Laboruntersuchungen

Verschleiß:Die Werte geben an, wie viele Teilchen sich im Öl befinden. Entscheidend ist die Differenz neu/gebraucht. Sie ist ein Maß dafür, wie stark die Motorinnereien verschleißen. Die einzelnen Elemente lassen sich verschiedenen Bauteilen zuordnen. Beispielsweise können Aluminiumteile von Kolben, Ölkühler oder Ölpumpe stammen. Eisenteile hingegen deuten meist auf einen Verschleiß von Ventilen und –führungen sowie Kurbel- und Nockenwelle hin. Der PQ-Index ist ein Maß für den Anteil magnetischer Eisenpartikel im Öl. Das Verhältnis des PQ-Index zum Eisenanteil im Öl ermöglicht Aussagen zur Art des Verschleißes. Verunreinigung:Sie hängt nicht direkt mit der Ölqualität zusammen, sondern gibt an, wie viel Schmutz sich im Schmierstoff befindet. Wer durch die Wüste fährt, muss beispielsweise mit sehr hohen Silizium- und Staubanteilen rechnen. Der Kraftstoffanteil sollte möglichst gering sein, kann aber bei Stadtfahrten bis zu zehn Prozent betragen. Viel Kraftstoff im Öl deutet auf verschlissene Kolbenringe und/oder unvollständige Verbrennungsvorgänge hin.Ölzustand:Die Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit. Öle mit niedriger Viskosität sind dünnflüssiger als Öle mit hoher Viskosität. Die handelsüblichen Mehrbereichsöle müssen den Spagat zwischen Kälte (möglichst dünnflüssig; niedrige Viskosität) und Hitze (möglichst dickflüssig; hohe Viskosität) vollführen. Stark zunehmende Viskosität nach einigen tausend Kilometern kann infolge starker Oxidation, Nitration und Sulfation (chemische Prozesse während des Betriebs) hervorgerufen werden. Das führt zu einer Verdickung beziehungsweise Verschlammung und damit zu Startproblemen. Kritisch wird’s ab einer Viskosität von etwa 160 bis 180 mm/s² bei 40° Celsius. Abnehmende Viskosität kann an einer Kraftstoffverdünnung oder an Schereffekten liegen. Kritische Viskositätswerte bei 100° Celsius liegen über 20 beziehungsweise unter 6 mm/s². Der Viskositätsindex gibt an, wie stabil sich ein Öl über den gesamten Temperaturbereich verhält. Höhere Werte deuten auf ein stabileres Verhalten hin.Additive:Sie bestimmen zu über 50 Prozent den Preis des Motoröls und sind hauptsächlich für die speziellen Eigenschaften des Öls veranwortlich. Jeder Hersteller schwört auf eine eigene Mixtur, die in langwierigen Versuchen ermittelt wird. Die einzelnen Anteile können während des Gebrauchs schrumpfen oder anwachsen. Hierfür sind komplizierte chemische Prozesse verantwortlich. Ein Ansteigen der Additive liegt häufig an einem hohen Ölverbrauch, wodurch frisches Öl nachgefüllt werden muss, das die Anteile erhöht. Der TBN-Wert ist für die Neutralisation der durch die Verbrennung entstehenden Säuren entscheidend. Wenn der TBN-Wert unter 5 sinkt, kommt es zu Korrosionvorgängen im Motor und somit zu erhöhtem Verschleiß. Stark ansteigende Konzentrationen des als Additiv verwendeten Calcium sind ebenfalls schlecht, da sie auf Dauer zu harten, krustigen Ablagerungen an den Kolbenringen oder Ventilen führen.

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