Ratgeber: Camping Der Outdoor-Berater für Camper

Ob für den Kurztrip zum Markentreffen oder für die große Urlaubstour - eine gute Ausrüstung ist Voraussetzung für wirklichen Campingspaß. MOTORRAD testete Produkte, die Bikern einen angenehmen Aufenthalt versprechen.

Foto: Dentges

Bevor wir direkter auf die Zelte eingehen, erst einmal die Grundlage für einen gesunden Schlaf, denn ohne gute Unterlage ist man durch frieren, durchliegen oder sich verspannen, schnell um den Schlaf gebracht. Die selbstaufblasende (Nachpusten dennoch erforderlich), fünf Zentimeter dicke Matte Vaude Comfort Dream mit Polo-Branding (49,95 Euro; 1400 Gramm; 61 x 13 cm) bietet bei 198 x 60 cm Liegefläche indes einen klasse Schlafkomfort.

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Foto: Dentges

Getoppt wird sie von der sieben Zentimeter dicken, ansonsten genauso großflächigen, bis minus 17 Grad isolierenden "Edel-Luftmatratze" Comfortfoam Mat 7 Pump DLX von Exped (94,90 Euro; 1630 Gramm; 36 x17 cm) mit integrierter Pumpe. Geräuschempfindliche könnten sich am Knautschen des Füllmaterials beim nächtlichen Schlafpositionswechsel stören, ansonsten gibt es nichts zu mäkeln.

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Foto: Dentges

Als feine und nicht unmenschlich teure Penntüte hat sich der erstklassig bauschende Kunstfaser-Schlafsack Carinthia Lite 1300 (ab 154 Euro; erhältlich in den Größen S bis XL ab 1400 Gramm; 36 x 17 cm) herausgestellt. Bis zum Gefrierpunkt wohlig warm, qualitativ hervorragend.

Bevor die Zelte näher beschrieben werden, hier ein kleiner Überblick, der die Bezugsadressen der Zelte näher erläutert:

  • Carinthia, Telefon 06400/958622, www.carinthia-bags.com
  • Eureka Europe über Nigor, Telefon 0031-30-5818555, www.eurekaeurope.com
  • Exped, Telefon 0041-44-4971010, www.exped.com
  • Wechsel Tents, Telefon 030/39034010, www.wechsel-tents.de
  • aude über Polo, 02165/84400, www.polo-motorrad.de
Foto: Dentges

Wechsel Forum 42

Zwar nicht ultimativ leicht, dafür aufgrund der geodätischen Konstruktion (freier Stand ohne Heringe und Abspannleinen möglich) ultra windstabil und ausreichend groß für zwei Motorradreisende. Besonders gut gefielen den Testern die vier gegenüberliegenden Eingänge, die an warmen Tagen zu einer grandiosen Ventilation beitragen, sowie die zwei Apsiden – jeder Bewohner kann seine Sachen griffbereit verstauen. Clevere Details wie vier Innenzelttaschen, ein praktisches Gepäcknetz am Zelthimmel und die einwandfreie Verarbeitung rechtfertigen den Preis. 

Gewicht: 4180 g
Packmaß: 52 x 16 cm
Preis: 299,95 Euro


Fazit:
Aufbau: 3 von 5 Punkten
Wetterfestigkeit: 5 von 5 Punkten
Wohnambiente: 4 von 5 Punkten
Stauraum: 3 von 5 Punkten
Verstauen: 4 von 5 Punkten
Qualität: 4 von 5 Punkten

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

MOTORRAD-Kauftipp

Foto: Dentges

Vaude Taurus 1

Exklusiv für den Motorrad-Ausrüster Polo in Top-Qualität und mit sehr kofferfreundlichem Packmaß (verkürzte Gestänge-Elemente) zugeschnitten. Dafür ist das Polo-Taurus rund ein Kilogramm schwerer als das Original aus dem Bergsport. Auf dem Motorrad fällt das jedoch im wahrsten Sinne weniger ins Gewicht. Ein einzelner Motorradfahrer kommt mit der kleinen Apsis noch halbwegs gut zurecht (maximal Platz für Helm und Stiefel), für zwei Bewohner ist das Taurus aber nur ein sehr notdürftiges Schlaflager, zumal im schmalem Innenzelt zwei breitere Schlafmatten nur überlappend Platz finden.

Gewicht: 3650 g
Packmaß: 41 x 19 cm
Preis: 219,95 Euro


Fazit:
Aufbau: 4 von 5 Punkten
Wetterfestigkeit: 5 von 5 Punkten
Wohnambiente: 1 von 5 Punkten
Stauraum: 1 von 5 Punkten
Verstauen: 5 von 5 Punkten
Qualität: 5 von 5 Punkten

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Dentges

Wechsel Kilimandjaro

Vorweg: Dieses Zelt ist für den Motorradtransport zu schwer, zu groß. Geht es jedoch mit Begleitfahrzeug in den Urlaub, zum Motorradtreff oder Grand Prix, lässt sich das Vier-bis-Acht-Mann-Zelt von einer Person binnen 20 Minuten aufbauen. Durch komfortable Stehhöhe perfektes Basislager oder Kantine bei Regenwetter. Brillant: sehr hochwertiger Mix aus Baumwolle (UV-beständiger, deshalb langlebiger als Polyester) und einer PU-Beschichtung im Dachbereich (absolut wasserdicht) sowie großzügigen Belüftungen als natürliche Klimaanlage. Ein Rolls Royce unter Gruppenzelten, doch höchster Wohnkomfort lässt die hohe Investition bald vergessen. 

Gewicht: 17680 g
Packmaß: 81 x 40 cm
Preis: 899,95 Euro


Fazit:
Aufbau: 2 von 5 Punkten
Wetterfestigkeit: 4 von 5 Punkten
Wohnambiente: 5 von 5 Punkten
Stauraum: 5 von 5 Punkten
Verstauen: 1 von 5 Punkten
Qualität: 4 von 5 Punkten

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

Foto: Dentges

Eureka Autumn Wind 3 XD

Genial, wie viel Raum das als Gepäckstück erstaunlich kleine Zelt bietet. Zwei Reisende müssen sich zwar eine Apsis teilen, aber das 1,90 breite und 2,30 Meter lange Innenzelt bietet genug Platz für die Ausrüstung, inklusive Koffer. Ein Zusatzeingang an der Seite ist ideal zum Durchlüften. Der Geodät ist freistehend aufstellbar (auch ohne Überzelt an ganz heißen Tagen) und lässt sich auf jedem Untergrund leicht verschieben, wenn sich der Stellplatz als unvorteilhaft erweisen sollte (Steine, Insekten, nervige Nachbarn). Klasse Zelt.

Gewicht: 3900 g
Packmaß: 55 x 20 cm
Preis: 249,95 Euro


Fazit:
Aufbau: 4 von 5 Punkten
Wetterfestigkeit: 5 von 5 Punkten
Wohnambiente: 4 von 5 Punkten
Stauraum: 4 von 5 Punkten
Verstauen: 3 von 5 Punkten
Qualität: 3 von 5 Punkten

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

MOTORRAD-Kauftipp

Foto: Dentges

Eureka Hex XL Screenhouse

Transportabler, regen- und insektensicherer Aufenthaltsraum. Klasse bei Bikertreffen, wenn ansonsten nur kleine Schlafzelte aufgebaut sind – eine Biergarnitur lässt sich bequem aufstellen. Wegen sperriger Stahlgestänge-Elemente (rund ein Meter lang) fährt der preisgünstige Pavillon aber besser im Auto mit. Der Aufbau dauert rund 15 Minuten und erfordert ohne Helfer etwas Geduld. Bei Wind und Regen durch Vorhänge abzudichten, aber nicht 100-prozentig wetterfest, und bei sehr sommerlichen Temperaturen staut sich die Hitze trotz geöffneter Türen und eigentlich durchzugsfreundlicher Netzfenster unterm Dach.

Gewicht: 9800 g
Packmaß: 94 x 25 cm
Preis: 189,95 Euro


Fazit:
Aufbau: 2 von 5 Punkten
Wetterfestigkeit: 2 von 5 Punkten
Wohnambiente: 3 von 5 Punkten
Stauraum: 5 von 5 Punkten
Verstauen: 1 von 5 Punkten
Qualität: 3 von 5 Punkten

MOTORRAD-Urteil: Gut

Tipps zum guten Schlaf

  • Pulli in kleinen Kissenbezug stopfen als improvisierte Kopfunterlage für ein gutes "Zuhause-Gefühl".
  • Eine Mini-Wärmflasche oder Taschenofen etwa 15 Minuten vor dem Zubettgehen in den Schlafsack legen. Wirkt Wunder bei kälteempfindlichen Menschen.
  • Schlafsack nach dem Camping nicht im engen Packbeutel lassen, sondern lieber in einen Bett- oder geräumigen Kissenbezug stecken, damit sich die Fasern gut entfalten können.
  • Häufiges Waschen des Schlafsacks vermeiden. Nach Gebrauch lieber ausgiebig lüften. Eine Reinigung pro Jahr (mit Spezialwaschmittel) reicht meist.

Tipps zum Zelten

  • Zelt immer trocken einlagern, sonst bildet sich Schimmel.
  • Zelt nicht ausfegen, sondern lieber ausschütteln, um die Beschichtung zu schonen.
  • Checken, ob der gewählte Stellplatz sich bei Regen zu einem Wasserbecken verwandeln könnte.
  • Nicht zu nah an Flüssen/Bächen (Überschwemmung) oder unter Bäumen (herabfallende Äste bei Sturm) zelten.

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