Garantie, Gewährleistung, Haftung (Archivversion) Im Ausschlussverfahren

Der Blick ins Kleingedruckte beim Neukauf eines Motorrads lehrt: Wer auf Originalteile verzichtet, verspielt seinen Garantieanspruch. Ein unumstößlicher Grundsatz?

Der Service rund ums Motorrad ist mittlerweile ein wichtiges Verkaufsargument geworden. Längere Laufzeiten von bis zu vier Jahren bei der Herstellergarantie, zahlreiche Optionen zur Garantieverlängerung, garniert mit einer Mobilitätsgarantie bei Unfall, Panne oder Diebstahl: Doch die freiwilligen Leistungen der Hersteller sind an Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss das Motorrad laut vorgegebener Service-Intervalle in einer Vertragswerkstatt gewartet werden. Ein großes Ausschlusskriterium ist bei der Anerkennung eines Garantiefalles die Verwendung nicht originaler Zubehör- oder Ersatzteile. Vertragshändler dürfen bei Wartungsarbeiten eh nur Originalteile verwenden. Wer sein Motorrad mit Ersatz- oder Zubehörteilen aus dem freien Handel ausrüsten will, sollte vorher unbedingt mit seinem Händler mögliche Konsequenzen für die Garantie absprechen. Gleiches gilt für die Gewährleistung, die im Gegensatz zur freiwillig gewährten Garantie ein gesetzlich verbrieftes Recht ist. Werden bei einem Mangel nicht originale Teile am Motorrad entdeckt, kann der Verkäufer schnell argumentieren, dass diese das Problem verursacht haben. Allerdings sollte man sich gegen Pauschalargumente wappnen. So steht beispielsweise die Verwendung nicht originaler Bremsbeläge in keinem Zusammenhang mit einem eventuellen Getriebeschaden. Unsere Empfehlung bei Streitfällen: der Gang zu den Verbraucherzentralen (www.verbraucherzentrale.de).

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