Produkttest Motorradreiniger im Härtetest

Sein Name ist Ritscher. Frank Ritscher. Er fährt BMW R 1200 GS. Er ist MOTORRAD-Abonnent. Er leitet als Diplom-Ingenieur der Chemie das Forschungs- und Entwicklungs-Labor des Reinigungsgeräte-Herstellers Kärcher. Und er testet gnadenlos.

Foto: Herder
Man muss auch mal gewinnen können: Auf die vorsichtige Frage an die Kärcher-Pressestelle: "Können wir möglicherweise mit Ihrem Labor zusammenarbeiten?" bekam MOTORRAD die Antwort „Das müsste klappen unser Laborleiter ist selbst Motorradfahrer."

Es klappte tatsächlich, und es kam noch viel besser: Dipl.-Ing. Frank Ritscher (37), der nette Mensch da oben auf dem Aufmacherfoto, ist seit vielen Jahren MOTORRAD-Abonnent, was die Sache ungemein vereinfachte. Dem BMW-Fahrer musste man nicht mehr erklären, um was es ging; und - soviel Glück gibt’s eigentlich gar nicht - die Detektivarbeit im weißen Chemiker-Kittel gehört auch außerhalb der Kärcher-Arbeitszeit zu seinen Hobbies.

Franks liebstes Forschungsobjekt - Sie ahnen es bereits: Motorradreiniger!


Und so begab es sich, dass elf Reiniger-Gebinde von Stuttgart nach Winnenden überführt wurden und im Kärcher-Labor zeigten mussten, was sie können und was in ihnen steckt. Zum Beispiel Wasser. Sehr viel Wasser, nämlich bis zu knapp 94 Prozent, im Chemiker-Sprachgebrauch auch "Profitan" genannt. Die Höhe des Wasseranteils an sich muss aber gar nichts über die Reiniger-Qualität aussagen, denn dafür ist im Wesentlichen die Qualität, nicht die Quantität der verbleibenden Wirkstoffe entscheidend.

Bei der Zusammenstellung einer Reiniger-Rezeptur sind Frank Ritschers Berufskollegen in einer echten Zwickmühle: Zum einen soll ein Reiniger natürlich den Schmutz bestmöglich beseitigen, also mit einer gewissen Härte dem Gilb entgegentreten. Zum anderen darf das Mittel aber keine Kollateralschäden verursachen, soll also möglichst schonend mit sensiblen Oberflächen wie unlackiertem Aluminium und besonders auch Kunststoffen umgehen. Das Thema Umweltverträglichkeit wird auch immer wichtiger, und nicht zuletzt haben die Kaufleute bei der Reiniger-Entwicklung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Ein Beispiel: Die für die Reinigungswirkung mitentscheidenden und insbesondere für die Löslichkeit von Fett- und Schmutzpartikeln verantwortlichen Tenside gibt's ab rund 40 Cent pro Kilogramm, man kann in der Spitze aber auch sieben bis acht Euro dafür ausgeben. Die Art der Tenside wirkt sich zum Beispiel bei der Kunststoffverträglichkeit aus. Solange er streng nach Herstellervorgabe arbeitet und ein längeres Einwirken verhindert, wird der Kunde womöglich keinen Unterschied merken.

Wenn aber doch ein Reinigerrest irgendwo in den Tiefen der Verkleidung zurückbleibt, kann das nach einiger Zeit - im MOTORRAD-Test genügten bereits 17 Stunden - zu Versprödungen und im Extremfall zu Brüchen des Kunststoffs führen. Während es bei der Kunststoffverträglichkeit bei den meisten Produkten noch etwas hapert, zumindest bei längerer Einwirkzeit, gab's in Sachen Aluminiumverträglichkeit nichts zu meckern. Mit einer gravierenden Ausnahme: Herrlan Indusan zeigte eine Aggressivität, die MOTORRAD in dieser Form noch nicht untergekommen ist.
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Foto: mps-Fotostudio

Bereits nach zwei Minuten Einwirkzeit war poliertes Aluminium stark angegriffen. Mit einem pH-Wert von über 11,5 hätte das Mittel als "reizend" oder sogar als "ätzend" deklariert werden müssen, aber Verpackung und Sicherheitsdatenblatt sind unvollständig und grob fehlerhaft. Eine gewollte, sofort spür- und sichtbare Eigenschaft lassen sich die Reiniger-Hersteller oft unverhältnismäßig teuer bezahlen.

Die Rede ist von der "Gel-Funktion", jener wunderbaren Reiniger-Eigenschaft, die dafür sorgen soll, dass das Mittel nicht sofort abläuft, sondern möglichst lange am Tatort verweilt. Die dazu erforderlichen Gel-Bildner wie Ethersulfat sind nicht teuer.

"MOTORRAD-Chemiker" Frank Ritscher: "Die Mehrkosten liegen unter einem Prozent." Das nicht immer stimmige Preis/Leistungs-Verhältnis zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Test. Was der Sache eine ganz besondere Brisanz verleiht: Die elf getesteten Produkte kommen natürlich nicht von elf verschiedenen Herstellern. Die exakten Analysen im Kärcher-Labor, das genaue Studium der Sicherheitsdatenblätter und kleine, aber feine Details (z. B. das Schriftbild der auf den Flaschen aufgedruckten Chargennummern) machten recht schnell klar, dass wir es hier mit nur maximal drei bis vier verschiedenen Abfüllern zu tun haben. Die arbeiten hausintern aber manchmal tatsächlich mit unterschiedlichen Rezepturen, was dann dazu führen kann, dass der für einen anderen Kunden abgefüllte Billigreiniger deutlich besser funktioniert als das unter eigenem Namen angebotene Premiumprodukt so geschehen in diesem Test.

 

In Sachen Reinigungsleistung der Top-Produkte besteht übrigens kein Grund zur Sorge: Die in den Tabellen genannte Werte (maximal 48,5 Prozent) klingen zwar nicht berauschend, beziehen sich aber auf einen Testschmutz, der sich in der Praxis ohne mechanischen Einsatz nicht hundertprozentig entfernen lässt.

Der Chemiker des Vertrauens hatte Ruß, Gesteinsmehle und Motoröl zu einer wirklich fiesen Mixtur zusammengerührt. "Mehr als 60 Prozent hätte wohl auch ein Superreiniger nicht geschafft" , so Frank Ritscher. Einen solchen Reiniger entwickelt er übrigens gerade. MOTORRAD bleibt dran am Mann.

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Foto: Herder

Praxis-Tipps

Bevor die Chemiekeule rausgeholt wird, sollte man sich darüber informieren, ob die Fahrzeugwäsche auf dem Privatgrundstück überhaupt zulässig ist zumindest dann, wenn die kontrollwütige Nachbarschaft einen regen Kontakt zum Ordnungsamt pflegt.

In Gemeinden, in denen Regen- und Abwasser getrennt in die Kanalisation laufen, reagiert man meist sehr empfindlich auf hemmungslose Vor-der-Tür-Wäscher. Die Motorradwäsche ist ohnehin ein Grenzbereich, da eine Motorwäsche ohne Ölabscheider überall verboten ist, die Fahrzeug-Oberwäsche aber durchaus erlaubt sein kann die Regelungen sind nun mal für Pkw gemacht.

Das Wichtigste beim Waschen: Die Hersteller-Angaben über Einwirkzeiten peinlich genau befolgen und unbedingt darauf achten, dass keine Reinigerreste zurückbleiben. Kunststoff kann besonders empfindlich auf solche Rückstände reagieren, und hinterhältigerweise bieten gerade die Innenbereiche von Verkleidungen jede Menge Verstecke für aggressive Reiniger-Bestandteile.

Außerdem immer nur kleine Partien reinigen, niemals in der prallen Sonne oder auf heißen Flächen arbeiten und die Maschine auch nicht zum Trocknen in die Sonne stellen Kalkflecken wären die unschöne Folge. Wer mit dem Hochdruckreiniger arbeitet, sollte Abstand halten besonders von empfindlichen Gummiteilen, Aufklebern, Lufteinlässen, Auspufföffnungen, Lagern und vor allem von der Elektrik.
Foto: Herder

So testet MOTORRAD

Die Reiniger kaufte MOTORRAD im Handel. Zuerst wurden pH-Wert, Dichte und Trockensubstanz-Anteil ermittelt. Der Gaschromatograph analysierte die chemischen Verbindungen. Beim Dispergiertest (Schmutzlöse- und aufnahmevermögen) wurde die Zeit ermittelt, bis 0,2 Gramm Testschmutz von einer einprozentigen Reinigungsmittel-Lösung vollständig aufgenommen wurden - je schneller, desto besser.

Die optische Bewertung, inwieweit der Schmutz in der Reinigungsmittel-Lösung in Schwebe gehalten werden kann, erlaubte Aussagen über das Schmutztragevermögen. Das Spreitvermögen (Kriechverhalten) wurde ebenfalls optisch bewertet. Um die Reinigungsleistung beurteilen zu können, wurden glänzend weiß lackierte

Bleche mit Testschmutz präpariert, mit Reiniger besprüht und nach vorgeschriebener Maximal-Einwirkzeit mit Leitungwasser klar gespült. Die Bestimmung der Reinigungsleistung erfolgte mit einem Weißgrad-Messgerät. Beim Anwendungstest ging es um die Reiniger-Ausbringung pro Sprühstoß, die Einstellmöglichkeit des Sprühbildes und um das Haftvermögen, das auf einer schräg gestellten, glänzend weiß lackierten Motorhaube ermittelt wurde. Zur Bestimmung der Materialverträglichkeit landeten polierte Alu-Zierleisten für zwei Minuten und für eine Stunde im Reiniger. Alu-Zylinderkopfmaterial und vorgespannte ABS-Kunststoffstreifen mussten 17 Stunden überstehen.
Foto: mps-Fotostudio

Dr.Wack S 100 Motorradreiniger

Anbieter: Dr. O. K. Wack Chemie, Telefon 0841/6350; www.wackchem.com
Unverbindliche Preisempfehlung: 14,95 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 59,95 Euro)
Gezahlter Preis: 14,95 Euro/Liter
pH-Wert lt. Hersteller: 9,5 +/- 0,1

Messwerte: pH-Wert 8,2; Wasseranteil zirka 83,8 %
Praxistest: Sprühkopf stufenlos von Kegel- auf Punktstrahl verstellbar; je Sprühstoß 1,40 g; gutes Haftvermögen
Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 3.39 Minuten bestanden; gutes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 33,5 %
Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

Fazit: Gute Leistungen in praktisch allen Bereichen, viele durchdachte Details (Sprühkopf, Haftvermögen) aber andere Produkte reinigen noch etwas besser und sind zudem deutlich günstiger.

MOTORRAD Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio

Dr.Wack S 100 Motorrad Totalreiniger

Anbieter: Dr. O. K. Wack Chemie, Telefon 0841/6350; www.wackchem.com
Unverbindliche Preisempfehlung: 19,95 Euro/Liter inklusive Schwamm (1-Liter Nachfüllflasche 17,95 Euro; 5-Liter-Kanister 69,95 Euro)
Gezahlter Preis: 19,95 Euro/Liter
pH-Wert lt. Hersteller: 8,2 +/- 0,1

Messwerte:
pH-Wert 8,3; Wasseranteil zirka 84,0% Praxistest: Sprühkopf stufenlos von Kegel- auf Punktstrahl verstellbar; je Sprühstoß 1,40 g; gutes Haftvermögen
Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 3.15 Minuten bestanden; gutes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 30,9 %
Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Material-verlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

Fazit: Der Platzhirsch landet diesmal nur im Mittelfeld. Details beweisen, dass die Dr.-Wack-Chemiker ihr Handwerk immer noch verstehen, aber das Premium-Produkt ist einfach viel zu teuer.

MOTORRAD Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Castrol Greentec Bike Cleaner New formula

Anbieter: Castrol, Telefon 040/359401, www.castrol.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 12,45 Euro/Liter

Gezahlter Preis: 6,95 Euro/Liter (Sonderpreis im Polo-Shop)

pH-Wert lt. Hersteller: 9,1

 

Messwerte: pH-Wert 9,1; Wasseranteil zirka 82,8 %

Praxistest: Sprühkopf zweifach verstellbar, Punkt- und Kegelstrahl, trotzdem kaum unterschiedliches Sprühbild erkennbar; je Sprühstoß 1,00 g; mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; schlechtes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 5,3 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); etwas größerer Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

Fazit: Die mit Abstand schlechteste Reinigungsleistung im Test passt nicht zum Markennamen und vor allem nicht zur Preisempfehlung. Aber auch den Polo-Sonderpreis ist der Reiniger kaum wert.

MOTORRAD Urteil: mangelhaft

Foto: mps-Fotostudio

Hein Gericke MC Gel Motorrad Reiniger

Anbieter: Hein Gericke, Telefon 0180/5229522, www.hein-gericke.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 6,99 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 19,99 Euro)

Gezahlter Preis: 6,99 Euro/Liter

pH-Wert lt. Hersteller: 8,2 +/- 0,1

 

Messwerte: pH-Wert 8,2; Wasseranteil zirka 93,0 % Praxistest: Sprühkopf nicht verstellbar, nur Punktstrahl möglich; je Sprühstoß 0,70 g; gutes Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; schlechtes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 16,6 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Keine berauschende Leistung, die Reinigungswirkung ist eher unterdurchschnittlich. Dafür greift der gut haftende Reiniger zumindet Alu nicht weiter an und ist recht günstig.

MOTORRAD Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Herrlan Indusan

Anbieter: Herrlan, Telefon 02855/30770; www.herrlan.com

Unverbindliche Preisempfehlung: 17,50 Euro/Liter

Gezahlter Preis: 19,35 Euro/Liter (Martika Autoteile)

pH-Wert lt. Hersteller: 7,5 (2,5 % verdünnte Lösung)

 

Messwerte: pH-Wert 12,8 (10,8 bei 2,5 % verd. Lösung); Wasseranteil zirka 87,4 %

Praxistest: Sprühkopf zweifach verstellbar, Punkt- und Kegelstrahl, trotzdem kaum unterschiedliches Sprühbild erkennbar; je Sprühstoß 1,00 g; sehr mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 2.14 Minuten bestanden; befriedigendes Schmutztragevermögen; sehr gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 35,3 %

Materialverträglichkeit: starker Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); großer Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); sehr starke Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Ordentliche Reinigungswirkung, aber die miserable Materialverträglichkeit und die grob fehlerhafte Deklarierung (Warnhinweise fehlen) sind absolute K.o.-Kriterien. ?Die Nr. 1 der Profi-Cleaner" ist in diesem Test Letzter.

MOTORRAD Urteil: mangelhaft

Foto: mps-Fotostudio

JMC Gel Motorradreiniger

Anbieter: JMC/Matthies, Telefon 040/237210, www.matthies.de

Unverbindliche Preisempfehlung: Der Großhändler Matthies war nicht bereit, MOTORRAD eine UVP zu nennen; Internet-Preise bis zu 8,50 Euro/Liter

Gezahlter Preis: 6,45 Euro/Liter (Motorrad Ecke)

pH-Wert lt. Hersteller: 8,5

 

Messwerte: pH-Wert 9,2; Wasseranteil zirka 70,1 %

Praxistest: Sprühkopf zweifach verstellbar, Punkt- und Kegelstrahl; je Sprühstoß 1,20 g; mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; schlechtes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 31,7 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); etwas größerer Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); sehr starke Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Ordentliche Reinigungsleistung, aber Schwächen bei der Materialverträglichkeit besonders auf Kunststoff. Erstaunlich, wie wenig der Hamburger Großhändler Matthies an der Vermarktung des Reinigers interessiert scheint.

MOTORRAD Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Louis Procycle Motorrad-Komplettreiniger

Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 5,95 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 12,95 Euro; 10-Liter-Kanister 21,95 Euro)

Gezahlter Preis: 5,95 Euro/Liter

pH-Wert lt. Hersteller: 9,9

 

Messwerte: pH-Wert 8,0; Wasseranteil zirka 93,9 %

Praxistest: Sprühkopf nicht verstellbar, nur Kegelstrahl möglich; je Sprühstoß 0,75 g; sehr mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; gutes Schmutztragevermögen; sehr gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 18,9 % Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Greift Alu nicht an, hält den Schmutz gut in der Schwebe und ist sehr günstig. Doch das ändert nichts an der unterdurchschnittlichen Reinigungsleistung ohne Schwamm geht hier nur wenig.

MOTORRAD Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Louis Procycle Motorrad-Gel-Spezialreiniger

Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 8,95 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 19,95 Euro; 10-Liter-Kanister 29,95 Euro)

Gezahlter Preis: 8,95 Euro/Liter

pH-Wert lt. Hersteller: 8,0 +/- 0,1

 

Messwerte: pH-Wert 8,0; Wasseranteil zirka 92,0 %

Praxistest: Sprühkopf nicht verstellbar, nur Punktstrahl möglich; je Sprühstoß 0,80 g; mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; befriedigendes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 48,5 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Material-verlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Die beste Reinigungsleistung im Test liefert die Gel-Version der Louis-Hausmarke. Ein etwas besserer Sprühkopf und etwas mehr Haftvermögen dann wäre auch ein "sehr gut" drin gewesen.

MOTORRAD Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio

Motul Moto Wash Plus Power Gel

Anbieter: Motul, Telefon 02203/17000, www.motul.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 17,10 Euro/Liter

Gezahlter Preis: 12 Euro/Liter (Abfüllung für Suzuki; beim Suzuki-Händler AF Automobile gekauft)

pH-Wert lt. Hersteller: 9,5

 

Messwerte: pH-Wert 8,0; Wasseranteil zirka 92,9 %

Praxistest: Sprühkopf nicht verstellbar, nur Kegelstrahl möglich; je Sprühstoß 0,80 g; gutes Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; befriedigendes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 25,8 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kaum Material-verlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Versagt in keinem Punkt richtig, liefert aber auch nirgendwo herausragende Leistungen erst recht nicht bei der Reinigungsleistung. Der hohe Preis vereitelt ein etwas freundlicheres Urteil.

MOTORRAD Urteil: ausreichend

Foto: mps-Fotostudio

Polo Motorrad-Spezial-Reiniger

Anbieter: Polo, Telefon 0180/5225785, www.polo-motorrad.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 4,95 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 10,95 Euro; 10-Liter-Kanister 15,95 Euro)

Gezahlter Preis: 4,95 Euro/Liter

pH-Wert lt. Hersteller: 9,3

 

Messwerte: pH-Wert 9,1; Wasseranteil zirka 91,7 % Praxistest: Sprühkopf zweifach verstellbar, Punkt- und Kegelstrahl, trotzdem kaum unterschiedliches Sprühbild erkennbar; je Sprühstoß 1,00 g; sehr mäßiges Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; befriedigendes Schmutztragevermögen; sehr gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 44,9 %

Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kein Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); keine Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Gute Reinigungsleistung, hervorragende Materialverträglichkeit und der günstigste Preis  das langt für den Testsieg. Perfekt ist die Polo-Haus-marke aber nicht, siehe Haftvermögen.

MOTORRAD Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio

Polo Gel Motorradreiniger

Anbieter: Polo, Telefon 0180/5225785, www.polo-motorrad.de

Unverbindliche Preisempfehlung: 7,95 Euro/Liter (5-Liter-Kanister 19,95 Euro)

Gezahlter Preis: 7,95 Euro/Liter

pH-Wert lt.Hersteller: 9,3

 

Messwerte: pH-Wert 9,1; Wasseranteil zirka 92,0%

Praxistest: Sprühkopf zweifach verstellbar, Punkt- und Kegelstrahl; je Sprühstoß 1,00 g; sehr gutes Haftvermögen

Reinigungswirkung: Dispergiertest nach 15 Minuten abgebrochen; befriedigendes Schmutztragevermögen; gutes Spreitvermögen; Reinigungsleistung 38,1 %

 Materialverträglichkeit: kein Materialangriff beim polierten Alu (2 Minuten/1 Stunde); kein Materialverlust beim Zylinderkopf-Alu (17 Stunden); keine Spannungsrisse beim ABS-Kunststoff (17 Stunden)

 

Fazit: Zweiter Platz hinterm günstigeren Schwester-Produkt. Gleich gute Materialverträglichkeit, etwas schwächere Reinigungsleistung. Das viel bessere Haftvermögen könnte Kaufgrund sein.

MOTORRAD Urteil: gut

Foto: Herder

Fazit

Das freut doch den sparsamen Saubermann: Das günstigste Produkt gewinnt diesen Vergleichstest. Und das nicht nur aufgrund des Kampfpreises. Auch Reinigungsleistung und Materialverträglichkeit stimmen beim Doppelsieger Polo.

Wer lieber bei Louis kauft, wird ebenfalls gut bedient und bekommt die beste Reinigungsleistung aller Testkandidaten. Auch Markenartikler Dr. Wack ist mit seinem "normalen" Motorradreiniger gut dabei. Ab dem fünften Platz fällt es etwas schwerer, überzeugende Kaufargumente zu finden die besser platzierte Konkurrenz ist einfach zu gut.

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