Protektoren zum Nachrüsten: Test

S ämtliche Protektoren testete MOTORRAD sowohl bei der Firma Viscotec in Stuttgart als auch bei SaS-Tec in Markgröningen auf deren firmeneigenen Prüfständen unter Beisein des Autors.
Pro Gelenk (Schulter, Ellbogen, Knie) wurde auf jedem Prüfstand ein Protektor getestet. Zuvor wurden an sämtlichen Kandidaten die drei
geplanten Aufschlagpunkte markiert. Diese lagen ausreichend weit voneinander entfernt in der Mittelachse der Probanden und ausnahmslos innerhalb den von der Norm vorgegebenen Schutzzonen.
Bei den Prüfungen handelt es sich nicht um eine CE-Nachprüfung, die wesentlich aufwendiger und strenger ablaufen. So verlangt die CE statt drei Aufschlagpunkten pro Protektor deren neun. Jeweils drei davon müssen in den drei Bereichen der Schutzzone (Innenbereich, Randzone und dazwischen) liegen. Hinzu kommt, dass die Behörde auch gezielt in Kerben oder Belüftungsbohrungen innerhalb der Schutzzone prüft.
Die Prüfbedingungen beim MOTORRAD-Test entsprachen hingegen den CE-Vorgaben. Ein in seiner Form definierter Fallkörper mit einer Masse von 5000 Gramm fällt aus einem Meter Höhe auf den vom Test-Protektor abgedeckten, halbkugelförmigen Amboss (die kinetische Energie beträgt dabei zirka 50 Joule). Dieser ist mit einem Kraftmesssensor versehen, der die verbleibende Restkraft registriert und an einen Rechner weiter-
leitet. Die aus den insgesamt neun Aufschlägen pro Prüfstand gemittelten Werte für jedes Protektorenset hat MOTORRAD in nebenstehender Tabelle zusammengefasst.
Der resultierende Gesamtdurchschnitt liegt erfreulicherweise bei allen Kandidaten unter der von der CE zugelassenen Restkraft von 35 kN
(Kilonewton). Wenig positiv sind jedoch Einzelschläge mit Restkraft-
werten von über 50 kN, wie sie bei vier Protektoren aufgetreten sind (siehe entsprechende Fußnote in der Tabelle oben links). Derart hohe Einzelschläge würde die CE-Norm nicht tolerieren.

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