Zange sind ab etwa 50 Mark fällig. Und manchmal bringen sie in der Funktion Vorteile, häufig aber auch nicht. Vor Experimenten sei ausdrücklich gewarnt, die Reibpaarung von Belägen und Scheiben muß stimmen. Im Extremfall kann ein falscher Belag eine Scheibe in Kürze auffressen, ein teurer, unter Umständen gefährlicher Spaß. Grundsätzlich wird zwischen Sinterbelägen und organischen Belägen unterschieden. Sinterpads enthalten überwiegend metallische Anteile und sind härter, woraus sich allerdings nicht zwangsläufig ein höherer Scheibenverschleiß ableiten läßt. In der Regel bieten Sinterbeläge ein besseres Ansprechverhalten bei Nässe, außerdem bremsen sie gleichmäßiger, ob kalt oder warm. Allerdings leiten sie die Wärme schneller zu den Zangen, daher besitzen sie an der Trägerplatte häufig isolierende Bleche. Die meisten Sinterbeläge dürfen nicht mit Gußscheiben kombiniert werden. Organische Beläge bestehen aus Ruß, Metallen, Keramik und Faserstoffen, als Bindemittel wird Harz eingesetzt. Sie funktionieren sowohl mit Stahl- wie auch mit Gußscheiben, brauchen aber eine längere Einfahrzeit, in der das Harz ausgast. Bei richtiger Abstimmung können organische Beläge sie besonders in Verbindung mit Gußscheiben sehr gute Verzögerungen liefern und die Fadingneigung mindern. Beim Kauf ist in jedem Fall auf eine Allgemeine Betriebserlaubnis achten.

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