HÖRGERÄTE

Wer nicht selbst betroffen ist, hält Schwerhörigkeit für ein Altersproblem. Die Realität sieht anders aus: Laut der Fördergemeinschaft Gutes Hören leidet jeder sechste Deutsche unter Hörschäden - Tendenz steigend. Zweieinhalb Millionen Menschen tragen ein Hörgerät. Wer schlecht hört, fühlt sich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Umgebungsgeräusche werden ebenso nicht wahrgenommen wie die Sirenen von Einsatzfahrzeugen. Das spezielle Problem für schwerhörige Motorradfahrer: Bisher war es in vielen Fällen nicht möglich, unter dem Helm ein Hörgerät zu tragen. Rückkopplungen führen häufig zu unangenehmen, hochfrequenten Pfeiftönen, außerdem verstärken gewöhnliche Hörgeräte auch die extremen Windgeräusche.Für MOTORRAD probierte eine erfahrene Akustikerin, die selbst ein Hörgerät tragen muss und leidenschaftlich gern Motorrad fährt, das volldigitale Modell Claro der schweizerischen Firma Phonak aus. Über eine Fernbedienung besteht die Möglichkeit, je nach Bedarf unter drei verschiedenen Programmen zu wählen. Das Ergebnis überrascht: keine Rückkopplungen mehr unter dem Helm. Störende Windgeräusche werden je nach Programm unterdrückt, wobei die Ohrpassstücke dank Maßanfertigung gleichzeitig wie ein Gehörschutz wirken und weitere Schädigungen verhindern. Andere Fahrzeuge, Warnsignale oder die Stimmen anderer beim Ampel- oder Tankstopp nimmt der Hörgeschädigte gut bis sehr gut wahr, was sein Wohlbefinden im Straßenverkehr erheblich steigert. Wer sich wegen seines Hörverlusts bisher nur noch mit flauem Gefühl oder gar nicht mehr aufs Motorrad traute, dem hilft die moderne Hörgeräte-Generation. Hinter dem Ohr zu tragende Geräte eignen sich meist besser als direkt im Ohr platzierte. Sie sollten idealerweise über Digitaltechnik, auf alle Fälle aber über mehrere Programme verfügen, so dass sich eines für das Tragen unter dem Helm anpassen lässt. Grenzen gibt es leider auch bei den modernsten Varianten: Ist der Hörverlust so stark, dass das Gerät extrem verstärken muss, damit der Träger Geräusche wahrnimmt, kann es zu Rückkopplungen kommen. Wegen der großen individuelle Unterschiede muss dies jeder Betroffene selbst in der Praxis ausprobieren. Nähere Informationen über die Preise, Zuschüsse der Krankenkassen und die auf dem Markt befindlichen Geräte gibt es bei allen Hörakustikern, bei der Firma Phonak, Telefon 0711/51070-0, www.phonak.de sowie im Internet unter www.fgh-gutes-hoeren.de und www.forumbesserhoeren.de.

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