Ratgeber Wissen Sturzpads

Leser fragen, Experten antworten.

Foto: Bilski
Thomas Rothmund, Kfz-Meister und Rennmechaniker aus Freudenstadt (www.motorrad-beck.de)
Thomas Rothmund, Kfz-Meister und Rennmechaniker aus Freudenstadt (www.motorrad-beck.de)

Leser:

Ich bin im Begriff, Sturzpads zu kaufen, habe aber gehört, die können bei einem Sturz einen größeren Schaden anrichten?

 

Thomas Rothmund:

Manche auf dem Markt erhältlichen Pads dienen in der Tat nur der optischen Aufwertung. Der technische Nutzen hängt sehr stark von den Pads und außerdem vom betreffenden Motorrad ab. Das erschwert eine pauschal gültige Antwort. Bei bestimmten Modellen mit sehr breitem Rahmen kann schon ein harmloser Rutscher zu einem teuren Schaden führen – Pads sind hier sinnvoll. Bei anderen schützen aber nur massive Sturzbügel, der Verzicht auf Pads ist in solchen Fällen wahrscheinlich besser; denn an bestimmten Fixpunkten (zum Beispiel Motordeckel) können selbst bei einem Umfaller die Gewinde einreißen. Dann wird’s teuer.

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Foto: LSL
Crash-Pads mit Adaptern (im Bild: Anbaukit von LSL) haben sich bewährt.
Crash-Pads mit Adaptern (im Bild: Anbaukit von LSL) haben sich bewährt.
Besonders heikel ist es, wenn sich das rutschende Motorrad aufgrund der Pads an einem Hindernis, wie zum Beispiel einem Kanaldeckel, einhängt statt darüber hinweg zu gleiten. Auf der Renn-strecke ist dies seltener der Fall, deshalb empfehle ich dort den Einsatz von Sturzpads. Allerdings nur solche mit extra Halterungen oder Adaptern, die sich beim Unfall „aufopfern“ – besonders gefährdete Teile wie Kühler oder Motordeckel können damit meiner Erfahrung nach gut geschützt werden. Um aber keine falschen Erwartungen zu wecken: Die Verkleidung wird in den meisten Fällen trotz Pads stark beschädigt.

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