H7-Lampen von 15 verschiedenen Hestellern im Vergleichstest

Lampen für Motorradscheinwerfer 15 H7-Lampen im Test

15 H7-Lampen für Motorradscheinwerfer zwischen 2,95 Euro und 34,99 Euro wurden in einem Lampentest in MOTORRAD 5/2017 getestet, bewertet und miteinander verglichen: A.T.U Basic Light H7, Bosch Plus 90, GW-Lighting 702070, Hein Gericke Headlamp Bulb, Neolux N499 Hammer, OBI Ersatzlampe H7, Osram Night Breaker Unlimited, Osram H7 Original, Philips Vision Moto, Philips X-treme Vision, Ring H7-Birne, Spahn 57162, Ultimate Speed H7 +50%, Unitec Xenon mega white und Unitec H7 Doppelpack.

Lukas Küpper, Lichtexperte der Firma Lumileds in Aachen, leitet den MOTORRAD-Labortest der H7-Lampen. Der leistungsfähigste Motorradscheinwerfer, der ihm je untergekommen ist (neudeutsch heißt so etwas "Benchmark"), ist der Xenon-Strahler einer BMW K 1600. Er hat fast 70 Meter Reichweite und liefert bei 40 Metern immer noch 20 Lux Beleuchtungsstärke - ist allerdings auch etwa so groß wie ein kleiner Koffer. Die nur als Anhaltspunkt für alle weiteren Testergebnisse.

Die Beleuchtungsstärken und Reichweiten von Serienscheinwerfern mit H7-Lampen, welche wir hier testen, kommen nicht mal annähernd an solche Werte heran, obwohl immer zwei H7-Lampen in einem Scheinwerfer leuchten: eine fürs Abblend-, eine zugeschaltete fürs Fernlicht. Die Reflektoren bei H7-Scheinwerfern sind daher oft nicht besonders groß und verteilen das Licht schwächer. Zum Vergleich: Die leistungsschwächsten H7-Lampen, eingebaut in den (Test-)Scheinwerfer einer Kawasaki Z 800, schaffen nicht einmal 40 Meter Reichweite. Und 20 Lux Beleuchtungsstärke oder mehr wurden selten über 25 Meter gemessen.

Bei den getesteten H7-Lampen tun sich auch beträchtliche Unterschiede auf. Die schwächste H7-Lampe leuchtet nur gut 40 Meter weit, die beste über 50 Meter. Gutes Licht bedeutet natürlich einen Sicherheitsgewinn: Der Fahrer erkennt Gefahren und Hindernisse führer, kann schneller reagieren und vielleicht einen Unfall vermeiden. Das sollte man sich vor Augen halten, bevor man gedankenlos zur nächstbesten Ersatzlampe greift, wenn das Originalteil ausfällt.

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Lebensdauer von H7-Lampen

Stichwort "Originalteil" beziehungsweise "OEM-Ware": Bei der Erstausrüstung achten die Motorradhersteller auf eine möglichst lange Lebensdauer der verwendeten H7-Lampen. Schließlich ist es für den Vertragshändler nervig, wenn ein Kunde mit einem noch recht neuem Motorrad schon wieder wegen einer durchgebrannten H7-Lampe auf der Matte steht

Die langlebigsten H7-Lampen schaffen über 1000 Stunden Lebensdauer - theoretisch. In der Praxis spielen aber Temperaturschwankungen, physikalische Belastungen, Fahrzeugvibrationen und viele andere Faktoren eine Rolle. Vereinfachte Formel: Je heller die Lampe brennt, desto heißer wird sie und desto früher gibt sie auf. Die Kunst für Lampenhersteller besteht also darin, eine Beleuchtungsstärke und Lebensdauer abzuwägen bzw. zu kombinieren. Um die beste Balance zu finden, betreiben große Lampenhersteller wie General Electric (unter anderem Zulieferer von Bosch), Osram und Philips eigene Lichtlabore.

Sie können es sich erlauben, konkrete und vergleichbare Angaben zur Lebensdauer ihrer H7-Lampen zu machen. Philips gibt für den leuchtstarken Testsieger X-treme Vision 450 Stunden an; die günstigere, aber schwächere H7-Lampe Vision Moto soll hingegen ganze 100 Stunden länger leuchten. Ähnlich bei Osram: 550 Stunden die Standard-H7-Lampe, nur 300 Stunden die hellere H7 Night Breaker Unlimited. Bei Billigprodukten sucht man als Konsument solche Angaben meist vergeblich – ein schlechtes Zeichen.

MOTORRAD-Fazit zum Test der H7-Lampen

Zunächst die gute Nachricht für Pfennigfuchser: Wenn ihr auch bei H7-Lampen darauf aus seid, jeden Cent zu sparen, nur los! Die billigsten H7-Lampen (Hein Gericke und das Lidl-Angebot) schneiden ordentlich ab.

Auch die anderen H7-Lampen, die pro Stück unter 10 Euro kosten, liegen auf ähnlichem Niveau wie Erstausrüster-Ware. Nur dass Erstausrüster tendenziell eher auf lange Lebensdauer als auf gute Beleuchtungsstärke Wert legen und deren H7-Lampen daher eher schwach sind.

Fürs Licht am Motorrad erreicht man beim Lampentausch nur mit H7-Lampen von Bosch, Osram und Philips ein wirkliches Upgrade. Die kosten gut 10 Euro mehr, sind aber unterm Strich ihren Preis wert.

So testete MOTORRAD die H7-Lampen

Unterm Strich zählt nur Leistung der H7-Lampen, konkret: die Lichtleistung. Die Beleuchtungsstärke lässt sich objektiv nur in einem entsprechenden Labor messen. MOTORRAD wurde in Aachen bei der Firma Lumileds fündig, die bei der Messung der H7-Lampen in Anlehnung an die ECE-Spezifikation beratend und mit Mann und Maschinen zur Seite stand.

Zur Beschaffung der Testmuster erwarben wir anonym in Baumärkten, bei Kfz-Teile-Shops, Motorradzubehöranbietern sowie Supermärkten zunächst passende H7-Lampen. Auf diese Weise konnten wir sicherstellen, dass die Hersteller keine manipulierten Produkte in den Vergleichstest geben konnten.

Für die Messungen im Labor wurde außerdem ein nagelneuer Original-Scheinwerfer einer Kawasaki Z 800 angeschafft, um jedes Testmuster unter gleichen Bedingungen zu prüfen. Der Scheinwerfer wurde auf einem sogenannten Goniometer fest und wackelfrei installiert; damit können genau definierte Bewegungen reproduzierbar per Elektronik gesteuert werden. So konnten die Tester das vom Scheinwerfer respektive der jeweiligen H7-Testlampe erzeugte Lichtbündel unter jeweils exakt gleichen Bedingungen über eine Mess­optik fahren lassen. Die Optik besteht aus einem Blendensystem und Sensoren, die sich in 25 Metern Abstand in einer langen Röhre verbergen.

Die Beleuchtungsstärke einer H7-Lampe (in Lux gemessen) kann also über das komplette Lichtbündel ermittelt werden. Wichtige Messpunkte sind: Fahrbahnrand rechts (r.), Mitte und links (l.). Außerdem lässt sich mit dem Messaufbau die maximale Reichweite einer H7-Lampe (im Test-Scheinwerfer) bestimmen. Die Mittelwerte bestimmten das Testergebnis. Ausgehend vom getesteten Scheinwerfer gingen wir von maximalen Reichweiten bis 55 Meter aus, mindes­tens aber 30 Meter.

Zwischen diesen Extremwerten wurden die Bewertungspunkte verteilt. Ähnlich wurde mit den Messwerten zur Beleuchtungsstärke verfahren (bis Maximalwert: 15 lx). Die Gesamtnote wurde mitunter abgewertet, sofern sich bei der anschließenden Photo- und Geometriemessung der H7-Lampe Abweichungen von der ECE-Spezifikation ergaben.

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