Data Recording

Zahlreiche Sensoren decken die Stärken und Schwächen der Bremsbeläge gnadenlos auf.

In Zusammenarbeit mit den Data Recording-Spezialisten 2D-Messsysteme präparierte MOTORRAD die Test-Honda CBR 600 F mit verschiedenen Sensoren und Messfühlern. Neben der obligatorischen Geschwindigkeitsmessung über Sensoren am Vorderrad und einem linearen Potentiometer zur Aufnahme des Gabelfederwegs wurde im Fahrzeugheck ein sogenannter Gyro eingesetzt, der die Beschleunigung beziehungsweise Verzögerung des Fahrzeugs aufzeichnet. Außerdem nimmt ein in das hydraulische Bremssystem eingebauter Drucksensor die Bremsdrücke auf. Anhand dieser Daten lassen sich Aussagen bezüglich Dosierbarkeit, Wirkung und erforderlicher Handkraft treffen.Sämtliche Sensoren übertragen ihre Messwerte in den Datenlogger, von dem sie per Datenverbindung in einen Laptop gelangen. Anschließend lassen sich die Aufzeichnungen mit der auch im Grand-Prix-Zirkus verwendeten Auswertungsoftware Race von 2D anschauen, vermessen, vergleichen und ausdrucken. Kleinste Unregelmäßigkeiten können lokalisiert sowie die subjektiven Fahreindrücke des Testers belegt werden.Das abgebildete Diagramm zeigt einen von ungefähr 500 aufgezeichneten Bremsvorgängen. Die nahezu ideal verlaufende Bremsung fand mit einem der Testsieger-Beläge statt. Beim betrachteten Rennstreckenabschnitt in Ledenon handelt es sich um ein Bremsmanöver vor einer 180-Grad-Linkskurve. Die farbigen Linien stehen für folgende Messwerte: Rot - Geschwindigkeit in km/h, Blau - hydraulischer Druck im Bremssystem in bar, Grün - Verzögerung in m/s², Violett - Gabelfederweg in mm. Die untere Koordinate steht für die zurückgelegte Fahrzeit in Sekunden.Im Beispiel beginnt der Fahrer nach 50,5 Sekunden der Datenaufzeichnung, Bremsdruck aufzubauen. Dies geschieht sehr linear und steil – ein Zeichen für gute Dosierbarkeit. Nahezu parallel zum Bremsdruck steigen die Werte für die momentane Verzögerung und den Einfederweg. Knapp zwei Sekunden lang hält der Tester den Bremsdruck konstant hoch auf etwa 7,5 bar. Dies hat eine ebenfalls konstante Verzögerung von 7,5 m/s² zur Folge. Auch die Gabel bleibt während dieses Vorgangs voll eingefedert, während die Fahrgeschwindigkeit kontinuierlich abnimmt. Beim Einlenken in die Kurve (nach zirka 52,5 Sekunden) verringert der Fahrer den Bremsdruck nach und nach und löst die Bremse schließlich ganz. Die Verzögerung nimmt ab, und die Gabel federt wieder aus. Aufgrund der bei Kurvenfahrt herrschenden Fliehkraft federt die Gabel jedoch nicht völlig aus.

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