Öl-Langzeittest: Fünf Öle im Test über 6150 km (Archivversion) Fragen zum Thema Motoröl

MOTORRAD stellte Experten verschiedener Motorrad- und Ölhersteller die häufigsten Fragen zum Thema Motoröl. Eine Zusammenfassung der Antworten.Was für ein Öl empfehlen Sie für die Einfahrzeit von Motorrädern?In der Einfahrzeit ist ein so genannter Einfahrverschleiß erwünscht. Aus diesem Grund sollte mineralisches Öl zum Einsatz kommen.Alexander Hornoff, MotulFür die Einfahrzeit empfiehlt sich ein hochwertiges mineralisches Mehrbereichsöl. Bei Verwendung von synthetischen Ölen verlängert sich die Einfahrzeit.Alwin Otto, KTMDie Motorräder sind werksseitig schon mit Motoröl befüllt. Ein besonderes Einlauföl ist nicht notwendig.Peter Baumann, Liqui MolyWie lange dürfen die Intervalle zwischen den Ölwechseln maximal sein? 10000 Kilometer, maximal zwölf Monate. Jürgen Stoffregen, BMWJe nach Modell alle 6000 beziehungsweise 10000 Kilometer oder jährlich im Rahmen der Inspektion. Uli Bonsels, TriumphWas passiert, wenn das Öl nicht gewechselt wird?Das Motorrad verliert seinen Garantieschutz. Weiterhin besteht die Gefahr eins Motorschadens durch verminderte Schmierstoffqualität.Klaus Schmitt, SuzukiWelches Öl empfehlen Sie für Ihre Fahrzeuge?Shell Advance Ultra 4 Andreas Holzer, DucatiMobil 1 Racing 4T 15W-50Uli Bonsels, TriumphIst fahrzeugspezifisch in Viskosität und API-Anforderung festgelegt. In der Regel 10W-40 und API SE bis SG.Klaus Schmitt, SuzukiWas empfehlen Sie generell für ein Motorrad-Öl? Mineralische Öle sind von BMW getestet und völlig ausreichend.Jürgen Stoffregen, BMWSynthetische Öle haben gegenüber mineralischen Ölen wesentliche Vorteile. Grundsätzlich sollte es sich dabei um ein Motorenöl handeln, welches speziell für die besonderen Anforderungen von Motorradmotoren formuliert wurde.Alexander Hornoff, MotulWas bringt Synthetiköl im Vergleich zu mineralischem Öl?Weniger Ölverbrauch, mehr Verschleißschutz, verbessertes Kaltstartverhalten, mehr Sicherheit auch unter extremen Bedingungen, weniger Ablagerungen im Motor, mehr Zuverlässigkeit, lange Lebensdauer, mehr Leistungsreserven.Alexander Hornoff, MotulWas passiert, wenn man synthetische und mineralische Öle mischt (Funktionsbeeinträchtigung)?Eine Funktionsbeeinträchtigung ist unter normalen Betriebsbedingungen nicht zu erwarten.Dirk Rux, CastrolEine generelle Funktionsbeeinträchtigung tritt nicht ein. Allerdings verschlechtert das minderwertige Öl die Qualität des hochwertigen.Leo Schlüter, KawasakiIst synthetisches Öl ungünstig für Nasskupplungen?Nein. Lediglich die Verwendung von Pkw-Synthetikölen kann zu Kupplungsproblemen führen, da dort oft reibungsmindernde Additive eingesetzt werden. Andreas Philipp, ShellWas passiert, wenn die Viskosität des verwendeten Öls aus dem aktuellen Temperaturbereich herausfällt? (Beispiel: SAE 10W-40 bei 35 ° Celsius oder SAE 20W-50 bei unter –20° Celsius)Bei zu hohen Temperaturen kann es mit minderwertigen Ölen zu hohem Ölerbrauch, erhöhtem Verschleiß bis hin zu Motorschäden kommen. Hochwertige Öle machen da keine Probleme. Bei zu niedrigen Temperaturen können Kaltstartprobleme auftreten. Andreas Philipp, ShellBrauchen hubraum-/leistungsstarke Motoren anderes Öl als kleine, schwache? Prinzipiell nein. Es kommt auf die Belastung und die spezifische Leistung sowie auf motorspezifische Anforderungen an. Der Hubraum oder die Leistung selbst sind nicht das Kriterium.Andreas Philipp, ShellBringt eine sehr große Viskositätsspreizung Vorteile (zum Beispiel 0W-60)?Aufgrund abnehmender Scherstabilität wirkt sich eine zu große Viskositätsspreizung eher nachteilig aus.Alexander Hornoff, MotulWas spricht gegen den Einsatz eines billigen Öls, wenn man es dafür häufiger wechselt?Die Qualität eines Öls nimmt entscheidenden Einfluss auf Ablagerungsbildung, Ölschlamm und Verschleißschutz. In preisgünstigen Motorenölen können Additivpakete enthalten sein, die einen entsprechenden Schutz nicht ausreichend gewährleisten und den Motor auch bei häufigeren Wechseln mit Ablagerungen belasten.Dirk Rux, CastrolBilliges Öl kann überfordert sein (zum Bespiel zu geringe Hochtemperaturstabilität) und deshalb zu Verschleiß und Verschmutzung des Motors führen.Sonja Hößler, TotalFinaElfKann man auch andere Viskositäten benutzen als die vorgeschriebene?In Einzelfällen oder auch bei technischen Problemen kann von einer vorgeschriebenen Viskosität abgewichen werden. Grundsätzlich sollte jedoch die Empfehlung des Herstellers beachtet werden.Dirk Rux, CastrolDies ist nur dann unbedenklich, wenn das verwendete Öl eine Viskositätsklasse besitzt, die besser auf den Temperaturbereich des Einsatzortes angepasst ist als das empfohlene.Andreas Holzer, DucatiWirkt sich die Ölqualität auf den Ölverbrauch aus?Ja, hochwertige synthetische Öle sind verdampfungsstabiler als Mineralöle gleicher Viskosität. Aber auch höhere Viskositäten können helfen.Andreas Philipp, Shell Wie hoch dürfen die Öltemperaturen ansteigen, ohne dass es zu einem Motorschaden kommt?Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1. Ringnut) und können bis zu 300° Celsius betragen. Wann ein Motor aufgibt, ist sehr unterschiedlich. Einige vertragen Ölsumpftemperaturen von 160° Celsius, bei anderen sind 125° Celsius bereits höchst bedenklich.Andreas Philipp, ShellWelche maximale Öltemperatur erreicht werden kann, hängt unter anderem von der Temperaturfestigkeit des Öls ab. Eine allgemeingültige Aussage kann hier nicht getroffen werden.Alwin Otto, KTM

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