Optimierung Yamaha XJR 1300

Massen-Bewegung

Die schwere Yamaha XJR 1300 findet nicht nur regen Zuspruch, sondern bewegt auch die Gemüter umbauwilliger Biker. MOTORRAD hat ausprobiert, welches Zubehör am besten zu dem klassischen Allrounder passt.

In Herzensangelegenheiten hatten die Yamaha-Ingenieure schon mehrfach ein glückliches Händchen. Beispielsweise als sie den Motor der XT 500 in ein Straßenfahrwerk verpflanzten und damit eines der erfolgreichsten Bikes auf die Räder stellten: die SR 500. Oder dem Fünfventil-Zweizylinder der ungeliebten XTZ Super-Ténéré im Brückenrahmen der TDM 850 eine neue Chance gaben. Nicht zu vergessen die Fazer 600, deren motorisches Herz - leicht modifiziert - der YZF 600 Thundercat entstammt.
Einen echten Volltreffer landeten die Japaner auch mit der Transplantation des luftgekühlten Vierzylinders der FJ 1200 in den Rahmen eines klassischen Big Bikes, der XJR 1200. Erst hier kam der prächtige Motor so richtig zur Geltung, entpuppte sich mit seinen polierten Deckeln, den filigranen Kühlrippen, der Vergaserbatterie oder den symmetrisch geformten Krümmern gar als wahrer Augenschmaus für Ästheten. Davon scheint es eine ganze Menge zu geben, denn die XJR-Fangemeinde umfasst mittlerweile knapp 15000 Mitglieder.
Der seit 1999 auf 1251 Kubizentimeter aufgebohrte, laufruhige Treibsatz des nunmehr XJR 1300 geheißenen Boliden begeistert jedoch nicht nur mit optischen Reizen, sondern auch mit seiner Power: Stramme 116 PS und 108 Newtonmeter attestierte der Prüfstand der Testmaschine, die damit die Werksangaben deutlich übertraf. Wahrlich genug für ein unverkleidetes Motorrad. Nicht genug jedoch für viele XJR-Fans, zumal die auf dem Zubehörmarkt angebotenen Vergaserkits eine deutliche Mehrleistung bei geringem Aufwand versprechen.
Den legalen Weg beschreiten derzeit nur Zweirad Krause und MTC, die als einzige ihre annähernd identischen Leistungskits mit einem TÜV-Gutachten anbieten. Auf dem unbestechlichen Prüfstand zeigte sich jedoch, dass eine spürbare Mehrleistung nur in Verbindung mit geänderten Schalldämpfern zu erreichen ist (siehe Kasten auf Seite 121), die dem einlassseitig modifizierten Big Block durch Endrohre mit größerem Durchmesser das Ausatmen erleichtern. Mit heftigen Konsequenzen: Der Vierventiler reißt nach der Kraftspritze ab 6000/min vorwärts, dass es eine wahre Freude ist. Dabei ist es völlig egal, ob man alleine unterwegs ist oder das motorische Feuerwerk zu zweit genießt, Schub gibt es immer und überall, untermalt vom dumpfen und kernigen Sound der modifizierten Dämpfer. Die souveräne und jederzeit beherrschbare Art der Kraftentfaltung macht die legale Leistungssteigerung zu einem empfehlenswerten Vergnügen, das zudem kaum teurer kommt als eine Vier-in-eins-Auspuffanlage aus dem Zubehör. Diese stehen bei der XJR-Klientel nach Auskunft mehrerer Händler ohnehin nicht besonders hoch im Kurs. Besser angelegt ist das Geld für eine verstärkte Kupplung (418 Mark bei Wössner), die das Motortuning sinnvoll abrundet.
Das stärkste Herz nützt jedoch wenig, wenn der Bewegungsapparat schwächelt. In diesem Punkt musste die XJR bislang heftige Kritik einstecken. Zu Recht, denn auch das Fahrverhalten der Testmaschine war alles andere als zufriedenstellend. Grund allen Übels ist die trotz verstellbarer Federbasis viel zu weich gefederte und schlapp gedämpfte Gabel. Sie kann lediglich ihr sensibles Ansprechverhalten in die Waagschale werfen, kommt aber bereits bei Lastwechseln heftig ins Pumpen. Auf Holperstrecken gerät die Fuhre dermaßen in Wallung, dass der Pilot alle Mühe hat, das zappelnde und in Schräglage immer wieder nach außen stempelnde Vorderrad im Zaum zu halten. Zu allem Überfluss haben sich die schlecht ansprechenden Federbeine der harten Linie verschrieben und passen damit überhaupt nicht zur Gabel; das Resultat ist ein äußerst unharmonisches Federungsverhalten. Es spricht jedoch für die dicke Yamaha, dass die Abstimmungsmisere die Fahrstabilität bei Höchstgeschwindigkeit nicht über Gebühr beeinträchtigt.
Als dringlichste Maßnahme steht deshalb die Überarbeitung der Gabel auf dem Plan. Und das ist leichter gesagt als getan. Mit den Federn von Wilbers oder White Power trifft man zwar die beste Wahl, aber die Dämpfung funktioniert mit dem von beiden Anbietern empfohlenen Zehner-Öl noch nicht perfekt. Je nach Körpergewicht und bevorzugtem Einsatzzweck empfiehlt sich der Einsatz eines höherviskosen Öls. Falls die Gabel bei der anschließenden Probefahrt beim harten Bremsen auf Bodenwellen immer noch durchschlägt, sollte die Luftkammer etwas verringert werden. Die Ursache für die etwas knifflige und arbeitsintensive Suche nach der besten Abstimmung liegt in der serienmäßig zu schwachen Dämpfung der Einfederbewegung (Druckstufe). Wirth versucht, den Durchschlagschutz mit langen und straffen Federn zu erreichen, die jedoch keinen ausreichenden Negativ-Federweg mehr gewährleisten und durch die angehobene Front Balance und Lenkverhalten nachteilig verändern.
Bei den Federbeinen stellen die Exemplare von Wilbers und White Power mit Ausgleichsbehälter für die XJR 1300 das Optimum dar. Entscheidend für Komfort und Stabilität ist lediglich, dass bei der Bestellung das Körpergewicht angegeben wird, damit die Stoßdämpfer mit der passenden Abstimmung ausgeliefert werden.
Wer sich die Mühe mit dem Gabelumbau macht, schlägt übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe: Dieser stellt nämlich zugleich die beste Möglichkeit des Bremsentunings dar; erst jetzt können die in allen Belangen überzeugenden Serienstopper der XJR 1300 ihr ganzes Potential ausspielen. Als zum Teil preisgünstigere Alternative haben sich bei den Tests auch einige Zubehörbremsbeläge empfohlen. Eigner einer XJR 1200 dürfen bei den Sintermetallbelägen von Lucas, Brembo, AP Racing oder EBC zugreifen, die im MOTORRAD-Vergleichstest (Heft 15/01) ganz vorne lagen.
Als beste Reifen profilierten sich bei den Fahrversuchen die sportlichen Gummis von Metzeler und Pirelli, die mit guten Allroundeigenschaften aufwarten und dem Naked Bike mit ihrer hervorragenden Eigendämpfung selbst bei Topspeed zu passabler Stabilität verhelfen. Dann also, wenn die durch Auftrieb fast vollständig ausgefederte Gabel harte Schläge nicht mehr richtig parieren kann. Kein Beurteilungskriterium bei dieser Reifenempfehlung waren die Haftung im Grenzbereich, der Nassgrip sowie der Verschleiß.
Mit dem dem richtigen Feinschliff – der sich größtenteils auch auf das 1200er-Modell übertragen lässt - kann die Yamaha XJR 1300 in Sachen Fahrverhalten und Leistungsentfaltung mit der nackten Konkurrenz nunmehr locker mithalten. Schade, dass Yamahas Ingenieure diese Arbeit trotz jahrelanger Kritik den Käufern überlassen. Aber vielleicht nehmen sie sich ja auch diese Angelegenheit einmal zu Herzen.
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Originalbremsbeläge

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Die in den einteiligen, vom Supersportler R1 stammenden Bremssätteln verbauten Original-Beläge überzeugen auch an der wesentlich schwereren XJR: Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Wirkung der Sintermetallbeläge sind klasse, die Handkraft ist niedrig, Fading kein Thema.Typ: 4SV-W0045-00Werkstoff: SintermetallPreis: 63,28 Mark*

Modellgeschichte

Nach der Einführung der XJR 1200 im Frühjahr 1995 stellte Yamaha dem Standardmodell 1997 eine limitierte SP-Version namens »King Replica« zur Seite. Mit mehrfach justierbaren Öhlins-Federbeinen, einstellbarer Federbasis an der Gabel sowie einer besser gepolsterten Sitzbank konnte auch die zweite, ebenfalls limitierte SP-Version aufwarten, für die 1998 der ehemalige Langstreckenweltmeister Christian Sarron Pate stand. Ansonsten gab es keine technischen Änderungen. Umfangreich dafür die Modellpflege für die seit 1999 gebaute XJR 1300: Sie erhielt Schmiedekolben, beschichtete Alu-Zylinder, eine Kennfeldzündung mit Drosselklappensensor, einen größeren Ölkühler, Rahmenrohre aus höherwertigem Stahl, die Bremsanlage aus der YZF-R1, eine geänderte Seiten- und Heckverkleidung mit neuem Rücklicht sowie Reifen der Dimension 120/70 vorn und 180/55 hinten.

Wilbers Gabelfedern

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Abgesehen vom im Vergleich zur Serie etwas schlechteren Ansprechverhalten verbessern die Federn von Wilbers die Funktion der XJR-Gabel in jeder Hinsicht: Das Fahrverhalten wird deutlich stabiler und präziser, ohne übermäßig zu Lasten des Komforts zu gehen. Wie die Exemplare von White Power sollten jedoch auch die Wilbers-Federn mit einem zähflüssigeren Öl kombiniert werden. Dann kommen nicht nur sportliche Solisten auf ihre Kosten, sondern auch Tourer mit voller Zuladung.

Wirth Gabelfedern

MOTORRAD-Urteil: noch empfehlenswert
Wirth ersetzt die serienmäßigen Federn inklusive Distanzhülsen durch lange und schwere Federn (159 Mark). Dank progressiver Wicklung bieten sie ein ordentliches Ansprechverhalten bei höchster Durchschlagsicherheit. Wegen des zu geringen Negativ-Federwegs und des damit einhergehenden Niveau-Unterschieds zwischen der nunmehr angehobenen Front und Serien-Heck verschlechtert sich jedoch das Handling. Außerdem besteht die Gefahr des Lenkerschlagens beim Beschleunigen auf Bodenwellen.

Öhlins Gabelfedern

MOTORRAD-Urteil: bedingt empfehlenswert
Die linearen Federn von Öhlins (219,05 Mark) verhelfen der Gabel zu einem hervorragenden Ansprechverhalten. Dank des mitgelieferten Öls der Viskosität SAE 15 verbessert sich im Vergleich zur Serie zwar die Rückmeldung, doch bei sportlicher Fahrweise oder harten Bremsmanövern gehen die Federn mangels Progression zu schnell auf Block. Sie passen damit zu den komfortablen Federbeinen aus gleichem Haus, taugen jedoch nur für sehr leichte Piloten ohne sportliche Ambitionen.

White Power Gabelfedern

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Bestückt mit den White-Power-Federn (179 Mark) führt die Gabel der XJR deutlich stabiler: Dank guter Rückmeldung profitiert das Fahrverhalten ungemein, sowohl bei sportlicher Fahrweise als auch beim Bummeln zu zweit. Selbst beim Komfort müssen keine großen Einbußen hingenommen werden, lediglich das Ansprechverhalten ist nicht so sensibel wie mit den Serienfedern. Für die passende Dämpfung empfiehlt sich jedoch ein zähflüssigeres als das empfohlene Zehner-Gabelöl.

Wilbers 630 TS

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Die Wilbers-Federbeine vom Typ 630 TS Competition (1199 Mark) lassen sich in der Zugstufe (25 Klicks) sowie in der Federbasis (stufenlos) verstellen. Mit den auf das Fahrergewicht abgestimmten, progressiv gewickelten Federn sorgen sie für ein sportlich straffes Fahrverhalten, bei dem auch der Komfort nicht zu kurz kommt. Das Ansprechverhalten ist deutlich sensibler als bei den Serienteilen, und die Dämpfungsreserven der Zugstufe reichen auch für volle Zuladung locker aus.

Wilbers TS 633 Competition

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Gutes Ansprechverhalten, super Dämpfung, prima Rückmeldung und satte Dämpfungsreserven – die 633 TS-Federbeine (1999 Mark) von Wilbers funktionieren an der XJR hervorragend. Neben der stufenlos einstellbaren Federbasis kann die Dämpfung sowohl in der Zugstufe (25 Klicks) als auch in der Druckstufe (je 22 Klicks für Highspeed-/Lowspeedbereich) auf jeden Einsatzzweck abgestimmt werden, egal ob sportliches Kurvenwetzen oder genüssliche Touren mit Sozius und Gepäck anstehen.

Pirelli

Ähnlich harmonisch wie mit den Metzeler-Gummis fährt sich die XJR mit den Pirelli MTR 21/22. Herausragend auch hier der Komforteindruck sowie die Fahrstabilität unter allen Umständen. Im Vergleich zum ME Z3 ist die Aufstellneigung beim Bremsen in Schräglage etwas weniger ausgeprägt, dafür zeigen sich die Pirelli einen Tick handlicher. Freigabe nur über Alpha Technik.Preis: vorn 233 Mark hinten 308 Mark

Michelin

Der Michelin Macadam 90 gehört zur Erstausrüstung der XJR 1300. Damit lenkt die Yamaha zielgenau ein und zeigt ein gutes Handling. Auch die Fahrstabilität bei Topspeed sowie mit voller Zuladung geht in Ordnung. Gleiches gilt – dank guter Eigendämpfung – für den Komfort. Negativ ankreiden muss man den Michelin allerdings die deutliche Aufstellneigung beim Bremsen in Schräglage.Preis: vorn 224 Mark hinten: 293 Mark

Metzeler

Handlich, stabil und neutral – mit den ME Z3 fährt sich die Yamaha sehr harmonisch. Herausragend der hohe Fahrkomfort dank prima Eigendämpfung, die auch für eine beruhigende Fahrstabilität bei Höchstgeschwindigkeit sorgt. Ebenfalls gut ist das Kurvenverhalten mit Sozius. Kritik gibt es lediglich für das spürbare Aufstellmoment beim Bremsen. Freigabe nur über Alpha Technik.Preis: vorn 230 Mark hinten 321 Mark

Dunlop

Mit den Dunlop D 207 fährt die Yamaha vergleichsweise stabil, sowohl bei Höchstgeschwindigkeit als auch bei voller Zuladung in Schräglage. Die Handlichkeit und die Neutralität in Kurven mit akzeptabler Aufstellneigung beim Bremsen können ebenfalls gefallen. Weniger gut ist es jedoch um den Komfort bestellt, denn der D 207 rollt wegen der geringen Eigendämpfung hart ab.Preis: vorn 229 Mark hinten 311 Mark

Bridgestone

Der BT 57 erweist sich als sehr handlicher und neutraler Reifen mit dem geringsten Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven. Das agile Einlenkverhalten ist jedoch gewöhnunsbedürftig, ebenso die spürbare Nervosität bei hohem Tempo. Wegen der geringen Eigendämpfung reagiert die XJR auf Bodenwellen und Absätzen mit Lenkerpendeln deutlich früher als mit den anderen Gummis.Preise: vorn 227 Mark hinten 302 Mark

Leistungssteigerung

Leistungsmangel kann man dem luftgekühlten Vierzylinder der XJR 1300 angesichts der gemessenen 116 PS der Testmaschine sicher nicht vorwerfen. Wer jedoch schon einmal die Gelegenheit hatte, eine offene FJ 1200 der 80er Jahre zu fahren, weiß: Da geht noch einiges.Klassisches Motortuning ist bei der dicken Yamaha für einen Kräftezuwachs gar nicht nötig – es genügt, dem Big Block das freie Ein- und Ausatmen zu ermöglichen. Daher setzen sowohl Zweirad Krause als auch das Motorcorner Technik Center (MTC) bei ihren TÜV-gerechten Leistungskits auf offene Ansaugstutzen der FJ 1200, geänderte Hauptdüsen, spezielle Düsennadeln, einen Alu-Luftfilterdeckel mit größerer Öffnung sowie eine geänderte Zündgrundplatte. Krause setzt außerdem Endrohre mit einem größeren Querschnitt in die serienmäßigen Schalldämpfer ein. Der komplette Umbau kostet inklusive Montage, Prüfstandslauf und TÜV-Abnahme 1440 Mark. MTC verlangt für den gesetzeskonformen Powerzuwachs lediglich 1090 Mark. Verzichten muss man dafür jedoch auf die umgearbeiteten Schalldämpfer, die vor den Ohren süddeutscher TÜV-Prüfer keine Gnade fanden. Schade, denn dadurch bleibt sieben Pferdchen der freie Auslauf verwehrt.

Premier

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Die Premier-Beläge ähneln den Exemplaren von EBC nicht nur äußerlich: Zum beinahe schon giftigen Ansprechverhalten gesellt sich auch hier eine bissige, bei zunehmender Handkraft spürbar progressive Bremswirkung, die Durchschnittsfahrern das exakte Dosieren erschwert, sportliche Piloten aber frohlocken lässt.Typ: PH 239Werkstoff: SintermetallPreis: 49,90 Mark*

Yamaha XJR 1300: Optimierung und Modellchronik

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Die Double-H-Beläge von EBC sprechen bei niedriger Handkraft sehr spontan an und zeigen eine tolle Wirkung, allerdings mit progressiver Tendenz beim Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten. Für weniger Routinierte sind die EBC fast schon zu bissig, für sportliche Fahrer gehören sie hingegen zur ersten Wahl.Typ: FA 252A HHWerkstoff: SintermetallPreis: 55 Mark*

Lucas

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Die Lucas SV-Beläge überzeugen an der Yamaha XJR durch ihr spontanes Ansprechverhalten, sehr gute Dosierung, prima Wirkung und Standfestigkeit bei ähnlich niedriger Handkraft wie die Serie. Alles in allem eine dicke Empfehlung sowohl für Anfänger als auch für bekennende Spätbremser.Typ: MCB 611 SVWerkstoff: SintermetallPreis: 60,78 Mark*

White Power

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Sportlich straff ist die Auslegung der White Power Federbeine mit angegossenem Ausgleichsbehälter (1549 Mark) geraten. So ist das Ansprechverhalten besonders bei langsamer Fahrt nicht sonderlich sensibel. Bei zügiger Fahrweise passt hingegen alles, selbst die Sache mit dem Komfort: satte, in Zug- (elf Klicks) und Druckstufe (neun Klicks) getrennt einstellbare Dämpfung, prima Rückmeldung sowie genügend Dämpfungsreserven, die auch bei voller Zuladung nicht kapitulieren.

Carbone Lorraine

MOTORRAD-Urteil: empfehlenswert
Im Vergleich zur Serie sprechen die A3-Beläge von Carbone Lorraine nicht so spontan an und benötigen eine höhere Handkraft. Hinsichtlich Dosierung und Bremswirkung sind sie den Original-Belägen ebenfalls minimal unterlegen und taugen damit in erster Linie für Biker ohne sportliche Ambitionen. Kein Fading feststellbar.Typ: 2361 A3Werkstoff: SintermetallPreis: 67,90 Mark*

Brembo

MOTORRAD-Urteil: sehr empfehlenswert
Mit ihrem spontanen, aber nicht giftigen Ansprechverhalten, der linearen Dosierbarkeit sowie der geringen Handkraft liegen die Brembo-Beläge auf dem Niveau der Serie; die Bremswirkung fällt sogar einen Tick besser aus. Fading ist für die Sintermetall-Brembos ebenfalls kein Thema.Typ: 07.YA 23.SAWerkstoff: SintermetallPreis: 68,90 Mark*

Öhlins

MOTORRAD-Urteil: bedingt empfehlenswert
Ein traumhaft sensibles Ansprechverhalten und der hohe Komfort kennzeichnen die Öhlins-Federbeine des Typs APB für 2239,43 Mark, die mit separat einstellbarer Zug- (40-fach) und Druckstufendämpfung (dreifach), hydraulischer Verstellung der Federbasis sowie einer Höhenverstellung aufwarten. Leider ist der Verstellbereich der Dämpfung sowie der Federbasis völlig unpassend geraten. Für sportliche Fahrweise oder gar Soziusbetrieb bleiben viel zu wenig Reserven.

Bitubo

MOTORRAD-Urteil: noch empfehlenswert
Die preisgünstigen Bitubo-Federbeine (929 Mark) fallen in Sachen Verarbeitung gegenüber der Konkurrenz zwar etwas ab, funktionieren im Solobetrieb aber recht ordentlich, sofern an den Komfort keine hohen Ansprüche gestellt werden. Wegen der harten Feder muss die getrennt einstellbare Zug- und Druckstufendämpfung schon im Solobetrieb weit zugedreht werden. Mit voller Zuladung gerät die Dämpfung jedoch an ihre Grenzen, für schlaglochübersäte Straßen verbleiben zu wenig Reserven.

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