Neue Koni-Federbeine (Archivversion) Lebenslänglich

Der holländische Stoßdämpferhersteller Koni steigt in den Markt für Mono-Federbeine ein. MOTORRAD hat den neuen Monoshock schon ausprobiert.

Früher war der Name Koni bei Bikern in aller Munde. Wer in den 70er Jahren nachhaltige Verbesserungen am Fahrwerk seiner Gummikuh oder Königswellen-Duc vornehmen wollte oder das heillos schlechte Fahrverhalten seines japanischen Motorrads in den Griff kriegen wollte, baute Koni-Federbeine ein. Fast eine Patentlösung. Zumindest ein Fortschritt gegenüber den schnell verschleißenden Original-Dämpfern. Später verloren die Holländer dann den Anschluß und konzentrierten sich mehr auf die Herstellung von Dämpfern für sportliche PKW sowie für Busse und Eisenbahnen, was auch heute noch den Großteil ihrer Produktion ausmacht. Als die Japaner Anfang der 80er Jahre Cantileverfederungen und andere Monosysteme konstruierten, Honda etwa das Prolink-Federungssystem verbaute, zog Koni nicht mit und blieb bei Nachrüstdämpfern beziehungsweise kompletten Federbeinen für konventionelle Hinterradfederungen.Jetzt gehen die Holländer wieder in die Vollen. In dem mittelständischen Unternehmen, das heute zum amerikanischen ITT-Konzern gehört und in dessen Produktionsstätte südlich von Rotterdam 750 Mitarbeiter beschäftigt sind, läuft ab sofort die Stoßdämpferserie 2615 an.Dieser Hochdruck-Gasdämpfer wird in Kombination mit einer progressiv gewickelten Feder für diverse Volumenmodelle angeboten. Ab sofort lieferbar sind sie etwa für die Honda CBR 600, die Kawasaki GPZ 500 S und ZZ-R 600 sowie für die vielverkauften GS 500 E von Suzuki und XJ 600 Diversion von Yamaha. Später im Jahr folgen dann Monofederbeine für diverse BMW K- und Boxermodelle und für weitere gängige Japaner. Die unverbindliche Preisempfehlung für das neue Koni-Federbein beträgt 599 Mark, es wird über den Fachhandel und auch über Hein Gericke vertrieben. Die Dämpfung kann vierstufig verstellt werden, die Federbasis stufenlos. Die jeweils zusammengehörigen und auch nur zusammen verstellbaren Druck- und Zugstufenkennlinien wurden individuell an das jeweilige Motorrad angepaßt, wobei sich die Koni-Techniker zum Teil erheblich von den Werten der Seriendämpfer entfernten.Erste Fahrversuche mit zwei betagten Kawasaki GPZ 500, eine mit Original -die andere mit Koni 2615-Federbein. Soweit die Fahrt über die hauseigene Prüfstrecke und einige Dutzend Kilometer über die Landstraße eine Beurteilung zuläßt, fällt das Ergebnis positiv aus. Die Koni-gefederte GPZ 500 blieb fast so komfortabel wie mit dem Serienfederbein, dafür geriet die Dämpfung straffer, aber nicht zu sportlich. Besonders das unangenehme Nachwippen auf Bodenwellen, wie es dem Original-Federbein zueigen ist, entfiel. Der größte Vorteil des Koni-Elements dürfte aber seine lebenslange Garantie sein. Die TÜV-Prüfung ergab jedenfalls, daß die Dämpfungskraft nach drei Millionen Lastwechseln - das entspricht etwa 50 000 gefahrenen Kilometern -bloß um fünf Prozent nachließ.

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