Häufige Fragen und Antworten (Archivversion) Vier vor sechs

Wie viel DOT darf sein, was macht die Scheibe am Rand? Antworten auf Fragen rund um die Bremsanlage.

Was muss ich beim Kauf einer Sechskolben-zange beachten?
Sechskolbenzangen, die einen Belag pro Seite haben, sind nicht zu empfehlen. Zum einen können sich die langen Beläge bei großer Hitze verziehen und liegen dann nicht mehr gleichmäßig an der Scheibe an. Zum anderen kann sich die Zange durch die weite Öffnung gerade im Mittelteil beim Bremsvorgang aufweiten und den Druckpunkt spürbar verschlechtern. Deshalb sollte die Zange mit Einzelbelägen bestückt sein. Nur durch zusätzliche Verschraubungen kann die Öffnung gegen das Aufbiegen beim Bremsen gesichert werden.
Welche Vorteile haben innenumfassende Bremsen, wie sie Buell verwendet?
Bei dieser Anlage sind die Bremsscheiben mit schwimmender Aufnahme direkt am Felgenhorn befestigt. Vorteil: Die Bremskräfte werden direkt auf die Felge übertragen und müssen nicht wie bei herkömmlicher Befestigung über Rad-nabe und Speichen umgeleitet werden. Infolgedessen sind leichtere und filigranere Konstruktionen mög-lich. Dadurch reduzieren sich die ungefederten Massen erheblich und, so verspricht zumindest Buell, auch die Kreiselkräfte. So reicht bei der Buell bereits eine Scheibe, um eine standfeste Bremsleistung zu gewährleisten. Allerdings kann ein solcher Bremsentyp für manch leichte Maschine überdimensioniert sein.
Was bringt das Verwenden von Bremsflüssigkeit des Typs DOT 5?
DOT 5 ist eine Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis, die nicht wasser-anziehend und somit deutlich alterungsbeständiger ist. Damit wird auch die Rostbildung im Bremssystem herabgesetzt. Der Nachteil: DOT 5 – für das US-Militär entwickelt – ist stärker komprimierbar und kann den Druckpunkt weich und schwammig machen. Ohnehin darf DOT 5 nur in entsprechend freigegebene Systeme gefüllt werden. Als Alternative zu den Typen DOT 3 oder 4 darf – falls es herstellerseitig erlaubt ist – nur der Typ DOT 5.1 (alle auf Glykolbasis) verwendet werden.
Warum sind Kohlefaser-Bremsscheiben nicht straßenzugelassen?
Im Renngeschehen sind Bremsscheiben aus Kohlefaser das Non­plusultra – solange es nicht regnet. Denn dann werden die Ultraleichtscheiben durch rund vier Mal so schwere Stahlscheiben ersetzt. Der Grund: Karbonscheiben brauchen zum Aufbau eines akzeptablen Reibbeiwerts Temperaturen von 200 bis 300 Grad Celsius. In kaltem Zustand bleiben solche Anlagen weit unter ihren Möglichkeiten und machen sie somit im Alltag nicht nutzbar. Eine technisch interessante Alternative stellen aber die ebenso leichten, auf Karbon basierenden Komposit-Keramikbremsen dar, für die es mittlerweile eine ABE gibt.

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