Optimierungstipps für die Winterpause (Archivversion)

Jetzt oder nie!

Die meisten Motorräder verbringen den Winter in der Garage, im Keller oder unter einer Abdeckplane. Diese Monate sollte man nutzen, um sich Dingen zuzuwenden, für die während der Saison keine Zeit bleibt.

Nicht nur für Besitzer von Motorrädern mit Saisonkennzeichen, sondern auch für diejenigen, denen bei klirrender Kälte und Schnee die Lust am Biken vergeht, eignet sich der Winter hervorragend, um die Maschine aufzupeppen. Denn wer will schon im Sommer ein sonniges Wochenende für Umbaumaßnahmen opfern oder sein Zweirad wochenlang in der Werk-
statt abgeben. Jetzt ist die ideale Zeit, sich zunächst in Ruhe Gedanken und anschließend ans Werk zu machen.

Schließlich geht es nicht um schnöde Wartungsarbeiten wie Öl- oder Bremsflüssigkeitswechsel, Luftfilter reinigen, Züge schmieren oder Ventile einstellen. Das sind Service-Geschichten, die von den Wartungsintervallen des Motorrads abhängen und während der Saison laufen (sollten). Es geht vielmehr darum, Schönheitsfehler auszumerzen und um die Frage: Wie kann ich mein Motorrad optimieren oder um-
bauen? Beispielsweise kann es sich um
einen unscheinbaren Kratzer in der Felge handeln, der einem zwar schon lange ein Dorn im Auge ist, aber eben doch nicht so gravierend war, um sich sofort um dessen Beseitigung zu kümmern. Oder wie wäre
es, endlich mal die lästige, beim unacht-
samen Rangieren entstandene Delle im Tank zu entfernen? Und dann diese furchtbar durchgesessene Sitzbank. Hätte die nicht schon längst einem maßgefertigten, straff gepolsterten Exemplar mit neuem Bezug weichen können?
Man kann immer etwas verbessern. Packen wir’s also an, damit bei Saison-
beginn die Freude am Motorrad und am Fahren noch größer ist. Zusätzlich zu
den auf den folgenden Seiten aufgeführten
Firmen gibt’s für praktisch jeden Bereich noch unzählige weitere Anbieter, und die Vorschläge dienen nur als kleiner Anstoß. Mit Sicherheit finden sich an jedem Bike noch viele weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Darum: Carpe diem – nutze den Tag – oder besser den Winter.
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Felgen polieren (Archivversion) - Glanztat

Nahezu jede Felge, egal, ob aus Aluminium, Stahl oder Gussmaterial,
lässt sich aufpolieren und erstrahlt nach einer Behandlung bei Rimepos, Telefon 07221/3939101, oder einem anderen Spezialisten in neuem Glanz. Je nach Aufwand beginnt der Spaß bei rund 50 Euro. Versandkosten und den Aufwand für den Ausbau nicht eingerechnet. Diese schrauberische
Eigenleistung ist nicht zu unterschätzen, schließlich muss die Felge zum bearbeiten quasi »nackt« sein. Da nur die Oberfläche bearbeitet und nicht das Gefüge verändert wird, benötigten polierte Felgen nach Aussagen
von Rimepos keine TÜV-Freigabe. MOTORRAD-Tipp: Die Teile nach dem Polieren gegen Aufpreis in einem Entfettungs- und Ultraschall-Bad reinigen lassen, da man von Hand niemals alle Ritzen erreicht.

Fahrwerk optimieren (Archivversion) - Bodenkontakt

Durchschlagende Gabeln und Federbeine, schlechte Dämpfung und mangelnder Fahrbahnkontakt sind nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. So manches Serienfahrwerk, vor allem mit reichlich Kilometern auf dem Buckel, gerät rasch an seine Grenzen. Straffere Nachrüst-Gabelfedern plus passendes Gabelöl (zusammen für rund 100 Euro) sorgen vorn für Ruhe, Federbeine mit Zug- und Druckstufen-Einstellmöglichkeit halten das Fahrzeugheck am Boden. Die Preise für vernünftiges Material beginnen bei knapp 500 Euro, hochwertige Exemplare kosten je nach Hersteller und Ausführung bis zu über 1000 Euro. Für den Umbau sollte man mindestens zu zweit sein und Ahnung vom Schrauben besitzen. Wichtig: Nur Teile mit ABE oder TÜV-Gutachten kaufen.

Fussrastenumbau (Archivversion) - Abstellhebel

Entscheidend für den Spaß beim Motorradfahren ist eine passende Ergonomie. Fußrasten am rechten Fleck sorgen für Entspannung. Empfehlenswert sind Rasten, die sich in vielen Positionen verstellen lassen. So haben beispielsweise Sportfahrer die Möglichkeit, auf der Rennstrecke und auf der Straße unterschiedliche Einstellungen zu verwenden (für mehr Schräglagenfreiheit beziehungsweise einen entspannteren Kniewinkel). Hersteller der meist aus Aluminium gefertigten Fußrastenanlagen gibt es zuhauf. Unter anderem ABM (Foto), Gilles, HeyTec, LSL, Lucas, RaiRoTec und
Rizoma. Je nach Ausführung kosten die edelsten Teile bis weit über 500 Euro. Da sie modellspezifisch angefertigt werden, ist der Anbau recht
einfach. Bis auf diversen Testfahrten die optimale Einstellung gefunden wird, kann allerdings etwas dauern.

Rahmen strahlen (Archivversion) - Sandsturm

Rostnester an Stahlrahmen und deren Schweißnähten sind keine Seltenheit. Dagegen hilft nur Sandstrahlen und anschließendes Flammspritzen sowie Kunststoffbe-
schichten. Betriebe, die diese Arbeiten ausführen, finden sich über Lackierwerkstätten oder die Gelben Seiten. Die Kosten begin-
nen bei zirka 150 Euro. Extrem hoch ist
der eigene Bastelaufwand, denn Motor und sämtliche Kabel müssen aus-, ab- und anschließend wieder zusammengebaut werden.

Licht optimieren (Archivversion) - Lampenfieber

Zusatzscheinwerfer machen die Nacht zum Tag und sorgen für bessere Sichtverhältnisse. Meist weiß der Fachhandel Rat, welche Produkte in Frage kommen. Einer der Anbieter ist www.piaa.de, der unter anderem für die BMW R 1200 GS (Foto) fertige Kits mit TÜV im Programm hat. Preis: 690 Euro.
Die Montage ist nicht ganz ohne, Nicht-Profis
benötigen dafür etwa einen halben Tag.

GepÄcksystem anbauen (Archivversion) - Tragweite

Wer schon jetzt weiß, dass kommende Saison eine große Reise ansteht, der sollte sich bereits im Winter vorbereiten und den Anbau des Trägers für ein Gepäcksystem nicht auf die letzten Tage vor der Tour hinausschieben. Zwar werden die ohne Koffer rund 200 Euro teuren Trägersysteme – egal, ob von Five Stars, Givi, Hepco & Becker oder von einem anderen Hersteller – speziell auf die einzelnen Motorradmodelle zugeschnitten, doch erfahrungsgemäß kommt es immer wieder zu kleinen Unstimmigkeiten, was die Passform anbelangt. Dann heißt es basteln, biegen, tricksen. Und das kostet Zeit und
Nerven. Gut, wenn man dann nicht schon vor gepackten Koffern steht. Nicht selten müssen für die Montage die komplette Heckverschalung samt Sitzbank entfernt oder gar Löcher in die Verkleidung gebohrt werden. Ein bisschen Schraubererfahrung kann daher nicht schaden. Am besten holt man sich einen sachkundigen Helfer, der beim Hantieren und Anpassen des oft sperrigen
Trägers ohnehin gute Dienste leisten kann.
Für alle, die nicht die ganze Saison mit einem wenig hübsch anzusehenden Rohrgeflecht am Heck rumfahren möchten, eignen sich die in Sekundenschnelle abnehmbaren Trägersysteme wie das Delock von JF Motorsport, Telefon 06002/910391, oder das Quicklock von SW-Motech, Telefon 06425/820280. Fest am Motorrad verbleiben nur die mit dem Rahmen verschraubten Halte-
rungen, die das Gesamtbild der Maschine kaum stören.

Titanschrauben (Archivversion) - Farbenfroh

Schrauben und Muttern aus Titanlegierungen sind hochfest, leicht, chemisch beständig und in vielen Farben erhältlich, was dem
Motorrad eine besondere Note verleiht. Der Austausch vorhandener Originalschrauben gegen Hightech-Exemplare (beispielsweise von www.sem-titan.de) ist kinderleicht,
aber nicht billig. Selbst kleine Teile kosten mehrere Euro. Wesentlich günstiger sind Alu-Schrauben – aufgrund ihrer hohen Bruch-
anfälligkeit jedoch nur bedingt zu empfehlen.

Tank ausbeulen (Archivversion) - Druckmittel

Kaum ein Motorradtank ist gänzlich frei
von Dellen. Viele davon lassen sich ohne
anschließendes Spachteln und Lackieren
mit Spezialwerkzeugen entfernen. Diese
Ausbeultechnik beherrschen nur Spezialisten,
deren Adressen jeder Lackierfachwerkstatt vorliegen. Kosten: je nach Aufwand zwischen
50 und 150 Euro – wesentlich günstiger als Spachteln und Lackieren oder ein neuer Tank.

Besser Bremsen (Archivversion) - Stopp-
Stelle

Bremsen lassen sich oftmals
mit der Umrüstung auf Stahlflexbremsleitungen verbessern. Je nach Länge und Ausführung der Anschlüsse kosten die Leitungen um 100 Euro, inklusive TÜV-Gutachten. Da Montage und richtiges Entlüften extrem wichtig sind
für die spätere Funktion, sollten sich Laien keinesfalls daran versuchen. Wesentlich einfacher und schneller erfolgt der Umbau auf eine so genannte Wave-Bremsscheibe, wie sie viele Bremsenspezialisten, unter anderem Lucas (siehe Foto), Telefon 02631/9120, anbieten. Die Scheiben sollen dank besserer Wärmeableitung ebenfalls den Druckpunkt konstant halten und die Bremsfunktion verbessern.

Verkleidungseile (Archivversion) - Einschal-Quote

Geringer Montageaufwand, großer Einfluss auf das Erscheinungsbild des Motorrads und hohe Funktionalität – das charakterisiert Verkleidungs-
teile aus dem Zubehör. Die aus sehr leichtem, edlem Karbon oder robustem Kunststoff (auch in Karbon-Optik möglich) gefertigten Bauteile werden
für jedes Motorradmodell passgenau hergestellt, was den Montageaufwand minimiert. Der Tausch eines Original-Vorderradschutzblechs gegen ein Zubehörteil dauert deshalb meist nur wenige Minuten. Kaum aufwendiger ist der
Anbau eines Spritzschutzes
am Hinterrad, der Schwinge und Federbein wirkungsvoll
vor Verschmutzung schützt. Einfache Kunststoffteile kosten ab etwa 50 Euro, Karbon-
Produkte bis über 300 Euro.

Notausschalter (Archivversion) - Saftlos

Kleines Teil, große Wirkung: Schon für wenige Euro gibt’s überall im Baumarkt kleine Schalter, die sich wunderbar irgendwo im Kabelstrang zwischen Batterie und Zündung
einbauen lassen. An einer etwas
versteckten Stelle am Bike montiert, ergibt das einen prima zusätzlichen Diebstahlschutz – selbst dann,
wenn sich mal jemand des Zündschlüssels bedient.

Kettenschmiersystem (Archivversion) - Das flutscht

Keine Lust mehr, während der Saison nahezu täglich die Kette zu schmieren und sich die Finger schmutzig zu
machen? Dann ist ein in wenigen Stunden montiertes, automatisches Kettenschmiersystem genau das Richtige. Bekannteste Anbieter sind www.scottoiler.de und www.cls200.de (siehe Foto), deren Systeme ab etwa 130 Euro zu haben sind und nachweislich das Kettenleben verlängern.

Sitzbank reparieren oder maßanfertigen (Archivversion) - Sitz-Gelegenheit

Eingerissene, verfärbte oder ausgebleichte Sitzbankbezüge oder durchgesessene
Polsterungen sind vor allem bei Motorädern mit hohen Laufleistungen keine Seltenheit. Einer der größten Anbieter von Reparaturkits ist Götz, Telefon 07476/933150, der für viele Modelle vorgeformte, härtere Schaumstoffe anbietet (knapp 50 Euro). Zusammen mit einem frischen Sitzbankbezug zu Preisen ab 20 Euro erstrahlt
das Sitzmöbel nach der Revision wieder in neuem Glanz. Für die Reparatur einfach
die Sitzbank abbauen, den alten Bezug abziehen und als Schnittmuster für den
neuen verwenden, den alten Schaumstoff entfernen und gegen den neuen tauschen. Danach den Bezug mit Hilfe eines Tackers und eines Föns überziehen und fixieren.

Optimierungstipps für die Winterpause (Archivversion) - Individual-Lösung

Wer seine Sitzbank abolut perfekt auf seinen Allerwertesten zugeschnitten haben möchte, sollte sich an einen Sattler oder noch besser an
einen echten Sitzbankspezialisten, wie zum Beispiel Albig Throne (Fotos),
Telefon 07032/74587, wenden. Am besten mit dem eigenen Motorrad vorfahren und seine Wünsche äußern. Beim Profi ist praktisch alles
möglich. Höher, niedriger, breiter, schmäler, vorn hart, hinten weich,
rund ausgeformt oder kantig und natürlich völlig freie Farb- und Musterwahl, was den Bezug anbelangt. Während einfache Umbauten bei etwa 150 Euro beginnen, können ausgefallene Wünsche schon mal mit deutlich über 500 Euro zu Buche schlagen. Sicher ist nur eins: Wer einmal eine gut gemachte Maß-Sitzbank besessen hat, mag nie mehr ohne.

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