Ohrenstöpsel: Vergleichstest (Archivversion) AUDIOGRAMME

Ein Audiogramm zeigt, ab welcher Lautstärke eine Person bestimmte Frequenzen wahrnimmt. Dazu werden über dicht schließende Lautsprecher allmählich lauter werdende Töne eingespielt. Sobald die Person den Ton hört, drückt sie eine Taste. Reihenfolge, Abstand und Dauer wechseln - mogeln ist nicht drin. Das Hörempfinden mit den Test-Ohrstöpseln zeichnete MOTORRAD im Hörlabor der Firma Winkelmann Hörakustik in Herne-Eickel auf. An vier Testpersonen wurden zunächst Eingangs-Audiogramme ohne Gehörschutz und anschließend mit allen Ohrstöpseln aufgezeichnet. Mit Gehörschutz müssen die Töne teilweise deutlich lauter sein, um wahrgenommen zu werden. Diese Differenz zum Eingangsaudiogramm entspricht der Dämpfung des jeweiligen Ohrstöpsels. Exemplarisch für die vielen Audiogramme sind oben die Aufzeichnungen zweier Testpersonen abgebildet.Bei Testperson 1 zeigt die Hörkurve ohne Gehörschützer eine nachlassende Hörleistung im Hochtonbereich ab 6000 Hertz, jedoch trotz vieler Motorradkilometer keine Schädigung in den mittleren Tonlagen. Die Senke bei Testperson 2 im Bereich von 4000 Hertz wiederholt sich sehr schön bei den Aufzeichnungen mit Ohrstöpseln. Die Kurven der verschiedenen Stöpsel im Vergleich: Die maßgefertigten Otoplastiken mit (orange) und ohne Filter (türkis) erreichen bei Testperson 1 etwa die gleichen Dämpfungswerte, wobei die mit Filter im Hochtonbereich etwas stärker dämpfen. Bei Testperson 2 kommen die ohne Filter in der Leistung an die mit Filter nicht heran. Grund: Sie wurden schon häufig getragen, wodurch sich eventuell die Gehörgänge ein wenig geweitet haben. Ein großer Vorteil der Schaumstoffstöpsel, die sich beim Einsetzen dem Gehörgang anpassen, was die festen Maßstöpsel nicht können (müssen). Merox (rot), Mufflets (grün) und Hearos (blau) dämpfen im Neuzustand bei beiden Testpersonen deutlich besser als die Otoplastiken.Ein guter Gehörschutz muss im besonders gefährdeten Hochtonbereich ab 2000 Hertz schützen. Dass die getesteten Stöpsel diese Anforderung erfüllen, zeigen die Kurven. Im Bereich um 4000 Hertz liegt die Dämpfung der Otoplastiken bei völlig ausreichenden 35 Dezibel, die der Schaumstoffstöpsel gar bei bis zu über 60 Dezibel. Als problematisch erweist sich bei einigen die enorme Dämpfung der niedrigen Frequenzen, wodurch das Gefühl der totalen Abschottung entsteht. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Stöpsel – egal welchen Typs - sorgfältig eingesetzt werden und passen. Die billigen, im Neuzustand dicht schließenden Schaumstoffstöpsel bringen zwar gute Dämpfungswerte und schonen wirklich das Gehör, allerdings filtern sie auch wichtige Umgebungsgeräusche. Manche Benutzer können sich bei kurzen Stopps nicht verständigen - der Helm muss runter und die Stöpsel raus. Hier haben die maßgefertigten Gehörschützer Vorteile, denn einerseits reduzieren sie den Lärm in den kritischen Frequenzbereichen um bis zu 35 Dezibel, schotten andererseits ihren Träger aber nicht so total von der Umwelt ab. Zudem sitzen sie auch auf Dauer spürbar bequemer im Gehörgang und bieten über Jahre gleichbleibende Dämpfungseigenschaften. Die hängt bei den Schaumstoffstöpseln stark vom passgenauen Einsetzen ab. Außerdem verlieren häufig gereinigte Schaumstoffexemplare einen Teil ihres Dämpfungsvermögens.

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