Ratgeber Wissen: Zündkerzen Zündkerzen

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Für Motorräder mit Ottomotoren sind die Funkenspender lebensnotwendig. Deshalb kann es nicht schaden, ein paar grundlegende Dinge über Aufbau und Funktion der kleinen, aber bedeutenden Teile zu wissen.

Zündkerzen-Aufbau im Detail
1 Anschlussmutter (Kabelsteckmutter) für den Kerzenstecker. Leitet die Zündspannung über den Zündstift an die Elektrode weiter.

2 Zündstift In leitfähiger Glasschmelze gasdicht eingeschlossener Stahlstift als elektrischer Leiter und Verbindung zur Mittelelektrode.

3 Isolator Besteht aus einer Aluminiumoxyd-Keramik und isoliert die Mittelelektrode bis 40000 Volt gegen Masse.

4 Kerzenkörper (vernickelt). Wird im Warmschrumpfverfahren gasdicht mit dem Isolator verbunden; mit Gewinde zur Befestigung der Kerze im Motorblock.

5 Außendichtring Der unverlierbar konstruierte Ring dient zur Abdichtung und Wärmeabfuhr.

6 Glasschmelze Die elektrische Verbindung zwischen Zündstift und Mittelelektrode kann durch entsprechende Beimischungen mit einem definierten Widerstand ausgestattet werden, um Abbrandfestigkeit und Entstöreigenschaften zu beeinflussen.

7 Innendichtring Er bildet eine gasdichte Verbindung zwischen Isolator und metallischem Körper und dient der Wärmeableitung.

8 Mittelelektrode Mit Nickel ummantelter Kupferkern (zum Teil mit Platin- oder Iridiumspitze), der in den Isolator eingebettet ist.

9 Isolatorfuß Er ragt in den Brennraum und beeinflusst wesentlich den Wärmewert der Zündkerze.

10 Einführungsansatz Erleichtert das Einschrauben der Kerze.

11 Atmungsraum Beeinflusst das Selbstreinigungsverhalten.

12 Masseelektrode Sie ist aus abbrandfesten Legierungen und bildet zusammen mit der Mittelelektrode die Funkenstrrecke.

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Foto: MOTORRAD 24/2008

Anforderungen an Zündkerzen

Elektrisch

  • Sichere Hochspannungsübertragung auch bei Zündspannungen bis 40000 Volt
  • Hohe Isolierfähigkeit bis zu Temperaturen von 1000 Grad Celsius
  • Vermeidung von Durch- und Überschlägen (Spannungsfehlleitungen)



Mechanisch

  • Brennraum druck- und gasdicht abschließen
  • Beständigkeit gegen oszillierende Drücke bis zirka 100 bar
  • Hohe Festigkeit für sichere (De-)Montage



Thermisch

  • Thermoschock-Beständigkeit (heiße Abgase/kaltes Ansauggemisch)
  • Gute Wärmeleitfähigkeit des Isolatorfußes und der Elektroden



Elektrochemisch

  • Beständigkeit gegen Funkenerosion, Verbrennungsgase und -rückstände
  • Vermeidung der Bildung von Ablagerungen auf dem Isolatorfuß
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Wärmewert und Wärmeleitung

Damit Zündkerzen fehlerfrei funktionieren, muss sich im Betrieb ein Gleichgewicht zwischen Wärmeaufnahme und -abgabe einstellen. Andernfalls kommt es zu Ausfallerscheinungen – im schlimmsten Fall zu Motorschäden. Darum unbedingt auf die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Wärmewerte der Zündkerzen achten, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten.

Bei zu hoher Wärmeabgabe der Kerze beziehungsweise zu geringer Motorleistung wird die zur Selbstreinigung der Kerze benötigte Freibrenntemperatur nicht erreicht. Die Folge: Elektroden, Isolatorfuß und Kerzengehäuse verrußen, es kommt zu Zündaussetzern, erhöhtem Verbrauch und steigenden Emissionen.

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Kann die Kerze die entstehende Wärme nicht rasch genug ableiten, führt dies zu Glühzündungen. Das bedeutet, dass nicht der Zündfunke, sondern die zu heiße Kerze das Gemisch (unkontrolliert) entflammt. Betroffene Zündkerzen sind an stark verschlissenen oder gar angeschmolzenen Elektroden zu erkennen.

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