Radarkontrollen: Anti-Radar-Maßnahmen (Archivversion)

Dominic Friedrich, Verkehrsrechtexperte der Deutschen Anwalts-
hotline, www. deutsche-anwaltshotline.de

Wie verhält man sich am besten, wenn man in eine Radarfalle getappt ist?
Da in aller Regel lediglich Frontfotos gemacht werden, wird’s für Motorradfahrer nur dann eng, wenn sie sofort nach der Tat angehalten werden. Grundsätzlich sollte man in so einem Fall die Tat nicht sofort zugeben und keine Aussage am Tatort machen. Gegen einen Bußgeldbescheid kann man bei der ausstellenden Behörde innerhalb einer Woche formlos Einspruch einlegen, danach erhält man Einsicht in die Ermittlungsakte. Oft passieren nämlich Messfehler beziehungsweise -ungenauigkeiten, die einwandfrei von den Behörden ausgeschlossen werden müssen. Diese Beweisführung gelingt allerdings in den sel-
tensten Fällen. Insbesondere wenn man rechtsschutzversichert ist, sollte man sich an einen Anwalt wenden, weil die Kosten meist übernommen werden.
Wie wirken sich die diversen Anti-
Radar-Maßnahmen rechtlich aus, wenn man damit erwischt wird?
Der Verkauf und Erwerb von elektronischen Warngeräten, Radarblock-Folien oder Ähnlichem ist grundsätzlich erlaubt. Jedoch ist die Nutzung verboten. Sollte man von der Polizei mit solchen Hilfsmitteln erwischt werden – etwa bei einer profanen Verkehrskontrolle –, zieht dies eine Strafanzeige nach sich, und
die teilweise sehr teuren Geräte werden beschlagnahmt. Je nach Anti-Radar-Maßnahme bestünde zudem ein Straftatbestand wie etwa Strafvereitelung, Urkundenunterdrückung oder sogar -fälschung, der mit maximal fünf Jahren Haft sanktioniert werden könnte. Als Anwalt bliebe mir dann nur, dem Klienten lediglich eine Strafverteidigung mit geringen Erfolgsaussichten anzubieten. Daher mein Ratschlag: lieber die Finger von solchen
Mitteln und Methoden lassen.

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