Produkttest: Verkleidungsscheiben für Honda CBF 1000 und Suzuki GSX-R 1000 (K7/K8) (Archivversion) Windfang

Egal, ob Sportler oder Tourenbike, ein guter Windschutz spart Kraft, senkt das Geräuschniveau und erhöht die Konzentration beim Fahren. MOTORRAD hat Alternativen für die wenig überzeugenden Serien-Scheiben von Honda CBF 1000 und Suzuki GSX-R 1000 ausprobiert.

Mit der 2006 vorgestellten CBF 1000 ist Honda ein großer Wurf gelungen. Der zuverlässige Allrounder ist Einkaufsvehikel, Reisemobil, Zweipersonen-Transporter und Funbike in einem. Eklatante Schwächen sind der Japanerin fremd. Einzig die Verkleidungsscheibe empfindet vor allem die Fernreisefraktion als Schwachpunkt. Lästige Verwirbelungen, hohes Geräuschniveau und trotz Höhenverstellung nicht wirklich guter Windschutz lautet die Kritik. Anlass genug für MOTORRAD, sieben Nachrüstscheiben gegen das Serienmodell antreten zu lassen.

Zu den Teilnehmern zählen Ermax, Five Stars, Givi, MRA (mit zwei Modellen), Powerbronze und die in Deutschland bisher wenig bekannte Marke Bullster. Deren Scheibe ist brandneu und besaß bis Redaktionsschluss noch keine ABE. Im Focus des Tests steht der Windschutz. Wie gut sich die Kandidaten dabei präsentieren, untersuchte MOTORRAD bei Fahrversuchen auf der Autobahn bei Fahrgeschwindigkeiten von 150 und 200 km/h sowie im Windkanal des Magdeburger Helmher-stellers Schuberth (siehe Kasten auf Seite 52). Zu den weiteren Prüfpunkten zählten Montagefreundlichkeit, Passgenauigkeit und Verarbeitung. Der Anbau der Scheiben ist selbst für Laien ein Kinderspiel. Als Werkzeug genügt ein passender Kreuzschlitzschraubendreher, um die vier Halteschrauben zu lösen beziehungsweise festzuziehen. Die für die rechte und linke Scheibenseite unterschiedlich geformten (und entsprechend gekennzeichneten) Abdeckgummis lassen sich ohne Werkzeug demontieren, allerdings nicht bei allen Kandidaten problemlos wieder anbauen. Beispielsweise liegt die Five-Stars-Scheibe an der Cockpitverkleidung an, so dass einige Gumminippel nicht in die vorgesehenen Bohrungen flutschen: Die Abdeckgummis stehen an diesen Stellen etwas ab. Zurück zum Kriterium Windschutz: In diesem Punkt sind alle Nachrüstscheiben besser als das Original, zum Teil sogar erheblich. Was die Verwirbelungen und das Geräuschniveau beim Fahren anbelangt, kann dagegen nur die MRA Touren mit ihrem flachen Scheibenwinkel einigermaßen überzeugen. Durch extreme Geräuschentwicklung fallen die Modelle von Bullster und Givi auf, die dafür im Gegenzug mit exzellentem Windschutz aufwarten. Hinter diesen beiden sehr hohen Scheiben wird es bereits ab 50 km/h unangenehm laut – Ohrenstöpsel sind (nicht nur bei ihnen) sehr zu empfehlen.

Fazit: Es gibt sie, die empfehlenswerten Alternativen für die CBF-Serien-scheibe. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Prüfpunkte hat ganz klar das Modell von Givi die Nase vorn – vor allem, weil es am besten den Wind fängt und den Fahrer nahezu perfekt schützt. Nicht bewertet hat MOTORRAD das Design – das bleibt den CBF-Fahrern vorbehalten.

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