Hebebühnen-Vergleich (Archivversion)

Erster Stock bitte

Nicht nur die Riesen unter den Hobby-Schraubern tun sich leichter, wenn ihnen das Motorrad beim Arbeiten entgegenkommt. Ein Vergleich von neun Liften.

Das Leben kann hart sein. Neun hydraulische Hebebühnen in der Preisklasse bis zirka 1600 Mark stellten sich dem schwersten Service-Vergleichstest aller Zeiten - mehr als eine Tonne Material wurde einer genauen Prüfung unterzogen. Wenigstens zeigte der Wettergott Erbarmen: Die kalten Januartage waren geradezu ideal, sich bei schweißtreibender Tätigkeit in der Redaktionstiefgarage aufzuwärmen. Unzählige Pumpvorgänge an jeder Hebebühne ließen die Muskeln der beteiligten Oberschenkel beträchlich anschwellen.Das Hochpumpen war freilich nur eines von vielen Testkriterien. Rund 30 Bewertungspunkte wurden drei Überbegriffen zugeordnet. Das Kriterium »Verarbeitung« umfaßte zum Beispiel Unterpunkte wie Lack- und Schweißqualität, Paßgenauigkeit und Materialstärken. Der Überbegriff »Sicherheit« ergibt sich unter anderem aus den Punkten Vorderradklemmvorrichtung, Stoß- und Verletzungsgefahr, Kabelverlegung, narrensichere Senkgeschwindigkeit und Standsicherheit. Unter dem Kriterium »Bedienung« vereinigen sich neben weiteren Aspekten die Testpunkte Ausführung und Bedienung der Pedale, Hinterradausbaumöglichkeit, Auffahr- und Arbeitshöhe sowie Fußfreiraum.Soviel vorneweg: Als völlig ungeeignet erwies sich keines der getesteten Modelle, auch wenn sich teilweise große Unterschiede in Verarbeitung, Sicherheit und Bedienungskomfort ergaben.Bei welchen Kriterien man Abstriche machen kann, hängt vom persönlichen Bedarf ab. Über Gebrauchshäufigkeit und Einsatzzweck sollte man sich vor dem Kauf im klaren sein. Für denjenigen, der seine Bühne an die Rennstrecke oder in den Urlaub mitnehmen will, ist nur eine transportfähige, leichte Bühne interessant, während ein Bastler, der die Fahrzeuge des ganzen Motorradclubs in der eigenen Werkstatt repariert, auf eine stabilere Bühne mit hohem Bedienungskomfort zurückgreifen wird.Auch der Platzbedarf spielt eine entscheidende Rolle. Viele Garagen sind weder hoch genug, noch bieten sie ausreichend Platz, um Auto, Motorrad und Hebebühne gleichzeitig unterzubringen. Die Überfahrhöhen der Testkandidaten liegen zwischen 16 und 24 Zentimetern - wohlgemerkt ohne Vorderradklemme. Alle Nicht-Geländewagen weisen also kaum die Bodenfreiheit auf, um die Bühnen zwischen die Räder nehmen zu können.Ist man sich schließlich einig, wo und für was die Hebebühne eingesetzt werden soll, hat man die Qual der Wahl. Die Dicke des zur Verfügung stehenden Geldbeutels ist hierbei nicht unbedeutend, betragen die Preisunterschiede doch einige hundert Mark. Dazu kommen noch die Versandkosten von nicht selten 100 Mark und mehr, außer man holt sich die Bühne beim Hersteller oder einer Zweigniederlassung selbst ab. Nur die Bühne von Hein Gericke wird ohne Aufpreis - allerdings gegen Vorkasse - an jede Adresse innerhalb Deutschlands geliefert.Hat man dann das begehrte Stück endlich in der Garage liegen, geht’s ans Zusammenbauen. Das bereitete bei keinem der Kandidaten Schwierigkeiten. Zu zweit sollte man allerdings allein wegen des hohen Gewichts schon sein, dann sind die Bühnen in wenigen Minuten einsatzbereit.Bis auf das holländische Modell Eurolift V haben alle Hebebühnen ein CE-Zeichen, das sich jedoch nur auf eine gleichbleibende Fertigungsqualität bezieht. Die Hebebühnen von Grip und Hein Gericke sind darüber hinaus mit einem GS-Zeichen (»geprüfte Sicherheit«) des TÜV gesegnet.Die Kehrseite der Medaille beim Thema Rutschsicherheit: Die diesbezüglich auch in schmutzigen Zustand überzeugenden Riffelbleche sind schwer zu reinigen.Glatte Oberflächen lassen sich zwar schnell und einfach säubern, sind aber, vor allem wenn Öl ausgelaufen ist, extrem rutschig.Bei Einsatz von Montageständern haben die verschiedenen Oberflächenbeschaffenheiten kaum einen Einfluß. Auch auf Arbeitsplatten mit Riffelblech funktionieren die Montageständer einwandfrei. Einzig die Hebebühne Grazia SM3-B ist aufgrund der konstruktiven Ausführung der Arbeitsplatte für den Montageständereinsatz ungeeignet.Während der praktischen Versuche mit den Hebebühnen trat der Vorteil der Modelle, bei denen sich die gesamte Hydraulik-Einrichtung unter der Bühne befindet und nur die Pedale unter der Arbeitsplatte herausragen, ganz deutlich zutage. Weitere Pluspunkte konnten gesammelt werden, wenn die Pedale schnell abnehmbar sind und keine scharfen Kanten besitzen. Neben der Bühne befindliche Pumpeinrichtungen stören nämlich nicht nur den Arbeitsablauf, sondern bergen auch ein nicht zu vernachlässigendes Verletzungsrisiko.
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Hebebühnen: Test (Archivversion) - Bodenständig?

Mobilität auf Rollen oder doch lieber fest mit dem Fußboden verschrauben?
Nicht jeder technisch interessierte Motorradfahrer hat Zeit und Lust, an jedem Tag des Jahres an seinem Fahrzeug zu arbeiten. In diesem Fall steht die Hebebühne häufig nur unnütz im Weg rum. Wie schön, wenn angebrachte Transportrollen für ausreichende Mobilität sorgen, damit das gute Stück ohne viel Aufhebens zur Seite geschoben werden kann. Die Bühne von Hein Gericke besitzt als einzige von Haus aus vier Rollen, die beiden getesteten Varianten von Grip und das Modell SM4 von Grazia können gegen Aufpreis mit zwei Transportrollen ausgestattet werden.Alle anderen Kandidaten müssen getragen werden, wenn man den Werkstatt- oder Garagenboden schonen möchte. Und das kann bei Bühnen mit weit über 100 Kilogramm Gewicht ganz schön ins Kreuz gehen - wie der Autor aus eigener Erfahrung weiß.Für den passionierten Schrauber dagegen, der genügend Raum zur Verfügung hat und seiner Hebebühne langfristig ein sicheres Plätzchen zuweisen kann, bietet sich eine feste Verschraubung mit dem Fußboden an. Für normale Arbeiten haben die Bühnen zwar allesamt einen ausreichend stabilen Stand, für extreme seitliche Krafteinleitungen bei angehobener Bühne bieten Bodenverschraubungen aber eine zusätzliche Sicherheit. Nur die Modelle Eurolift V, Grazia SM4 und Grazia SM3-B sind nicht für eine Bodenverschraubung vorgesehen, bei allen anderen Bühnen sind bereits Bohrungen angebracht, wobei die Polo Bühne noch etwas nachgearbeitet werden muß. Bei den beiden Grip-Bühnen gehören Dübel und lange Spaxschrauben sogar zum Lieferumfang. Es ist also durchaus möglich, Mobilität auf Rollen und Bodenverschraubung miteinander zu verbinden - nur eben nicht gleichzeitig.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Mit dem Motorrad-Hebekran von Hein Gericke (Telefon 0211/98989) für 498 Mark bekommen Motorräder Flügel. Je nach Stellung des Auslegers können Lasten bis 1000 Kilogramm angehoben werden. 92 Kilogramm Eigengewicht sind zwar nicht wenig, lassen sich aber dank der Rollen auf ebenem Untergrund leicht bewegen. Auch unter Belastung läßt sich der Kran verschieben, wegen fehlender Blockiermöglichkeit der Räder unter Umständen sogar mehr als einem lieb ist.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Allen Freunden edler Materialien bietet die Firma Grip (Telefon 0441/501276) eine nur 50 Kilogramm schwere, hydraulische Hebebühne mit karbonbeschichteter Arbeitsplatte für 1445 Mark. Die hauptsächlich für den Rennsport gedachte Leicht-Bühne ist in fünf verschiedenen Farben auch mit GFK- oder Kevlarplatte erhältlich. Die größte Arbeitshöhe der gut verarbeiteten und sehr gut zu bedienenden Hebebühne 250GP beträgt 73 Zentimeter.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Verschiedene Hersteller bieten individuelle Mini-Hebebühnen für bestimmte Motorradmarken an. Von Wing-Motorradmontagesysteme (Telefon 05306/7967) gibt es beispielsweise einen hydraulischen Heber mit dem Ducati bis zu 60 Zentimeter angehoben werden können - Kostenpunkt rund 800 Mark. Eher für schwergewichtige Harley-Motorräder ist der rund 600 Mark teure hydraulische Heber von American Cycle Service (Telefon 05132/54966) gedacht, der ganz ähnlich funktioniert.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Montagehilfen sind prinzipiell für alle Motorräder geeignet, die ausreichend Bodenfreiheit, möglichst parallele Unterzüge und keine hervorstehenden Gehäuseteile am Unterboden besitzen. Der Ständer von Polo (Telefon 0211/9796699) kostet 89 Mark, benötigt 275 Millimeter Bodenfreiheit und hat eine Hubhöhe von 345 Millimeter.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Für rund 675 Mark gibt es bei Simon Becker (Telefon 05507/3127) einen Montageständer der besonderen Art. Ein ausgeklügeltes System von Hebeln und Halterungen ermöglicht es, nahezu alle Motorräder in die Zange zu nehmen und mit Hilfe eines mitgelieferten Scherenhebers ganz anzuheben, um problemlos an beiden Rädern arbeiten zu können. Mit vier Transportrollen ausgestattet läßt sich die ganze Fuhre auch in aufgebocktem Zustand verschieben.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Fast jeder Haushalt besitzt eine Biertischgarnitur, die zweckentfremdet gute Dienste leisten kann. Wer noch keinen Biertisch hat, wird in Baumärkten oder Getränkeshops fündig - mit rund 100 Mark ist man dabei. Obwohl die Angelegenheit etwas wacklig ist, kann die Bastelhilfe für Fahrzeuge bis zirka 150 Kilogramm verwendet werden. Da aber auch leichte Motorräder auf den 77 Zentimeter hohen Tisch gehoben werden müssen, ist ein Helfer dringend erforderlich.

Hebebühnen: Test (Archivversion)

Wem die Bierbank zu wacklig ist, der kann sich für 498 Mark bei Hein Gericke (Telefon 0221/98989) eine zusammenklappbare, stabile Montagebühne besorgen. Mit Hilfe der zwei Meter langen Auffahrrampe kann auch ein einsamer Schrauber sein bis zu 300 Kilogramm schweres Fahrzeug auf die 59 Zentimeter hohe Bühne wuchten. Mit wenigen Handgriffen läßt sich die Arbeitshilfe in ein 44 Kilogramm schweres Paket verwandeln und in jeden Transporter stecken.

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