Original-Zubehör von Yamaha (Archivversion)

Yamsession

Toller Motor, prima Fahrwerk, eigenständiges Äußeres – die Grundmelodie der Yamaha FZ6 stimmt. Ein Solo oder Intermezzo aus dem Zubehör-Regal bringt noch mehr Musik rein.

Ein »ultimatives Gefühl von Freiheit und Individualität« wird markig auf der Yamaha-Homepage unter dem Menüpunkt »Originial-Zubehör« angepriesen. Yamaha habe eine Zubehör-Palette entwickelt, die den Kunden »nahezu unbegrenzte Möglichkeiten« böte, ihre Yamaha nach persönlichem Geschmack zu
gestalten. Sucht man dort nach Zubehör für das Erfolgsmodell FZ6, beschränken sich die unbegrenzten Möglichkeiten auf zehn Artikel. Bei Händlern ist das Angebot etwas größer, dafür gibt’s im Internet seltsamerweise eine nur zur Fazer-Schwester passende »Windschutzscheibe Touring«.
Ultimative Freiheit und Individualität hin oder her, spannender ist, wie sich die für die FZ6 angebotenen Teile in der Praxis bewähren. Wie schon beim Zubehör-Test für die Suzuki SV 650
(MOTORRAD 2/2005) fiel sofort die gute Qualität der Original-Produkte auf. Verständliche Montageanleitungen sowie hohe Passgenauigkeit der Anbauteile machen es Laien leicht, ihr Motorrad im Nachhinein aufzurüsten. Und auch die Wertigkeit von Material
und Lack überzeugten. Besonders interessant sind Umbau-
möglichkeiten, durch die der Besitzer seine Maschine speziell auf
seine Bedürfnisse zuschneiden kann.
So hat der deutsche Importeur für die FZ6 einen gut funktionierenden Tieferlegungs-Kit entwickelt, den die Vertragshändler anbieten. Sollte dieser die Schräglagenfreiheit zu stark einschränken, muss der Händler den Hauptständer – sofern vorhanden – allerdings zurechtfeilen. Bei Motorcorner im schwäbischen Wangen gehört der Kit jedenfalls zu den gefragten Artikeln, wie alle Zubehörteile, die die Ergonomie des Motorrads verändern. »Jeder Fahrer ist körperlich nun mal anders proportioniert, und das
Motorrad drückt und zwickt jeweils an anderen Stellen. Dann schauen wir, wie wir das ändern können«, beschreibt Geschäftsführer Stefan Wahl seinen Verkaufsalltag. Ist kein adäquates
Original-Zubehör vorhanden, greift Wahl auf erprobte Fremdprodukte zurück (siehe Kasten »Fremdanbieter Ergonomie«).
Sich auch anderweitig umzuschauen ist für Besitzer der nackten 600er-Yamaha ohnehin ein guter Tipp. Insbesondere Teile, die das Fahrzeug optisch aufwerten sollen, unterliegen den sehr unterschiedlichen Gesetzen des persönlichen Geschmacks.
Der Nachrüstmarkt hat da den einen oder anderen interessanten Artikel zu bieten, den Yamaha nicht liefern kann, der jedoch gut mit dem Motorrad harmoniert.
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Ergonomie: Tieferlegungs-Kit (Archivversion)

Tieferlegungs-Kit
(niedrigere Sitzbank und kürzeres Federbein)
Preis: abhängig vom Händler, Preisspanne von zirka
110 Euro für Teiletausch bei Neufahrzeug bis zirka 400 Euro plus Montagekosten
Montage: Die abgepolsterte Sitzbank ersetzt die mit dem Zündschlüssel verriegelte Serienbank, Schraubarbeiten sind beim Wechsel folglich nicht erforderlich. Auch der Tausch des Federbeins ist kein Hexenwerk – die Schrauben der Aufhängung sind allerdings etwas schwer zugänglich. Handwerklich Unbegabte sollten
die Montage lieber einer Werkstatt überlassen, die in der Regel nicht mehr als eine halbe Stun-de Arbeitszeit berechnen wird.
Funktion: Im Serienzustand maß MOTORRAD 810 Millimeter Sitzhöhe bei der FZ6. Mit dem Tieferlegungs-Kit sind es nur noch 760 Millimeter. Hat die FZ6 einen Hauptständer, sollte man diesen entsprechend anpassen lassen. Die um 30 Millimeter abgepolsterte, dadurch recht harte Sitzbank entpuppte sich auf Dauer als unbequem. Das kürzere Federbein veränderte die Fahrzeug-Geometrie im Fahrbetrieb nicht negativ, bei winterlichen Bedingungen während der Testfahrten konnte die Schräglagenfreiheit jedoch nicht überprüft werden.

Ergonomie: Fremdanbieter (Archivversion)

Fremdanbieter Ergonomie
Eine maßgeschneiderte FZ6 wünschen sich viele Besitzer, doch bis auf einen Tieferlegungs-Kit hat Yamaha in Sachen Ergonomie nichts im Angebot.
Andere Anbieter hingegen schon. Denn nicht nur Kurzbeinige wollen ihr Motorrad so gestalten, dass sie ihre Maschine bequem fahren und sicher beherrschen können. Modifizierte Fußrasten, ein anderer Lenker, eine speziell
gepolsterte Sitzbank – Maßnahmen, die meist bezahlbar sind und auf Dauer einen echten Bonus bringen. MOTORRAD hat beispielhaft zwei Produkte herausgegriffen, die bei FZ6-Fahrern hoch im Kurs stehen.
Etwa der Soziusfußrasten-Tieferlegungssatz von Hepco & Becker, Telefon 06334/9216-0, für 118 Euro. Die Wirkung dieses simplen Nachrüstteils ist enorm. Durch die zwei gebogenen Stahlrohre, an welche die Original-
Soziusrasten montiert werden, mutiert die im Serienzustand für den Mitfahrer äußerst unkomfortable Yamaha zur echten Reisekutsche. Der sonst für Passagiere ab 1,75 Meter un-
angenehm spitze Kniewinkel wird durch den Kit deutlich entschärft, so dass selbst längere Fahrten nicht zur Tortur werden. Und auch im Stadtverkehr zeigen sich bereits die Vorteile, da der entspannt sitzende Sozius dem Fahrer beim Bremsen weniger ins Kreuz drückt. Fahrer und Beifahrer kommen sich mit ihren Stiefeln nicht ins Gehege, obwohl die tiefergelegten Soziusrasten einige Zentimeter näher an die Fahrerrasten heranrücken. Allen, die nicht
immer solo bleiben möchten, sei dieser auch
vom Laien einfach zu bewältigende Umbau wärmstens empfohlen.
Je nach Fahrertyp und dessen ergonomischen Ansprüchen ebenfalls ein heißer Tipp: Lenkererhöhungen von SW Motech, Telefon 06425/ 816800, für 35 Euro pro Satz. Die Metallbrücken werden unter dem Lenker mit passenden Bolzen befestigt, die Montage ist in wenigen Minuten erledigt. Mit Allgemeiner Betriebserlaubnis sind die Lenkererhöhungen in den Größen 20 und 25 Millimeter erhältlich. Da
bei der FZ6 der Lenker schon serienmäßig recht hoch angebracht ist, würde eine größere Erhöhung wenig Sinn machen. In den straßenzugelassenen Ausführungen sorgen die Teile für eine noch entspanntere Armhaltung, verschlechtern jedoch spürbar das Gefühl für das Vorderrad.

Topcase (Archivversion)

Topcase, Gepäck- und Topcaseträger, Topcase-Innentasche
Preise: Topcase 128,50 Euro, Träger 199 Euro, Innentasche 49,75 Euro
Montage: Der Träger wird passgenau an die Sozius-Haltegriffe geschraubt, mitgelieferte Blenden erhalten die volle Funktion der Griffe.
Funktion: Das 44-Liter-Topcase bietet aus-
reichend Stauraum für zwei Helme, lässt sich
jedoch trotz ordnungsgemäß installiertem Verschlussbolzen nur widerwillig einklicken. Auch der Verschluss des
Deckels zeigte sich
wenig bedienungsfreundlich. Gut: die
stabile Nylon-Innen-
tasche zum Schultern.

Cockpit-Scheibe (Archivversion)

Cockpit-Scheibe
Preise: 151,50 Euro
Montage: sehr einfach. Die beiden Scheibenhalterungen in die obere Gabelklemmung
einschrauben und locker anziehen. Dann die
Scheibe mit vier weiteren Schrauben befes-
tigen. Ausrichten, Halterungen fest anziehen,
fertig.
Funktion: Bis Tempo 150 bietet die kleine Scheibe einen akzeptablen Windschutz und empfiehlt sich deshalb für die nackte FZ6. Mit
einer wesentlich besser schützenden Tourenscheibe wie etwa der Vario Screen von MRA,
Telefon 07663/9389-0, ist sie aber nicht vergleichbar, da nach wie vor die Schultern und
der Kopf im Wind hängen und die Geräusch-
entwicklung am Helm recht groß ist. Positiv:
Die Sicht nach vorn ist kaum eingeschränkt.

Heizgriffe (Archivversion)

Heizgriffe
Preis: 299 Euro
Montage: Die Griffe werden per mitgeliefertem Kleber befestigt und sitzen auch mit montierten Lenkergewichten gut. Der Anschluss des
Kabelbaums stellt den Laien aufgrund eines
unübersichtlichen Schaltschemas vor eine
echte Herausforderung. Dürfte gerne einfacher vonstatten gehen.
Funktion: Verglichen mit den Seriengriffen
fühlen sich die Heizgummis besser an und
bieten guten Grip. Der Drehregler wird am
linken Spiegelausleger montiert und ist einfach
zu bedienen. Ganz aufgedreht, erreichen die
Griffe nach rund drei Minuten ihre maximale Temperatur.

Hauptständer (Archivversion)

Hauptständer
Preis: 121 Euro
Montage: Nach Demontage des Seitenständers wird der Hauptständer mit vier Bolzenschrauben und Muttern gesichert. Lediglich das Einhängen der Rückholfeder erfordert ein wenig Geschick und Kraft.
Funktion: Das Nachrüstteil leistet an der FZ6 Fazer serienmäßig einwandfrei seinen Dienst.
Auf Bitten des italienischen Importeurs verzichtete Yamaha bei der unverkleideten FZ6 vom Werk aus auf den Hauptständer. »Südlich der
Alpen finden die den wohl uncool«, deutet
der deutsche Importeur den Ausstattungsunterschied der Schwestermodelle.

Nicht original, aber ähnlich (Archivversion)

Nicht original,
aber ähnlich
Mit passendem Touring-Zubehör
aufgerüstet, lässt sich die FZ6 auch
auf längeren Strecken bequem bewegen. Ein Seitenblick auf Produkte von Fremdanbietern lohnt.
Charakteristisch für die nackte 600er-Yamaha ist der extravagante Scheinwerfer. JF Motorsport, 06002/910391, hat mit der T-Rex
von Five Stars eine Cockpitverkleidung im
Programm, die der Frontleuchte nicht die Show stiehlt. Die Stirnfläche der problemlos
zu montierenden Verkleidung ist kaum
größer als bei der Scheibe aus dem Original-
zubehör (siehe oben), die etwas breitere
T-Rex schützt jedoch einen Tick besser vor Fahrtwind. Allerdings entstehen auch beim Five-Stars-Produkt schon ab Tempo 100
relativ laute Windgeräusche. Außerdem ist
die T-Rex mit 289 Euro fast doppelt so teuer wie das Yamaha-Zubehörteil – qualitativ
unterscheiden sich beide dagegen nicht, schließlich werden sie beim selben Hersteller gefertigt und lackiert.
Wesentlich günstiger als das Originalzubehör ist das bei Louis, Telefon 040/73419360,
erhältliche Heizgriffset II von Saito für 34,95 Euro. Die gut in der Hand liegenden Griffe verfügen über drei Heizstufen, wobei es lediglich in der Stellung »Start« mit 40 Watt richtig powert. In der »Hi«-Stellung ist’s eher lau als warm, und auf »Low« kommt gar keine Wärme an den Händen an. Die Yamaha-Teile sind zwar stufenlos verstellbar, jedoch dreht der Fahrer diese
in der Praxis auch nur auf Mittelstellung und nur bei kurzen Stadtfahrten beziehungsweise Langstrecken voll auf (35 Watt Maximal-Heizleistung). Im direkten Vergleich muss sich
das Saito-Set gegen das rund achtmal teurere
Original-Zubehör knapp geschlagen geben.

Sturzprotektoren (Archivversion)

Sturzprotektoren
Preis: 163,95 Euro
Montage: eine Minutensache. Die Serien-Inbusschrauben aus dem Rahmen entfernen, dann die hochfesten Nylon-Crashpads auf die robusten Alu-Platten schrauben und mit den mitgelieferten, längeren Schrauben am Rahmen montieren. Das Set lässt sich auch in Verbindung
mit einem Bugspoiler anbringen, der die Mon-
tage eines Sturzbügels verwehrt.
Funktion: Die soliden Protektoren sitzen tatsächlich an sturzrelevanten Stellen. Auf einen Praxistest hat MOTORRAD in diesem Fall verzichtet.

Karbon-Tankschutz (Archivversion)

Karbon-Tankschutz
Preis: 50,35 Euro
Montage: Sechs doppelseitige Klebestreifen gehören zum Lieferumfang, die nach Gutdünken unter dem Tankschutz aufgebracht werden. Maß nehmen, dranpappen, fertig.
Funktion: Das vorgeformte, harte Karbonteil schützt den Tank großflächig vor Kratzern. Sitzt es indes nicht millimetergenau an der richtigen Stelle, entstehen kleine,
unschöne Spalte.

Motor-Schutzbügel (Archivversion)

Motor-Schutzbügel
Preis: 101,50 Euro
Montage: Seiten- und Hauptständer müssen weg, deshalb empfiehlt sich ein Montageständer. Folgt man der Reihenfolge der Arbeitsschritte
in der gut verständlichen Anbauanleitung, lässt
sich der passgenaue, mehrteilige Schutzbügel problemlos anschrauben. Zeitaufwand: zirka
30 Minuten.
Funktion: Das stabile Stahlrohr umschließt das Motorgehäuse und die Wasserschläuche.

Sitzbankabdeckung (Archivversion)

Sitzbankabdeckung
Preis: 239,95 Euro
Montage: An der Abdeckung werden zunächst zwei Blechklammern installiert, anschließend
lassen sich diese unter der Sitzbank einhängen, und die Abdeckung wird durch Anziehen zweier Schrauben fixiert.
Funktion: Das Kunststoffteil umschließt nicht vollständig den Soziusplatz, seitlich schaut ein großer Teil des Sitzbezugs heraus. Mag sein, dass der Designer diesen Tanga-Look so gewollt hat. Um dem Motorrad jedoch ein sportliches Einhöcker-Aussehen zu verleihen, sollte der Platz in der zweiten Reihe komplett abgedeckt werden. Das kleine Steiß-Polster passt hingegen gut zum Gesamtbild.

Motorverkleidung (Archivversion)

Motorverkleidung
Preis: 274 Euro
Montage: sogar mit zwei linken Händen machbar. Vier gut zugängliche Inbusschrauben aus dem Motorblock werden entfernt, zwei Seitenhalterungen mit vier längeren, mitgelieferten Schrauben montiert, anschließend muss lediglich der einteilige Bugspoiler an die Halterungen geschraubt werden.
Funktion: Ästhetisch ein Zugewinn – die FZ6 erscheint dank des Spoilers wesentlich sportlicher. Außerdem hält die Motorverkleidung Schmutz von der Unterseite des Motors und der Krümmer fern, ein Großteil des Drecks gelangt allerdings durch die offene Unterseite des
Spoilers dorthin, wo er sich gerne festfrisst.
Als ausgewiesene Motorverkleidung schützt der passgenaue Spoiler dementsprechend nur
bedingt vor Verschmutzung. Die Bodenfreiheit schränkt er kaum ein.

Zubehör für weitere Yanaha-Modelle (Archivversion)

Zubehör für
weitere Yamaha-Modelle

Technisch sind die Möglichkeiten meistens begrenzt, für ein bestimmtes Motorrad jede Art von Zubehör anzubieten. Auch bei Yamaha trifft man sorgfältig eine Auswahl von modellspezifischen Zubehörteilen. Verständlich, dass etwa für einen Supersportler wie die R1 kein Koffersatz oder für die Enduro XT 660 kein Bugspoiler verkauft wird. Welches Zubehör indes für fünf populäre Yamaha im Angebot ist, zeigt die Tabelle.

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