Grundlagen: Zündkerzen Zündkerzen warten

Ohne sie passiert in einem Otto-Motor nichts: Zündkerzen erzeugen den entscheidenen Funken, der das Gemisch im Zylinder entzündet. 2Räder erklärt, wie Sie Ihre Kerzen fit halten.

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Zündkerzen warten

Ob eine Zündkerze ersetzt werden muss, hat nicht in erster Linie mit ihrem Alter zu tun; vordringlich zählen Laufleistung und Belastung.

Wer sein Motorrad überwiegend im Stadtverkehr und mit viel Start-Stopp bewegt, muss der Zündkerze mehr Aufmerksamkeit schenken, als einer, der meistens auf freier Strecke zügig im mittleren bis oberen Drehzahlbereich fährt.

Besonders hochwertige Zündkerzen besitzen eine sehr dünne Mittelelektrode aus Platin oder Iridium. Diese ist mit 0,8 bis 1,2 mm deutlich dünner als die einer Standard-Zündkerze (ca. 2,5 mm), erwärmt sich deswegen rascher und hat weniger Fläche, an der sich Verbrennungsrückstände festsetzen können.

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  • Werkzeug bereitlegen: Bei hoch sitzenden Zündkerzen genügt der Kerzenschlüssel aus dem Bordwerkzeug zum Aus- und Einbau.
  • Bei tief sitzenden Zündkerzen, wie es bei modernen Motoren mit zwei obenliegenden Nockenwellen üblich ist, braucht man einen langen Kerzenschlüssel mit eingesetztem Gummiring als Montagehilfe, der die Kerze beim Aus- und Einbau sicher festhält.
  • Um die Zündkerze mit dem richtigen Drehmoment (siehe Handbuch) festzuziehen, wird ein entsprechender Zündkerzen-Nussaufsatz für den Drehmomentschlüssel benötigt.
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Zündkerzen ausbauen

Achtung: Zündkerzenstecker immer nur von Hand abziehen und aufstecken! Keine Zange oder Schraubendreher zu Hilfe nehmen, denn die können den Zündkerzenstecker beschädigen. Kerzenstecker und ausgebaute Zündkerze nicht fallen lassen! Beim Aufprall können Teile brechen oder Risse entstehen, die Stromkreisunterbrechungen oder Kurzschlüsse verursachen.

Ausnahmen sind die Regel: In jüngster Zeit werden vermehrt kombinierte Zündkerzenstecker-Zündspulen verbaut, das sind lange Zündkerzenstecker mit dem kleinen Elektrostecker am Kopf. Diese Bauteile saugen sich im Laufe der Zeit auf der Zündkerze und im Schacht des Zylinderkopfs fest, lassen sich entsprechend schwer ausbauen:

Elektrostecker abziehen:

Riegel am Stecker seitlich eindrücken und gleichzeitig am Stecker ziehen, nicht jedoch am Elektrokabel. Vor dem Ausbau den Kerzenstecker durch Drehen lösen.

Von Hand vorsichtig ab- und ausziehen. Wenn er nicht raus will: Ganzvorischtig mit einem Reifenmontiereisen an der Steckdose hebeln. Manche Hersteller statten das Bordsortiment auch mit einem speziellen Zündkerzensteckerabziehwerkzeug aus.

Ausbau:

  1. Verkleidungsteile entfernen, so dass genügend Freiraum für sauberes Arbeiten entsteht. 
  2. Zündkerzenstecker abziehen.
  3. Druckluft von oben zwischen Kühlrippen und in den Zündkerzenschacht blasen und eventuell angesammelten Schmutz aus dem Zündkerzenschacht ausblasen.
  4. Zündkerze mit dem Zündkerzenschlüssel lösen und herausdrehen.

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Zündkerzencheck

Wichtig für die ordnungsgemäße Funktion der Zündkerze ist vor allem ein korrekter Elektrodenabstand. Stimmt dieser nicht, muss er korrigiert werden.

Die Elektroden dürfen jedoch nur wenig nachgebogen werden, denn für eine zu heftig oder zu oft verbogene Elektrode besteht im Betrieb höchste Bruchgefahr. Im Zweifelsfall lieber eine neue Kerze verwenden.

Der vorgeschriebene Elektrodenabstand beträgt in der Regel 0,8 bis 0,9 Millimeter, das ist von Motor zu Motor verschieden (bitte sehen Sie im Fahrzeughandbuch nach, welcher Elektrodenabstand für Ihren Motor gilt). Die Verschleißgrenze liegt bei 0,9 bis 1,0 Millimetern.


Elektrodenabstand messen und korrigieren

  1. Elektrodenabstand mit Fühlerlehre messen.
  2. Bei zu weitem Abstand (was bei einer gebrauchten Zündkerze meistens der Fall ist) Zündkerze kopfüber halten, einen Schraubendreher verkehrt herum in die Hand nehmen und mit dem Griff ganz leicht auf die Elektrode klopfen: Lieber einen Schlag zu wenig als einen zu viel!
  3. Wenn die Außenelektrode aus Versehen zu stark zusammengeklopft wurde, der Elektrodenabstand also zu eng ist, vorsichtig mit einem kleinen Elektroschraubendreher wieder aufbiegen. Besser noch ist es, die Elektrode mit einer kleinen Flachzange hochzubiegen.
  4. In jedem Falle gilt: Beim Einstellen des Elektrodenabstandes viel Gefühl walten lassen, sonst kann die Masseelektrode abbrechen, und die Zündkerze ist kaputt!

Zündkerzen einbauen

  1. Bei neuen oder gebrauchten Zündkerzen in einem älteren Motorrad: eine kleine Menge Keramikpaste auf das Gewinde der Zündkerze geben. Sie schmiert das Gewinde und verhindert, dass die Kerze festbackt.
  2. Zündkerze in Zündkerzenschlüssel einsetzen; von Hand gefühlvoll und ohne irgendwo anzuschlagen in den Zündkerzenschacht einführen, ans Gewinde ansetzen und einschrauben.
  3. Zündkerze so weit ins Gewinde einschrauben, bis Widerstand spürbar wird, dann mit vorgeschriebenem Anzugsdrehmoment festziehen.
  4. Falls kein Drehmomentschlüssel zur Verfügung steht, folgendermaßen vorgehen:

    4.1 Gebrauchte Zündkerze, bei der sich der Dichtring schon gesetzt hat: Zündkerze nach Aufsitzen des Gewindebundes um ca. 1/8 Umdrehung festziehen.

    4.2 Neue Zündkerze mit neuem Dichtring: Zündkerze nach Aufsitzen des Gewindebundes um 1/4 bis 1/2 Umdrehung anziehen, wieder lösen und endgültig um 1/8 Umdrehung anziehen.

Achtung: Beim Einschrauben der Zündkerzen unbedingt darauf achten, dass schon der erste Gewindegang richtig greift, das Außengewinde der Kerze also richtig am Innengewinde im Zylinderkopf angesetzt ist.

Eine schräg angesetzte Kerze ruiniert mit ihrem harten Stahlgewinde das weiche Gewinde im Aluminiumzylinderkopf schon nach einer halben Umdrehung.

Abhängig vom Gewindedurchmesser der Zündkerze gelten in etwa folgende Anzugsdrehmomentwerte:


Gewinde 8 mm: 8 bis 10 Nm
Gewinde 10 mm: 10 bis 12 Nm
Gewinde 12 mm: 15 bis 20 Nm
Gewinde 14 mm: 25 bis 30 Nm
Gewinde 18 mm: 35 bis 40 Nm

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Der Ringspalt bleibt bei Iridium-Kerzen frei von Ablagerungen.

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Die Zündflamme von Iridium-Kerzen (obere Bildreihe) ist größer als die von Standardkerzen (untere Bildreihe).

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