Öllangzeittest

Ölkontrolle

Ob und wie sich unterschiedliche Ölqualitäten auf Leistung, Verschleiß und Ölverbrauch auswirken, untersuchte MOTORRAD in einem aufwendigen Langzeittest mit fünf fabrikneuen Motorrädern.

Gäbe es eine Hitliste der am häufigsten gestellten Leser-Fragen, würde die nach dem Unterschied von synthetischem und Mineralöl ganz weit oben rangieren. In erster Linie interessiert, ob der Verschleiß bei einem billigen Mineralöl aus dem Kaufhaus höher ist als bei einem vollsynthetischen Markenöl. Sportfahrer bewegt darüber hinaus die Möglichkeit der Leistungssteigerung, und ökonomisch veranlagte Motorradfahrer möchten gern wissen, ob der Ölverbrauch je nach Sorte schwankt. Die Antworten sind leider weit komplizierter und aufwendiger, als man oder frau sich das gemeinhin so vorstellt.
Um zuverlässige Aussagen zu erhalten, gibt es nur eine Möglichkeit – den Praxistest mit identischen Motorrädern im Neuzustand im direkten Fahrvergleich. Das heißt, die Maschinen mit den unterschiedlichen Ölen müssen auf derselben Strecke im Konvoi über tausende von Kilometern synchron mit turnusmäßigem Fahrerwechsel bewegt werden. Zu diesem Zweck kam der alljährliche große Reifentest gelegen. MOTORRAD kaufte fünf nagelneue Suzuki GSF 1200 S Bandit, Modell 2002, befüllte sie nach der vorgeschriebenen Einfahrzeit mit unterschiedlichen Motorölen und begab sich auf große Tour.
Entscheidend beim Schmierstoff sind die vom Hersteller vorgeschriebenen Spezifikationen, die sich im Handbuch nachschlagen lassen. MOTORRAD wählte fünf Kandidaten, die sämtliche Qualitäts- und Preisklassen (von 1,32 bis 10,68 Euro pro Liter) abdecken: das vollsynthetische RS4T von Castrol, das teilsynthetische Liqui Moly Racing sowie drei mineralische, einmal Typ 3000 von Motul, eines von Hein Gericke und ein sehr preisgünstiges aus dem Baumarkt, das High Tech Star. Alle Öle erfüllen mit der API-Spezifikation SG oder SF die Anforderungen von Suzuki für die GSF 1200.
Die Teststrecke führte von Stuttgart über die Alpen nach Italien. Über Autobahnen und Landstraßen fuhr der Konvoi bis nach Reggio di Calabria. Mehrmals täglich kontrollierten die Fahrer penibelst den Ölstand und füllten gegebenenfalls aus den mitgeführten Kanistern nach. Nach 6150 Kilometern landeten die fünf Bandit wieder wohlbehalten in der Redaktions-Tiefgarage. Die abgelassenen Öle wanderten zusammen mit Proben frischen Öls in das Labor für Umwelt- und Produktanalytik der Dekra. Zuvor war, wie bereits zu Testbeginn, die Leistung auf dem Prüfstand ermittelt worden.
Von keinerlei PS-Zunahme (High Tech Star) bis zu drei zusätzlichen PS (Motul) reichte das Prüfstandsergebnis. Hierfür sind zum Teil unterschiedliche Messbedingungen (Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit) am Anfang und Ende des Tests sowie der Einlaufprozess sämtlicher bewegter Teile im Motor verantwortlich. Dass ausgerechnet das Motorrad mit dem billigsten Öl (High Tech Star) auf gleichem Niveau verharrt, lässt Raum für Spekulationen. Rückschlüsse auf die Ölqualität zu ziehen wäre jedoch reine Mutmaßung.
Auf den ersten Blick überrascht der über die Gesamtdistanz gemessene Ölverbrauch. Hier liegt das billige High Tech Star mit 2,05 Litern (entspricht 0,33 Liter auf 1000 Kilometer) ebenfalls an letzter Stelle. Das mit vollsynthetischem Castrol befüllte Testfahrzeug benötigte nur 1,15 Liter (0,19 Liter/1000 km). Diese Auffälligkeit lässt sich jedoch mit der unterschiedlichen Qualität der Schmiermittel erklären, da höherwertige oder synthetische Öle eine geringere Neigung zum Verdampfen aufweisen.
Und was sagen die Laboruntersuchungen? Hier sieht die Sache ganz anders aus, in fast allen verschleiß- und alterungsrelevanten Kriterien weichen die Messergebnisse nur geringfügig von einander ab. Keinen der untersuchten Werte sehen die Dekra-Experten im kritischen Bereich. Die Dauerbelastung innerhalb des vorgeschriebenen Ölwechselintervalls (6000 Kilometer) haben alle Probanden ohne Probleme überstanden.
Und dennoch erkennen Ölspezialisten feine Unterschiede. Beispielsweise lässt die Zunahme der Calcium-Werte Interpretationen zu. Sie kann auf längere Sicht zu Ablagerungen im Motor und somit zu erhöhtem Verschleiß führen. Alles in allem verlor das teure, vollsynthetische Castrol am wenigsten von seinen Eigenschaften, wobei es seine sicherlich vorhandenen Leistungsreserven im Test nicht einmal ausspielen musste. Hätte der Vergleich auf einer Rennstrecke stattgefunden, wären die Unterschiede zwischen den einzelnen Ölen vermutlich prägnanter ausgefallen.
Für den normalen Landstraßenbetrieb lässt der Test jedoch den wichtigen Schluss zu: Bei gängigen Wechselintervallen reichen handelsübliche mineralische Öle nach vorgeschriebener API-Spezifikation völlig aus. Selbst der höhere Verbrauch des billigsten Schmiermittels rechtfertigt das teure Öl nicht, kann der Fahrer von den ersparten 43 Euro pro Ölwechsel nicht nur den Mehrverbrauch ausgleichen, sondern auch noch Sprit für eine Extratour tanken.

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Castrol RS4T

RS4T
Art: SAE 10W-50, API SG, vollsynthetischGekauft bei: Polo, Telefon 0211/9796699, zum Preis von 43,43 Euro für einen Vier-Liter-Kanister (10,86 Euro/Liter)Laboruntersuchungen (neu/gebraucht)VerschleißEisen in mg/kg 3/82 Chrom in mg/kg -/3Aluminium in mg/kg 1/49Nickel in mg/kg -/1Kupfer in mg/kg -/22Blei in mg/kg 1/7Molybdän in mg/kg -/78PQ-Index ok/110VerunreinigungSilizium, Staub in mg/kg 5/29Kalium in mg/kg -/1Natrium in mg/kg 1/4Kraftstoffanteil in % -/0,6ÖlzustandViskosität bei 40° C in mm/s² 113,7/99,69Viskosität bei 100° C in mm/s² 17,51/15,66Viskositätsindex 170/167Oxidation in A/cm -/12Nitration in A/cm -/11Sulfation in A/cm -/22AdditiveCalcium in mg/kg 2358/2540Magnesium in mg/kg 20/22Bor in mg/kg -/18Zink in mg/kg 1320/1239Phosphor in mg/kg 1388/989Barium in mg/kg -/3TBN in mg KOH/g 8,82/,8,42Schmutztragevermögen in % -/93Verbrauch auf 6150 Kilometer:1,15 Liter (0,187 Liter/1000 km)Fazit: Alle Werte unbedenklich. Hoher Viskositätsindex zeugt von hoher Temperaturstabilität. Geringer TBN-Abfall trotz des geringsten Ölverbrauchs aller Teilnehmer - außerdem geringster Calciumanstieg. Bleibt über den Testzeitraum betrachtet den Werten eines Frischöls am nächsten.

Liqui Moly Racing 4T

Racing 4T
Art: SAE 10W-40, API SG, SH, teilsynthetischGekauft bei: Polo, Telefon 0211/9796699, zum Preis von 42,08 Euro für einen Fünf-Liter-Kanister (8,42 Euro/Liter)Laboruntersuchungen (neu/gebraucht)VerschleißEisen in mg/kg 2/96 Chrom in mg/kg -/3Aluminium in mg/kg 2/32Nickel in mg/kg -/1Kupfer in mg/kg -/18Blei in mg/kg 3/9Molybdän in mg/kg -/83PQ-Index ok/46VerunreinigungSilizium, Staub in mg/kg 2/36Kalium in mg/kg 1/3Natrium in mg/kg 2/5Kraftstoffanteil in % -/0,7ÖlzustandViskosität bei 40° C in mm/s² 89,75/98,82Viskosität bei 100° C in mm/s² 13,91/14,76Viskositätsindex 159/156Oxidation in A/cm -/11Nitration in A/cm -/12Sulfation in A/cm -/9AdditiveCalcium in mg/kg 2104/2953Magnesium in mg/kg 226/263Bor in mg/kg 236/248Zink in mg/kg 1286/1454Phosphor in mg/kg 1249/1245Barium in mg/kg -/1TBN in mg KOH/g 9,35/7,15Schmutztragevermögen in % -/96Verbrauch auf 6150 Kilometer:1,65 Liter (0,268 Liter/1000 km)Fazit: Starker Anstieg der Viskositätswerte und stärkste Abnahme der TBN-Werte – beides jedoch noch völlig unbedenklich. Auffällig hoher Anstieg der Calcium-Werte – liegt unter anderem am vergleichsweise hohen Ölverbrauch. Relativ hoher Viskositätsindex zeugt von Temperaturstabilität.

Motul 3000

3000
Art: SAE 20W-50, API SG, mineralischGekauft bei: Hein Gericke, Telefon 0211/98989, zum Preis von 26,79 Euro für einen Vier-Liter-Kanister (6,70 Euro/Liter)Laboruntersuchungen (neu/gebraucht)VerschleißEisen in mg/kg 2/88 Chrom in mg/kg -/3Aluminium in mg/kg 2/36Nickel in mg/kg -/1Kupfer in mg/kg -/13Blei in mg/kg -/6Molybdän in mg/kg 71/142PQ-Index 30/36VerunreinigungSilizium, Staub in mg/kg 7/34Kalium in mg/kg 2/6Natrium in mg/kg 60/43Kraftstoffanteil in % -/0,3ÖlzustandViskosität bei 40° C in mm/s² 138,2/144,6Viskosität bei 100° C in mm/s² 13,36/17,04Viskositätsindex 126/128Oxidation in A/cm -/12Nitration in A/cm -/12Sulfation in A/cm -/9AdditiveCalcium in mg/kg 2287/2679Magnesium in mg/kg 393/424Bor in mg/kg 9/30Zink in mg/kg 1298/1289Phosphor in mg/kg 1256/1095Barium in mg/kg -/2TBN in mg KOH/g 9,57/9,14Schmutztragevermögen in % -/96Verbrauch auf 6150 Kilometer:1,45 Liter (0,236 Liter/1000 km)Fazit: Laborwerte bis auf den unerklärlichen PQ-Index und Natriumgehalt im Neuzustand (wahrscheinlich ein Einzelfall) ohne Auffälligkeiten. Der Viskositätsanstieg bei 100° Celsius – möglicherweise durch Ölalterung – liegt noch im Rahmen. Positiv: relativ geringer Ölverbrauch und dennoch nur geringfügig sinkende TBN-Werte.

Hein Gericke 4-Stroke Oil

4-Stroke Oil
Art: SAE 15W-40, API SF, mineralischGekauft bei: Hein Gericke, Telefon 0211/98989, zum Preis von 10,20 Euro für einen Fünf-Liter-Kanister (2,04 Euro/Liter)Laboruntersuchungen (neu/gebraucht)VerschleißEisen in mg/kg 1/79 Chrom in mg/kg -/2Aluminium in mg/kg -/32Nickel in mg/kg -/1Kupfer in mg/kg -/14Blei in mg/kg 1/7Molybdän in mg/kg 1/80PQ-Index ok/88VerunreinigungSilizium, Staub in mg/kg 7/36 Kalium in mg/kg 1/4 Natrium in mg/kg 36/41Kraftstoffanteil in % -/0,4ÖlzustandViskosität bei 40° C in mm/s² 96,96/95,47Viskosität bei 100° C in mm/s² 13,07/13,05Viskositätsindex 133/135Oxidation in A/cm -/9Nitration in A/cm -/10Sulfation in A/cm -/8AdditiveCalcium in mg/kg 1608/2312Magnesium in mg/kg 78/105Bor in mg/kg 3/19Zink in mg/kg 1380/1409Phosphor in mg/kg 1429/1293Barium in mg/kg -/1TBN in mg KOH/g 8,92/7,01Schmutztragevermögen in % -/96Verbrauch auf 6150 Kilometer:1,825 Liter (0,297 Liter/1000 km)Fazit: Relativ stark ansteigende Calcium-Werte deuten im Zusammenhang mit der nahezu konstanten Viskosität auf eine nur mäßige Scherstabilität hin. Trotz relativ hohen Ölverbrauchs stark abnehmende TBN-Werte – beides jedoch noch unbedenklich.

High Tech Star Motorenöl

Motorenöl
Art: SAE 15W-40, API SF, mineralischGekauft bei: Toom Baumarkt, www.toom-baumarkt.de, zum Preis von 6,62 Euro für einen Fünf-Liter-Kanister (1,32 Euro/Liter)Laboruntersuchungen (neu/gebraucht)VerschleißEisen in mg/kg 1/74 Chrom in mg/kg -/2Aluminium in mg/kg 1/32Nickel in mg/kg -/1Kupfer in mg/kg -/12Blei in mg/kg 1/6Molybdän in mg/kg 71/146PQ-Index ok/64VerunreinigungSilizium, Staub in mg/kg 8/33Kalium in mg/kg 3/5Natrium in mg/kg 2/6Kraftstoffanteil in % -/0,5ÖlzustandViskosität bei 40° Celsius 102,5/106 Viskosität bei 100° Celsius 13,21/13,65 Viskositätsindex 126/128 Oxidation in A/cm -/11 Nitration in A/cm -/11 Sulfation in A/cm -/9 AdditiveCalcium in mg/kg 2273/2825 Magnesium in mg/kg 27/35 Bor in mg/kg 3/20 Zink in mg/kg 938/1097 Phosphor in mg/kg 936/953 Barium in mg/kg -/3 TBN in mg KOH/g 7,63/8,75 Schmutztragevermögen in % -/100 Verbrauch auf 6150 Kilometer:2,05 Liter (0,333 Liter/1000 km)Fazit: Starke Calcium-Anreicherung bei fast konstanten Viskositätswerten deutet auf mäßige Scherstabilität hin. Der völlig unüblich ansteigende TBN-Wert (zu Beginn sehr niedrig) hängt ebenso wie das Schmutztragevermögen mit dem hohen Ölverbrauch zusammen.

Aufgaben von Motoröl

Abdichten: Öl muss die Feinabdichtung an kritischen Bauteilen wie Kolbenringen oder an Gehäuse-Wellen-Übergängen gewährleisten.Kräfte übertragen: Beispielsweise übertragen Öle bei pneumatischen Ventilsteuerungen und Hydrostößeln die Kräfte.Kühlen: Öle müssen die Abwärme des Motors sowie entstehende Reibungswärme abführen. Sauberhalten: Öle halten Abriebelemente (Verschleißteilchen), Schmutzstoffe und Verbrennungsrückstände in der Schwebe und verhindern eine Ablagerung im Motor oder anderen Bauteilen.Schmieren: Öl verringert die Reibung zwischen den zahlreichen Gleitpartnern im Motor und hält dadurch den Verschleiß niedrig und verhindert das so genannte »Fressen« der Reibpartner.Schützen: Öl bewahrt Bauteile und Motorinnereien vor Korrosion.Transportieren: Öle müssen dafür sorgen, dass verschleißmindernde Wirkstoffe (Additive) den Reibungspartnern zugeführt werden und Schmutzpartikel und Verschleißteilchen zum Ölfilter gelangen, wo sie abgelagert werden.

Tipps

- Regelmäßig (am besten bei jedem Tanken) den Ölstand kontrollieren- Öl mit der vom Motorrad-Hersteller empfohlenen Viskosität und API-Spezifikation verwenden- Unbedingt spezielles Motorrad-Öl verwenden, das sich für die scherende Belastung in Getriebe und Kupplung eignet- In der Einfahrzeit fördert Mineralöl das aufeinander Einlaufen von Lagern und Zahnrädern – auch wenn später auf Synthetiköl umgestellt wird- Vorsichtiges Warmfahren auf den ersten Kilometern verringert den Verschleiß und erhöht die Lebensdauer - Ölfilter immer mitwechseln, da sie verstopfen können und den Ölkreislauf behindern- Im Winter auf Öle mit höherer Viskositätsspanne wechseln, um Schmier- und Startverhalten zu verbessern

Laboruntersuchungen

Verschleiß:Die Werte geben an, wie viele Teilchen sich im Öl befinden. Entscheidend ist die Differenz neu/gebraucht. Sie ist ein Maß dafür, wie stark die Motorinnereien verschleißen. Die einzelnen Elemente lassen sich verschiedenen Bauteilen zuordnen. Beispielsweise können Aluminiumteile von Kolben, Ölkühler oder Ölpumpe stammen. Eisenteile hingegen deuten meist auf einen Verschleiß von Ventilen und –führungen sowie Kurbel- und Nockenwelle hin. Der PQ-Index ist ein Maß für den Anteil magnetischer Eisenpartikel im Öl. Das Verhältnis des PQ-Index zum Eisenanteil im Öl ermöglicht Aussagen zur Art des Verschleißes. Verunreinigung:Sie hängt nicht direkt mit der Ölqualität zusammen, sondern gibt an, wie viel Schmutz sich im Schmierstoff befindet. Wer durch die Wüste fährt, muss beispielsweise mit sehr hohen Silizium- und Staubanteilen rechnen. Der Kraftstoffanteil sollte möglichst gering sein, kann aber bei Stadtfahrten bis zu zehn Prozent betragen. Viel Kraftstoff im Öl deutet auf verschlissene Kolbenringe und/oder unvollständige Verbrennungsvorgänge hin.Ölzustand:Die Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit. Öle mit niedriger Viskosität sind dünnflüssiger als Öle mit hoher Viskosität. Die handelsüblichen Mehrbereichsöle müssen den Spagat zwischen Kälte (möglichst dünnflüssig; niedrige Viskosität) und Hitze (möglichst dickflüssig; hohe Viskosität) vollführen. Stark zunehmende Viskosität nach einigen tausend Kilometern kann infolge starker Oxidation, Nitration und Sulfation (chemische Prozesse während des Betriebs) hervorgerufen werden. Das führt zu einer Verdickung beziehungsweise Verschlammung und damit zu Startproblemen. Kritisch wird’s ab einer Viskosität von etwa 160 bis 180 mm/s² bei 40° Celsius. Abnehmende Viskosität kann an einer Kraftstoffverdünnung oder an Schereffekten liegen. Kritische Viskositätswerte bei 100° Celsius liegen über 20 beziehungsweise unter 6 mm/s². Der Viskositätsindex gibt an, wie stabil sich ein Öl über den gesamten Temperaturbereich verhält. Höhere Werte deuten auf ein stabileres Verhalten hin.Additive:Sie bestimmen zu über 50 Prozent den Preis des Motoröls und sind hauptsächlich für die speziellen Eigenschaften des Öls veranwortlich. Jeder Hersteller schwört auf eine eigene Mixtur, die in langwierigen Versuchen ermittelt wird. Die einzelnen Anteile können während des Gebrauchs schrumpfen oder anwachsen. Hierfür sind komplizierte chemische Prozesse verantwortlich. Ein Ansteigen der Additive liegt häufig an einem hohen Ölverbrauch, wodurch frisches Öl nachgefüllt werden muss, das die Anteile erhöht. Der TBN-Wert ist für die Neutralisation der durch die Verbrennung entstehenden Säuren entscheidend. Wenn der TBN-Wert unter 5 sinkt, kommt es zu Korrosionvorgängen im Motor und somit zu erhöhtem Verschleiß. Stark ansteigende Konzentrationen des als Additiv verwendeten Calcium sind ebenfalls schlecht, da sie auf Dauer zu harten, krustigen Ablagerungen an den Kolbenringen oder Ventilen führen.

Anbieter (Telefon)

Agip 0931/900980 Aral 0234/315-3968 Atlantic Öl 04163/81590 Avia 089/455045-0 Bel Ray 07308/3077 BP 040/6395-0 Castrol 040/3594-01 Conoco 040/63801-0 Dea 040/6375-0 Delo 040/73419360 D.E.T 0911/2447098 Elf 030/20276373 Esso 040/6393-0 Fina 0211/9057-0 Hein Gericke 0211/98989 Ipone T05331/907410 Liqui Moly 0731/1420-0 Meneks 07308/3077 Minol 030/20276373 Mobil 040/3002-0 Motorex 08669/787680 Motronic Marl 02365/67160 Motul 02203/1700-0 Polo 0211/9796699 Power Plus 07476/933150 Putoline 02852/96389-6 Rock Oil 06887/901011 Shell 040/6324-0 Silkolene 06374/924-5 TM 07308/3077 Total 0211/9057-0 Valvoline 040/6320120 Veba 0209/606-0 Veedol 040/3594-535Yacco 0211/9057-0

Fragen zum Thema Motoröl

MOTORRAD stellte Experten verschiedener Motorrad- und Ölhersteller die häufigsten Fragen zum Thema Motoröl. Eine Zusammenfassung der Antworten.Was für ein Öl empfehlen Sie für die Einfahrzeit von Motorrädern?In der Einfahrzeit ist ein so genannter Einfahrverschleiß erwünscht. Aus diesem Grund sollte mineralisches Öl zum Einsatz kommen.Alexander Hornoff, MotulFür die Einfahrzeit empfiehlt sich ein hochwertiges mineralisches Mehrbereichsöl. Bei Verwendung von synthetischen Ölen verlängert sich die Einfahrzeit.Alwin Otto, KTMDie Motorräder sind werksseitig schon mit Motoröl befüllt. Ein besonderes Einlauföl ist nicht notwendig.Peter Baumann, Liqui MolyWie lange dürfen die Intervalle zwischen den Ölwechseln maximal sein? 10000 Kilometer, maximal zwölf Monate. Jürgen Stoffregen, BMWJe nach Modell alle 6000 beziehungsweise 10000 Kilometer oder jährlich im Rahmen der Inspektion. Uli Bonsels, TriumphWas passiert, wenn das Öl nicht gewechselt wird?Das Motorrad verliert seinen Garantieschutz. Weiterhin besteht die Gefahr eins Motorschadens durch verminderte Schmierstoffqualität.Klaus Schmitt, SuzukiWelches Öl empfehlen Sie für Ihre Fahrzeuge?Shell Advance Ultra 4 Andreas Holzer, DucatiMobil 1 Racing 4T 15W-50Uli Bonsels, TriumphIst fahrzeugspezifisch in Viskosität und API-Anforderung festgelegt. In der Regel 10W-40 und API SE bis SG.Klaus Schmitt, SuzukiWas empfehlen Sie generell für ein Motorrad-Öl? Mineralische Öle sind von BMW getestet und völlig ausreichend.Jürgen Stoffregen, BMWSynthetische Öle haben gegenüber mineralischen Ölen wesentliche Vorteile. Grundsätzlich sollte es sich dabei um ein Motorenöl handeln, welches speziell für die besonderen Anforderungen von Motorradmotoren formuliert wurde.Alexander Hornoff, MotulWas bringt Synthetiköl im Vergleich zu mineralischem Öl?Weniger Ölverbrauch, mehr Verschleißschutz, verbessertes Kaltstartverhalten, mehr Sicherheit auch unter extremen Bedingungen, weniger Ablagerungen im Motor, mehr Zuverlässigkeit, lange Lebensdauer, mehr Leistungsreserven.Alexander Hornoff, MotulWas passiert, wenn man synthetische und mineralische Öle mischt (Funktionsbeeinträchtigung)?Eine Funktionsbeeinträchtigung ist unter normalen Betriebsbedingungen nicht zu erwarten.Dirk Rux, CastrolEine generelle Funktionsbeeinträchtigung tritt nicht ein. Allerdings verschlechtert das minderwertige Öl die Qualität des hochwertigen.Leo Schlüter, KawasakiIst synthetisches Öl ungünstig für Nasskupplungen?Nein. Lediglich die Verwendung von Pkw-Synthetikölen kann zu Kupplungsproblemen führen, da dort oft reibungsmindernde Additive eingesetzt werden. Andreas Philipp, ShellWas passiert, wenn die Viskosität des verwendeten Öls aus dem aktuellen Temperaturbereich herausfällt? (Beispiel: SAE 10W-40 bei 35 ° Celsius oder SAE 20W-50 bei unter –20° Celsius)Bei zu hohen Temperaturen kann es mit minderwertigen Ölen zu hohem Ölerbrauch, erhöhtem Verschleiß bis hin zu Motorschäden kommen. Hochwertige Öle machen da keine Probleme. Bei zu niedrigen Temperaturen können Kaltstartprobleme auftreten. Andreas Philipp, ShellBrauchen hubraum-/leistungsstarke Motoren anderes Öl als kleine, schwache? Prinzipiell nein. Es kommt auf die Belastung und die spezifische Leistung sowie auf motorspezifische Anforderungen an. Der Hubraum oder die Leistung selbst sind nicht das Kriterium.Andreas Philipp, ShellBringt eine sehr große Viskositätsspreizung Vorteile (zum Beispiel 0W-60)?Aufgrund abnehmender Scherstabilität wirkt sich eine zu große Viskositätsspreizung eher nachteilig aus.Alexander Hornoff, MotulWas spricht gegen den Einsatz eines billigen Öls, wenn man es dafür häufiger wechselt?Die Qualität eines Öls nimmt entscheidenden Einfluss auf Ablagerungsbildung, Ölschlamm und Verschleißschutz. In preisgünstigen Motorenölen können Additivpakete enthalten sein, die einen entsprechenden Schutz nicht ausreichend gewährleisten und den Motor auch bei häufigeren Wechseln mit Ablagerungen belasten.Dirk Rux, CastrolBilliges Öl kann überfordert sein (zum Bespiel zu geringe Hochtemperaturstabilität) und deshalb zu Verschleiß und Verschmutzung des Motors führen.Sonja Hößler, TotalFinaElfKann man auch andere Viskositäten benutzen als die vorgeschriebene?In Einzelfällen oder auch bei technischen Problemen kann von einer vorgeschriebenen Viskosität abgewichen werden. Grundsätzlich sollte jedoch die Empfehlung des Herstellers beachtet werden.Dirk Rux, CastrolDies ist nur dann unbedenklich, wenn das verwendete Öl eine Viskositätsklasse besitzt, die besser auf den Temperaturbereich des Einsatzortes angepasst ist als das empfohlene.Andreas Holzer, DucatiWirkt sich die Ölqualität auf den Ölverbrauch aus?Ja, hochwertige synthetische Öle sind verdampfungsstabiler als Mineralöle gleicher Viskosität. Aber auch höhere Viskositäten können helfen.Andreas Philipp, Shell Wie hoch dürfen die Öltemperaturen ansteigen, ohne dass es zu einem Motorschaden kommt?Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1. Ringnut) und können bis zu 300° Celsius betragen. Wann ein Motor aufgibt, ist sehr unterschiedlich. Einige vertragen Ölsumpftemperaturen von 160° Celsius, bei anderen sind 125° Celsius bereits höchst bedenklich.Andreas Philipp, ShellWelche maximale Öltemperatur erreicht werden kann, hängt unter anderem von der Temperaturfestigkeit des Öls ab. Eine allgemeingültige Aussage kann hier nicht getroffen werden.Alwin Otto, KTM

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