Frisiersalon Suzuki SV 650 / SV 650 S Hier werden Sie geholfen

Mit wenig Aufwand aus einem guten ein noch besseres Motorrad machen? Im Fall der beliebten Suzuki SV 650-Baureihe kein Wunschdenken, sondern Realität.

Weihnachten steht vor der Tür, und wie jedes Jahr stellt sich die quälende Frage: »Was schenken?« Die Antwort kann ganz einfach sein, zumindest wenn einer Ihrer Lieben im Besitz einer Suzuki SV 650 oder der halbverkleideten S-Variante ist. Dann nämlich können Sie statt Krawatten, Topflappen oder Duftwässerchen endlich mal etwas Nützliches schenken.
Einen Satz neue Gabelfedern beispielsweise, darüber wird sich jeder SV-Eigner richtig freuen. Garantiert. Weil die Standard-Federn der flinken Suzuki zu weich geraten sind. Die Folgen: Beim harten Bremsen geht die Gabel vor allem auf holperigem Geläuf viel zu schnell auf Block. Zudem stempelt das Vorderrad dabei heftig. Und auch um die Stabilität in schnellen Wechselkurven könnte es besser bestellt sein. Die Lösung: härtere, progressiv gewickelte Gabelfedern. Alle von MOTORRAD ausprobierten Exemplare brachten eine deutlich spürbare Verbesserung (siehe Kästen Seite 43). Unser Tipp: in Verbindung mit den strafferen Federn ein Gabelöl mit der Viskosität SAE 20 verwenden (Serie SAE 5), kostet in der Regel unter 30 Mark pro Liter und bringt deutlich mehr Dämpfung.
Ein weiteres absolutes Muss für ambitionierte SV-Treiber ist eine andere Verkleidungsscheibe. Der Windschutz des Serienteils ist nämlich nicht gerade berauschend, doch der Zubehörmarkt schafft glücklicherweise Abhilfe. MRA bietet gleich zwei Varianten an, vor allem die flachere Spoilerscheibe überzeugte die Tester nachhaltig.
Kein Muss, aber ein Kann: ein hochwertigeres Federbein. Das Original-Bauteil, das sich lediglich in der Federbasis einstellen lässt, stellt braven Großserien-Durchschnitt dar. Angesichts des günstigen SV-Preises gehen Ansprechverhalten, Komfort und Fahrstabilität im Alltagsbetrieb in Ordnung. Wer’s allerdings richtig fliegen lassen will, wird mit der Dämpfungs-Charakteristik hadern: zu wenig Druckstufen- und eine diffus agierende Zugstufendämpfung. Die ausprobierten Zubehör-Federbeine brachten deutliche Verbesserungen in puncto Fahrstabilität und bei der Rückmeldung für den Fahrer, wobei vor allem das exklusive Öhlins-Federbein für 1399 Mark überzeugte: Qualität hat eben seinen Preis. Aber auch die Fähigkeiten des mit 799 Mark vergleichsweise günstigen Technoflex-Federbeins übertreffen die des Serienbauteils deutlich. Ambitionierte Sportler, die zu Abstrichen beim Komfort bereit sind und nicht in ein neues Federbein investieren möchten, könnten mit folgendem Fahrwerksumbau glücklich werden: Wirth-Gabelfedern mit einem 20er-Gabelöl, das Heck mittels kürzer Umlenkhebel höher legen. Allerdings müssen es nicht gleich 35 Millimeter sein, wie bei den getesteten Hebeln von Team Métisse.
Im Gegensatz zu den Federelementen stand die SV-Bremsanlage nie im Kreuzfeuer der Kritik. Angesichts der beeindruckenden Verzögerungswerte auch kein Wunder. Beim Sporttourer-Mega-Vergleich (siehe MOTORRAD 19/1999) brachte es die kleine Suzuki auf respektable 9,3 m/s² maximale Bremsverzögerung und düpierte so manch edleres Gefährt. Ist aber noch mehr drin. Tester Werner Koch beklagte damals nämlich das heftige Stempeln und die Instabilität der auf Block gehenden Seriengabel. Was mit härteren Gabelfedern der Vergangenheit angehört. Wer sich eine noch bessere Dosierbarkeit oder weniger Handkraft für seine vorderen Stopper wünscht, der ist mit allen getesteten Zubehörbremsbelägen sehr gut bedient. Ein Wechsel ist allerdings erst dann lohnenswert, wenn die teure Erstausstattung verschlissen ist. Warum 192,24 Mark für vier Suzuki-Original-Beläge hinblättern, wenn es beispielsweise von Premier hervorragenden Ersatz für nur 99,80 Mark mit Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) gibt?
Wo gerade vom turnusmäßigen Wechsel die Rede ist: Elf Reifenpaarungen hat der deutsche Importeur für die SV zwischenzeitlich homologiert, Freigaben sind kostenlos bei jedem Suzuki-Händler erhältlich. Die besten vier Pneus der ausführlichen MOTORRAD-Reifenempfehlung (Heft 18/1999) vom Sportreifen bis hin zum laufleistungsorientierten Tourenpneu sind auf Seite 41 nochmals aufgeführt.
So, nach der Abteilung Fahrwerk nun noch etwas Sinnliches: Die Serienauspuffanlage ist vielen SV-Fans ein Dorn im Auge. Weil deren angeschrägtes Endstück aussieht wie schon-mal-gestürzt-und-selber-zusammengeflickt-aber-leider-provisorisch – freundlich ausgedrückt. Zwar konnte keine der drei ausprobierten Zubehöranlagen (allesamt mit ABE, also nicht eintragungspflichtig) die Messwerte der Serien übertrumpfen, doch zumindest die Scorpion-Anlage ist ihr ebenbürtig. Weitere Vorteile der Zubehörauspüffe liegen im Preis und im Aussehen. Die Anlagen von BOS und BSM bringen zudem eine deutliche Gewichtsersparnis. Unter diesen Aspekten könnte selbst der sparsamste Erbsenzähler ins Grübeln geraten, wenn sein bestes Stück einmal unabsichtlich auf der rechten Seite zu Boden gegangen ist. Spätestens dann nämlich lohnt sich der Kauf einer günstigeren Zubehöranlage.

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