Praxistest: Touring-Equipment Kap- Kompagnons

Harte Bewährungsprobe: Nordkap und zurück. Wie zuverlässig und ausdauernd verhält sich die ausgewählte Marathon-
Ausrüstung auf der 6500 Kilo-
meter langen Teststrecke?

Foto: Orth
Es regnet in Norwegen. Oft und viel, auch im Sommer. Warum bloß nicht jetzt? Stattdessen: Hitze nördlich vom
Polarkreis, baden abends im Fjord und schwitzen beim Tankstopp. Jeder echte Motorradtourist wäre begeistert von den ungewöhnlich guten Bedingungen, doch die Tester brauchen Regen, um die
versprochene Wasserdichtigkeit mancher Ausrüstungsteile zu überprüfen. Wie atmungsaktiv Kleidung und Stiefel sind, wissen sie mittlerweile. Dass der Solarlader fürs Handy funktionert, auch. Bei Temperaturen weit unter zehn Grad Celsius nachts, an kühlen Morgenden und auf schnee-
bedeckten Hochebenen ließ sich hervor-
ragend die Isolierfähigkeit der Kleidung
im wahrsten Sinne des Wortes erfahren.
Aber Regen fehlt. Verdammt, wenigstens ein paar Tropfen, gerne auch etwas mehr.
Am drittletzten Abend schüttet es wie aus Kübeln und gewittert blitz- und donnergewaltig. Das ist das prophezeite Klima: ein ständiger Wechsel von warm und kalt, nass und trocken. Drei Jahreszeiten in einem – ideale Bedingungen, um Touring- und Outdoor-Equipment auf Herz und Nieren zu prüfen. Zufrieden lauschen die drei Zeltinsassen dem Trommeln des Regens auf die hauchdünnen Zeltbahnen. Im Vorzelt kochen die Nudeln. Es regnet in Norwegen. Endlich. Und die ganze Nacht.
Am Morgen hat es aufgehört. In den verbleibenden zwei Tagen gibt es nur
noch kurze Schauer. Zu wenig für ein aussagekräftiges Ergebnis über die speziell
mit der sommertauglichen Gore-Tex-XCR-Membran ausgestatteten Textilkombis und -Stiefel. Nach der Tour müssen sie im standardisierten MOTORRAD-Nässetest künstlich bewässert werden. Die Dane-Kombi fällt dabei durch, was bestimmt nicht an der XCR-Membran als vielmehr an fehlerhafter Verarbeitung liegt. Doch der Nässetest
ist nur eine von vielen Disziplinen, in
denen sich die Ausrüstungsteile bewähren mussten. Manche Produkte überlebten die Marathon-Probe nicht ganz unbeschadet: An beiden BMW-Helmen riss das Innenfutter, ebenfalls das der Dane-Hose und ein Gurt vom Packsack des Salewa-Zelts. Ein Taschenreißverschluss an der Rukka-Jacke verweigerte genau wie ein Kompressionssack seinen Dienst, und die Halterung des Navi-Geräts sorgte gelegentlich für Aus-
setzer. Vielleicht nur Einzelfälle und sicher-
lich problemlos zu reparieren oder ersetzen,
ärgerlich ist’s aber dennoch.
Bis auf diese Ausnahmen blieb die Ausrüstung auf der Extremfahrt erfreulich treu. Die Gesamtbilanz der drei (Fast-)
Urlauber: Mit dieser Ausrüstung kann es auch nach Nowosibirsk und zurückgehen. Bei Regen oder Sonne.

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