Kommentar (Archivversion) Wie sicher sind Jethelme?

Selten bin ich so viel mit Jethelm unterwegs gewesen wie während dieses Tests. Denn privat gehöre ich nicht zur Jethelmfraktion. Mir sind sie nicht sicher genug, da sie das Gesicht nicht ausreichend schützen. Die Folge: Ich fahre nur mit angezogener innerer Handbremse – gerade so, als wäre ich beim Autofahren nicht angegurtet. Diesen Bremseffekt verstärkt zusätzlich der Fahrtwind, der einem um die Nase weht und die gefahrene Geschwindigkeit eher höher erscheinen lässt, als es tatsächlich der Fall ist. Das gedrosselte Tempo hat freilich nicht zuletzt in Sachen Sicherheit auch seine positive Seite, während die heutigen absolut dicht abschließenden, leisen Integralhelme die Gefahr bergen, dass die wahre Geschwindigkeit unterschätzt wird.

Doch wenn es zu einem Unfall kommt, kann die Schutzfunktion gar nicht hoch genug sein. Und eine häufige Unfallursache ist nicht überhöhte Geschwindigkeit, sondern dass Autofahrer einen übersehen. Bei einem Frontalzusammenstoß sieht es mit Jethelm alles andere als gut aus. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass die Testtage wirklich Spaß gemacht haben, nicht zuletzt wegen der sommerlichen Temperaturen. Und das Motorraderlebnis ist mit einem offenen Helm viel intensiver, da Geräusche, Gerüche und Geschwindigkeit intensiver wahrgenommen werden. Dennoch bleibe ich dem Integralhelm treu, weil ich mich damit wesentlich wohler fühle. Und bevor ich den Kontakt zur Außenwelt verliere, mache ich einfach ab und zu das Visier auf.

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