Nur für den Export?

In den Internet-Motorradbörsen vermerken viele Händler bei den angebotenen Gebrauchtmaschinen, dass der Verkauf we-
gen der Gewährleistung nur für den Export oder an Gewerbetreibende möglich ist. Die Angebote klingen manchmal aber sehr attraktiv. Wie kann ich als Privatmensch trotzdem einen solchen Kauf tätigen, und sollte ich ihn überhaupt wagen?
Dr. Nicola Carbonari, Geschäftsführer AutoScout24, www.motoscout24.de
Es ist richtig, dass einige Händler vorzugsweise ältere Maschinen nur für den Export vorgesehen haben oder ausschließlich an andere Händler verkaufen wollen. Aus Gewährleistungsgründen ist dies durchaus verständlich, bei manchen Maschinen allerdings sehr schade. Besonders für Bastler und Schrauber oder auch Sammler können einige dieser Motorräder sehr interessant sein. Der Hintergrund ist jedoch rechtlicher Natur: Nach § 475 BGB kann ein Händler die Gewährleistung gegenüber einem Verbraucher nicht vollkommen ausschließen. Dieser Paragraph wirkt zum Schutz des Verbrauchers. Der Ausschluss über die Bezeichnung des Motorrads als »Bastlerstück« ist ebenfalls nicht möglich, da dies als verbotene Umgehung des Verbraucherschutzes gewertet werden kann und wieder direkt zum Gewährleistungsanspruch führt. Möglich ist dagegen, bei Vertragsschluss alle vorhandenen Mängel an dem Motorrad im Vertrag festzuhalten und so für diese die Haftung einzuschränken. Wir können daher nur empfehlen, sich bei interessanten Angeboten unmittelbar mit dem jeweiligen Händler in Verbindung zu setzen.

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