Öl: Beratung zu Motoröl (Archivversion) Viskosität

Welches Öl taugt für welchen Einsatzzweck?

Viskosität ist der Fachbegriff für die Zähflüssigkeit eines Motoröls. Bei niedriger Viskosität ist das Öl dünnflüssig und der Verformungswiderstand gering. Öl hoher Viskosität ist zähflüssig und weist einen hohen Verformungswiderstand auf. Die Viskosität wird in SAE-Klassen (Society of Automotive Engineers) eingeteilt. Die derzeit dünnflüssigste Sorte ist SAE 0W (W steht für Wintereinsatz), die dickflüssigste SAE 60.
Generell werden alle Öle bei hohen Temperaturen dünnflüssiger, bei niedrigen dickflüssiger. Für den Einsatz bei kalter Witterung muss das Öl dünnflüssig sein, damit es beim Start möglichst schnell die Schmierung aufbaut. Bei mildem Klima eignen sich zähflüssigere Öle, da reine »Winteröle« bei den hohen Temperaturen zu dünnflüssig würden, um die Schmierung zuverlässig aufrecht zu erhalten. Motoröle unterscheiden sich in Mehrbereichs- und Einbereichsöle, wobei Letztere im Motorradmarkt heutzutage praktisch keine Rolle mehr spielen. Moderne Öle sind stets in großen Temperaturbereichen einsetzbar (siehe Grafik). Ihre Viskositätsbezeichnung gibt an, wie sie bei unterschiedlichen Temperaturen reagieren. Ein SAE 5W-40 verhält sich beispielsweise in kaltem Zustand wie ein SAE 5W und warm wie ein SAE 40. Das ermöglicht problemloses Anlassen bei Minusgraden und garantiert bei großer Hitze einen ausreichenden Schmierfilm.
Die im Handbuch vorgeschriebenen Viskositätswerte sollten möglichst eingehalten werden. Wobei es dem Motor sicher nicht schadet, wenn etwa statt des SAE 20W-40 ein SAE 15W-50 verwendet wird, schließlich deckt zweiteres einen noch größeren Temperaturbereich ab. Bei Unsicherheiten vorsichtshalber in der Fachwerkstatt oder direkt bei den Mineralölfirmen (siehe Adressen auf Seite 111) nachfragen.

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